Förderschule

Drei Standorte – und einer in Hemer

Eindeutiges Votum für den Erhalt des Hemeraner Teilstandortes der Brabeckschule: (v.l.) Inge Blask, Hans-Peter Klein, Stefanie Kißmer und Thomas Fischer im Fraktionsbüro der SPD Hemer

Eindeutiges Votum für den Erhalt des Hemeraner Teilstandortes der Brabeckschule: (v.l.) Inge Blask, Hans-Peter Klein, Stefanie Kißmer und Thomas Fischer im Fraktionsbüro der SPD Hemer

Foto: Reinhard Köster

Hemer.   Die Ratsfraktion und die Kreistagsfraktion der SPD liegen in der Frage der Zukunft der Brabeck-Förderschule auf einer Linie.

Die Hemeraner SPD ist ebenso wie die CDU fest davon überzeugt, dass der Hemeraner Teilstandort der Brabeck-Förderschule erhalten bleiben sollte, auch wenn diese im kommenden Jahr in die Trägerschaft des Märkischen Kreises übergeht und die Stadt Hemer für die Sanierung und Erweiterung des maroden Gebäudes an der Bergstraße einen Millionenbetrag ausgeben muss.

Anders als die Christdemokraten können sich die Genossen aber darauf verlassen, dass in der Partei auch auf Kreisebene in dieser Frage ein Konsens besteht und die Kreistagsfraktion ein entsprechendes Votum abgeben wird. Das jedenfalls war der Tenor in einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz, an der neben dem Hemeraner Ortsvereinsvorsitzenden Thomas Fischer, Fraktionschef Hans-Peter Klein sowie der Landtagsabgeordeneten und stellvertretenden Schulausschussvorsitzenden Inge Blask auch die stellvertretende Kreisstagsfraktionsvorsitzende Stefanie Kißmer, die ebenfalls Hemeranerin ist, teilgenommen haben. Nicht nur der grundsätzliche Erhalt des Standortes in Hemer ist das Ziel der SPD, sondern auch der beiden Standorte in Iserlohn und Letmathe. Damit wird einer ebenfalls in der Diskussion stehenden Lösung mit nur zwei Standorten von den Sozialdemokraten ein Absage erteilt. Und auch von einem Standort in der ehemaligen Lendringser Hauptschule statt in Hemer, den die Mendener CDU ins Spiel gebracht hat, hält die SPD offenbar nichts. Stefanie Kißmer : „Das ist keine gute Lösung, allein schon weil das dortige Gebäude viel zu groß ist und bereits seit vier Jahren leer steht. Das sehen übrigens die Mendener Genossen genauso.“

Millionen-Investition der Stadt Hemer sinnvoll

Stefanie Kißmer räumt ein, dass das Modell mit zwei Standorten gewisse Vorteile habe, vor allem eine schlankere Verwaltung. Das wiege aber die Nachteile nicht auf, denn bei der Auflösung eines der drei Standorte müssten bestehende Klassenverbände aufgelöst werden, ebenso die funktionierenden Kollegien. Vor allem die Schülerinnen und Schüler würden leiden. Kißmer: „Da gingen Beziehungen und Freundschaften kaputt, und es müssen zum Teil weitere Anfahrtswege in Kauf genommen werden.“

Aus städtischer Sicht halten es Inge Blask, Hans-Peter Klein und Thomas Fischer für vernünftig und vertretbar, die nach groben Schätzungen notwendigen knapp vier Millionen Euro für die Sanierung des Hemeraner Schulgebäudes auszugeben, das anschließend vom Kreis angemietet würde. Wobei über die Dauer des Vertrages und die Höhe der Miete noch zu sprechen sei. Eine Dauer von mindestens 20 Jahren und einen entsprechend gleich langen Bestand der Förderschule hält die SPD für realistisch und angemessen. Hans-Peter Klein sieht die Stadt auch deshalb in der Pflicht, weil sie die Schule und speziell das Gebäude in den zurückliegenden Jahren vernachlässigt habe. Klein: „Der Zustand ist in der Tat katastrophal.“

Was aber ist mit den Schülerinnen und Schülern während der Sanierungs- und Umbauphase? Auch da hat die SPD sich bereits Gedanken gemacht. Es wäre zu prüfen, ob nicht ein vorübergehender Umzug in die oberen Etagen des Gebäudes am Sauerlandpark möglich ist, in dem auch der Kindergarten „Zaubergarten“ untergebracht ist, so Hans-Peter Klein.

Keine Vorwürfe gegenden Bürgermeister

In einem Punkt möchten die Genossen übrigens nicht ins gleiche Horn wie die Hemeraner CDU stoßen. Das Thema Brabeckschule sei sicherlich kein Anlass, den Bürgermeister und die Verwaltung mit Vorwürfen zu überziehen.

Wie berichtet wird sich der städtische Schulausschuss am kommenden Dienstag ab 17 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Sondersitzung (Sitzungszimmer 206 im Rathaus) mit der Brabeckschule befassen. Ob der Kreis die Trägerschaft wie erwartet übernimmt und wie viele Standorte erhalten bleiben, entscheidet der Kreistag am 11. Oktober.

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