Ballett

Disney-Zauber mit Tanzakrobatik im Parktheater

Zahlreiche Gruppen, unter anderem die Modern-Dance-Gruppe als Schneelichter, konnten überzeugen.

Zahlreiche Gruppen, unter anderem die Modern-Dance-Gruppe als Schneelichter, konnten überzeugen.

Foto: Michael May

Hemer.  Ballettschule „Ballett meets Pop“ führt „Die schöne Tänzerin und das Biest“ im Parktheater auf.

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Ein Märchen „ewig wie die Zeit“ kann manchmal auch Einflüsse aus den 90er Jahren aufnehmen. So entspricht die Interpretation „Die schöne Tänzerin und das Biest“ von der Ballettschule Ballett meets Pop in Kostümen, Figuren und Optik eher der Disney-Vorlage aus dem Jahr 1991 als dem französischen Volksmärchen. In den fast ausverkauften Aufführungen im Iserlohner Parktheater am Freitag und Samstag schafften die Tänzerinnen es aber auch, eigene Akzente zu setzen.

Als erstes tritt die Gestalt auf die Bühne, die sowohl körperlich als auch charakterlich die größte Wandlung im Stück durchmacht. Das Biest, gespielt von Tina Ossenkop, beginnt als arroganter Prinz, der seine Dienerschaft herumkommandiert und eine alte hungernde Frau vor seiner Tür abweist. Vor allem der adelige Gestus kommt bei der Aufführung sehr gut herüber. In schwungvollen Tänzen, hochnäsiger Mimik und wegwischenden Handbewegungen geht Tina Ossenkop in der Rolle auf.

Musikstilmix von klassischer Musik über Pop bis Hip-Hop

Nach der Wandlung zum Biest mit Widderhorn, Mähne und Bart kann sie am Anfang vor allem die Gewalttätigkeit des Biestes auf die Bühne bringen, die sich dann in Laufe der Geschichte zu Wärme und Güte verwandelt. Zwar ist die tierische Wildheit nicht so gut erkennbar. Allerdings stellt sich dabei auch die Frage, ob das bärige Biest aus der Disney-Version überhaupt in einer Ballett-Variante mit filigranen und körperlich gewandten Tanzmanövern auf diese Weise dargestellt werden kann. Mit der Titelheldin Belle, gespielt von Franzi Odenhausen, kommt es im Laufe des Stücks immer wieder zu magischen Momenten und imposanten Tanzaufführungen.

Aber auch bei der Darstellung des Vaters von Belle durch Lina Schulte macht das Zuschauen Spaß. Die Balletttänzerin bringt mit grauem Schnurrbart und Perücke die fast kindlich anmutende Positivität des Maurice auf die Bühne. Erstaunlich sind auch die akrobatischen Tanzeinlagen von Lina Schulte, von denen manch ein grauhaariger Mann sicherlich nur träumen kann.

Bei ihrer Aufführung leisten sich die Balletttänzerinnen aber auch einige wohltuende Freiheiten mit der wohlbekannten Vorlage von 1991. Obwohl die Musik aus dem Disney-Film nicht fehlt, stammt ein Großteil der Lieder aus einer eigenen Songauswahl. Dazu gehören nicht nur klassische Werke, die durch moderne Rhythmus- und Beatelemente erweitert wurden, wie es beispielsweise die Musikerin Lindsey Stirling macht. Auch R ’n’ B, Pop, Hip-Hop und andere Musikstile werden in die Performance miteingebracht.

So erklingt beispielsweise eine Country-Nummer zu den Steps der Linedance-Gruppe, die wohl einen Tanzabend im französischen Dorf darstellt. Im Hintergrund macht währenddessen der ungehobelte Gaston, gespielt von Antonia Odenhausen, der schönen Belle Avancen. Eine Nummer später umwirbt er sie – vergeblich – mit einer R-’n’-B-Tanzeinlage.

Insgesamt stellten die Balletttänzerinnen eindrucksvoll die Magie der Disney-Vorlage dar. Das Ensemble ergänzte den Zauber sogar durch die Auftritte zahlreicher Kleingruppen während der Handlung. Bezaubernd waren unter anderem „Die kleinen Schlüssel“, dargestellt von der Kreativen Kindertanz-Freitagsgruppe. Als Wölfe, Schneelichter, verrückte Erfinder, Rosenblätter oder Uhren beeindruckten aber auch die anderen zahlreichen Gruppen der Ballettschule.

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