Abenteuer

„Die Welt entdecken und das Leben spüren“

Dennis Breiser geht mit seinem Fahrrad auf Europatour

Foto: Ralf Engel

Dennis Breiser geht mit seinem Fahrrad auf Europatour Foto: Ralf Engel

Ihmert.   Dennis Breiser bereitet sich auf eine Benefiztour 10 000 Kilometer mit dem Fahrrad durch Europa vor.

Vor einigen Monaten noch haben Freunde und Familie es als „verrückte Idee“ belächelt, der Ideengeber vielleicht sogar selber, jetzt sind Arbeitsplatz und Wohnung gekündigt, steht der 20. April für den Start in ein Abenteuer fest: Dennis Breiser will für den guten Zweck quer durch Europa radeln. 10 000 Kilometer unmotorisiert sind das Mindestziel, es könnten aber noch einige Tausend hinzukommen.

Die endgültige Entscheidung hat sich der 25-jährige Ihmerter nicht leicht gemacht. „Ich habe echt jahrelang überlegt“, verweist er auf eine gut dreijährige Reifezeit von der ersten Idee bis zur fertigen Routenmappe. Jetzt sei der perfekte Zeitpunkt, um loszufahren, schließlich sei er noch nicht fest gebunden. Die Motivation ist wohl eine Mischung aus Sportsgeist, Abenteuer und Reiselust. „Ich will einfach die Welt entdecken, das Leben spüren“, sagt Dennis Breiser. Ginge das nicht einfacher per Flugzeug und Bahn? „Es ist für mich reizlos, nach Asien oder Neuseeland zu fliegen, wo alle sind. Wenn du wirklich weit weg willst, dann lerne doch erst einmal deine Heimat kennen“, so der Ihmerter. Für den Triathleten ist Sport die große Leidenschaft. So ist er bestens vorbereitet auf lange Radtouren: „Es passt perfekt zu meinen Vorstellungen von Reisen und Erleben“.

Route biszum Nordkap

Jetzt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Es wird fleißig trainiert, die Routenplanung ist zumindest grob abgeschlossen. Von Hemer aus geht es am 20. April in Richtung Berlin und dann nach Polen zum Geburtsort der Mutter. Freunde wollen Dennis Breiser an den ersten Tagen radelnd begleiten. 50 bis 150 Kilometer am Tag sind geplant. Über Lettland, Litauen, Estland und quer durch Finnland ist das Nordkap das Ziel, wo der Marathonradler die Sommersonnenwende erleben möchte. Dann geht es wieder südwärts durch Norwegen und Schweden, um mit dem Schiff nach Schottland überzusetzen. Ein „kleiner“ Schwenk durch Irland und Wales führt nach England. Wieder auf dem europäischen Festland in Frankreich gelandet, wären die 10 000 Kilometer erreicht.

Bis zu neun Monate will sich Dennis Breiser für diese Strecke Zeit nehmen. „Wenn ich dann noch Lust, Geld und Zeit habe, geht es weiter“, sagt er. Dann würde der Rückweg über die französische und spanische Küste verlängert. Und es gibt noch eine dritte Option.

„Spätestens, als das Fahrrad gekauft wurde, ist es Ernst geworden“, zeigt der 25-Jährige sein wichtiges Fortbewegungsmittel aus einer deutschen Fahrradmanufaktur. Der Hersteller war schon für einige Weltenbummler die erste Wahl. Statt Leichtigkeit ist Stabilität gefragt. So ist der Rahmen aus Stahl, denn er muss neben dem leichtgewichtigen Radler viel Gepäck in sechs Satteltaschen plus Zelt tragen. Mit Gepäck dürfte das Fahrrad über 50 Kilogramm auf die Waage bringen. Die Nabenschaltung mit 14 Gängen soll besonders wartungsarm und langlebig sein. Auch an Zubehör wie einen Nabendynamo muss der Weltenbummler denken, denn über ihn werden unterwegs auch Handy oder Navi aufgeladen. Die GPS-Daten dokumentieren die Fahrstrecke. Außerdem soll unterwegs online über die Etappen berichtet werden. Übernachten will Dennis Breiser überwiegend im Zelt, aber auch auf Höfen oder im Hostel: „Die Reise wird sehr spartanisch, mit nur jenen Sachen, die auf dem Fahrrad Platz finden.“

Chamäleon reist als Maskottchen mit

Platz finden muss auf jeden Fall ein Chamäleon als Stofftier, denn es ist das Maskottchen des Spendenmarathons. Dennis Breiser möchte mit seiner Tour nämlich die Chamäleon-Gruppen der Caritas für Kinder aus sucht- und seelisch belasteten Familien unterstützen. Sponsoren können pro gefahrenen Kilometer einige Cent spenden, die dann vollständig der Caritas zu Gute kommen. Die Reise selbst wird durch Erspartes finanziert.

Der erste Sponsor ist der bisherige Arbeitgeber des Industriemechanikers. So ganz unschuldig an dem Fernweh ist der nämlich nicht: „Im Betrieb hatte ich täglich die Europakarte vor Augen“, sagt der Ihmerter mit einem Augenzwinkern.

Infos:

Die Radreise soll zu einem Spendenmarathon für die Caritas Iserlohn werden.

Die Spenden kommen den Chamäleon-Gruppen für Kinder aus sucht- und seelisch belasteten Familien zu Gute. Sie richten sich an Kinder von zumeist alkoholabhängigen Eltern aus Iserlohn, Hemer, Menden und Balve, die sich wöchentlich treffen.

Wer einen festgelegten Betrag pro Kilometer oder einmalig spenden möchte, erhält per Email an d.namaste@web.de alle Informationen.

Weitere Informationen über Chamäleon gibt es unter www.caritas-chamäleon.de.

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