Kultur

Dramatik in jedem Tastenschlag

Susanne Wendel, Ulrich Frenschkowski und Sigrid Bergenthal zeigten ihr musikalisches Können im Haus Hemer.  

Susanne Wendel, Ulrich Frenschkowski und Sigrid Bergenthal zeigten ihr musikalisches Können im Haus Hemer.  

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Benefizkonzert in Haus Hemer mit den Musikern Sigrid Bergenthal, Susanne Wendel und Ulrich Frenschkowski behandelt die Ballade „Edward“.

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In der schottischen Ballade „Edward“ steht ein Mann mit blutrotem Schwert vor seiner Mutter und gesteht ihr schlussendlich, dass er seinen Vater totgeschlagen habe. Die Musiker Sigrid Bergenthal, Susanne Wendel und Ulrich Frenschkowski interpretierten den Stoff beim Konzert „Der Herbstwind schüttelt die Linde, wie geht die Welt so geschwinde“ im Haus Hemer gleich auf zweifache Weise – einmal als reine Instrumentalversion und einmal als gesungene Ballade mit Klavierbegleitung.

„Der Fluch der Hölle soll auf Euch ruhn, denn ihr, ihr rietets mir! O“, erklingt aus der tiefen Bassbariton-Stimme von Ulrich Frenschkowski. Es ist in der Ballade der letzte Satz, den Edward seiner Mutter entgegenbringt. Der Ausdruck ist laut und kraftvoll, fast erschreckend. Was die düstere Stimmung noch unterstützt, ist das Klavierspiel von Susanne Wendel, die das Präludium und Fuge B-Dur BWV von Johann Sebastian Bach spielt.

Mit den Hintergrundwissen zur Ballade wirkt dann die reine Instrumentalversion, gespielt von Sigrid Bergenthal, fast noch dramatischer. Sie interpretiert ein Stück aus Johannes Brahms vier Balladen. Mit jedem schneller oder langsamer werdenden Tastenschlag spürt man geradezu das Streitgespräch zwischen Mutter und Sohn. Aufbrausendes Temperament sowie leises Flehen oder Wimmern sind mit Fantasie den Klängen zu entnehmen. Und alles endet mit dem erregenden Geständnis des Vatermords.

Im zweiten Teil der Aufführung stehen nicht mehr so düstere Klänge auf dem Programm. Teilweise vierhändig spielen Susanne Wendel und Ulrich Frenschkowski das Impromptu b-moll von Franz Schubert. Danach erklingt, gespielt von Frenschkowski und begleitet von Susanne Wendel, die Sonata Reminiscenza, die Sonate der Erinnerung, von Nicolai Medtner. „Da steckt eine ganze Geschichte, ein ganzes Leben drin“, beschreibt Ulrich Frenschkowski das Stück. Während der Slawischen Tänze von Antonin Dvorak sitzen die drei Künstler sogar zu dritt vor dem Kawai-Flügel.

Durch die Unterstützung des Lions-Club Iserlohn Hemendis wurde das Konzert mit freiem Eintritt veranstaltet. Die gesammelten Spenden kommen der Musikschule Iserlohn, dem Projekt Blackstix und dem Förderkreis Haus Hemer zugute.

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