Wirtschaft

Drahtwerk Lötters in Hemers Süden unter finanziellem Druck

Die Drahtwerke Friedr. Lötters in Bredenbruch. 

Die Drahtwerke Friedr. Lötters in Bredenbruch. 

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Ihmert.  Nach Ernst Koch hat nun die Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co KG Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Und wieder eine schlechte Nachricht für die Industrie in Hemers Süden. Die Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co. KG hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Wie das Unternehmen in einer Erklärung am Freitag mitteilt, hat das Gericht diesem entsprochen und die vorläufige Eigenverwaltung über das Unternehmen angeordnet. Lötters ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen in der vierten Generation.

Steigende Kosten in Betrieb und Verwaltung

„Unsere aktuelle wirtschaftliche Situation sowie die Marktentwicklung machen es erforderlich, unsere Unternehmensgruppe neu aufzustellen“, erklärt Robin Lötters, geschäftsführender Gesellschafter der Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co. KG, in der Pressemitteilung. Der Materialaufwand in der Produktion sei vor allem aufgrund höherer Rohmaterialpreise in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Zusätzlich belasten gestiegene Betriebs- und Verwaltungskosten das Unternehmen. Lötters Draht habe sich daher entschieden, dringende Restrukturierungsschritte auf dem Weg einer eigenverwalteten Sanierung anzustoßen.

Das Unternehmen nutze dabei die seit März 2012 geltenden gesetzlichen Möglichkeiten (ESUG), die zur Restrukturierung und Sanierung erforderlichen Maßnahmen in eigener Verantwortung zu erarbeiten und kurzfristig umzusetzen. Durch die nun vorliegende gerichtliche Anordnung verbleibt die Leitung des Unternehmens dabei auch während des Restrukturierungsprozesses in den Händen der Geschäftsführung. „Wir haben bereits erste Ideen und Konzepte erarbeitet und wollen diese nun in den nächsten Wochen und Monaten gemeinsam mit allen wesentlichen Beteiligten im Detail ausarbeiten“, so Lötters weiter. Wie die Firma weiter vorgeht, werde nach der Erarbeitung eines Konzepts in den kommenden Monaten deutlich.

Plan zur Restrukturierung wird noch entwickelt

Rechtsanwalt Dr. Dirk Andres von der überregional tätigen Kanzlei AndresPartner, der, so die Mitteilung, mit seinem erfahrenen Team bereits eine Vielzahl von Unternehmen bei ihrer Eigenverwaltung erfolgreich begleitet hat, wird die Geschäftsführung ab sofort bei der Entwicklung und Umsetzung eines Restrukturierungsplans unterstützen. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den langfristigen Fortbestand von Lötters Draht im Interesse von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten sowie Gläubigern sicherzustellen“, erklärt Sanierungsexperte Andres.

Bei ihrem Vorhaben wird die Geschäftsführung durch den gerichtlich bestellten vorläufigen Sachwalter, den sanierungserfahrenen Rechtsanwalt Dr. Jan Janßen, begleitet. Dessen Aufgabe ist es, das Unternehmen während des gesamten Eigenverwaltungsverfahrens zu überwachen und die Interessen der Gläubiger zu wahren.

Der Geschäftsbetrieb der Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co. KG wird derweil uneingeschränkt fortgeführt. „Wir werden unsere Kunden weiterhin in vollem Umfang, pünktlich und in gewohnter Qualität beliefern. Produktion, Termin- und Liefertreue sind auch während des Eigenverwaltungsverfahrens gewährleistet – so wie man es von uns gewohnt ist“, sagt Robin Lötters. Die insgesamt rund 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden am Freitag in Hemer über die aktuelle Situation und das weitere Vorgehen informiert.

Die Drahtwerk Friedr. Lötters GmbH & Co. KG ist damit das zweite mittelständische Unternehmen in Ihmert in finanziellen Schwierigkeiten. Der Ihmerter Drahtziehmaschinenhersteller Ernst Koch hat Anfang August Insolvenz angemeldet.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben