Brandschutz

Drei neue Feuerwehrfahrzeuge sollen angeschafft werden

Foto: Carmen Ahlers

Hemer.   Der Hauptausschuss zieht einen Schlussstrich unter die „Beschaffungskrise“ der Feuerwehr. Der Rat soll am Dienstag erste Sperrvermerke aufheben.

„Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden“, den Schriftsteller Soren Kierkegaard zitierte Dezernent Klaus Erdmann für die Schlussbilanz der „Feuerwehr-Beschaffungskrise“. Im Hauptausschuss hatte er die undankbare Aufgabe, die 1,7 Millionen-Aufrechnung der nicht erfolgten Fahrzeuganschaffungen (wir berichteten) vorzulegen, zu der es vor seiner Zuständigkeit gekommen war.

Mit Blick zurück betonte Erdmann, dass weder die Verwaltung noch die Politik eine Verzögerung zu verantworten hätten und verwies auf die fehlenden Personalressourcen bei der Feuerwehr. Gegenseitige Angriffe sollte es daher nicht geben.

Behutsam mit denRessourcen umgehen

Hinsichtlich des exemplarisch gezeigten, in der Becke stationierten Löschfahrzeugs aus dem Jahre 1984 sagte Erdmann, dass es sich nur um ein Reservefahrzeug handele, das sehr wohl älter sein dürfe. „Wir können nicht alle Wünsche erfüllen, müssen behutsam mit den Ressourcen umgehen“, so der Dezernent. Verwaltung und Politik haben mit der Auflistung einen Schlussstrich unter die Diskussion gezogen. „Die Vorlage stellt vieles klar“, sagte Wolfgang Römer (CDU). Arne Hermann Stopsack (FDP) dankte für den ehrlichen Umgang: „Es ist transparent geworden, wie schwierig es geworden ist, etwas auszuschreiben.“ Auch Hans-Peter Klein (SPD) dankte für die ehrliche Auflistung. „Ich kann die Begeisterung nicht so ganz teilen“, entgegnete Josef Muhs (GAH), der den früheren Bürgermeister in der Verantwortung sah, was Beigeordneter Dr. Bernd Schulte aber verneinte.

Jetzt soll die Schau nach vorwärts im Mittelpunkt stehen. Die Ausschreibung für das seit 2011 verschobene Tanklöschfahrzeug aus dem Jahr 1989 der Löschgruppe Ihmert ist fertig. Es stellt eine erhöhte Unfallgefahr dar und entspricht nicht den Anforderungen moderner Löschtechnik und wird daher als nur noch „bedingt tauglich angesehen“. Auch das Mannschaftstransportfahrzeug für Ihmert ist ausschreibungsreif.

Das Löschgruppenfahrzeug für Landhausen könne im März ausgeschrieben werden, berichtete Feuerwehrchef Markus Heul. Das bisherige Fahrzeug soll nicht ausgemustert werden, sondern anschließend der Jugendfeuerwehr zur Verfügung gestellt werden. Die Jugendfeuerwehr hat aktuell kein eigenes Fahrzeug, weil das 34 Jahre alte Gefährt wegen fehlender Rückhaltesysteme und Bremsassistenten aus Sicherheitsgründen nicht mehr für den Personentransport genutzt werden dürfe. Eine dringende Lösung für die Jugendfeuerwehr mahnte Diana Naujocks (CDU) an.

Neuanschaffungen für577 000 Euro

Bereits am kommenden Dienstag soll der Rat in seiner Sitzung (17 Uhr, Aula Gymnasium) die Sperrvermerke für die 577 000 Euro zum Kauf der drei Fahrzeuge aufheben. Zustimmung hat der Hauptausschuss bereits signalisiert. Damit dürften die größten Kritikpunkte der Freiwilligen Feuerwehr gelöst werden – aber längst nicht alle.

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