Erfahrung

Ein Apfelstückchen löst Glücksgefühle aus

Beim Fastenbrechen wurde ein simpler Apfel zu einer ungewohnten Köstlichkeit.

Beim Fastenbrechen wurde ein simpler Apfel zu einer ungewohnten Köstlichkeit.

Foto: Annabell Jatzke

Ihmert.  Mitglieder des TSV Ihmert und der Kirchengemeinde haben eine Woche Heilfasten gemeistert.

Stolze 88,4 Kilogramm sind es, die die 22 Teilnehmer des Ihmerter Heilfasten zusammen innerhalb einer Woche abgenommen haben. Wobei nicht nur der Gewichtsverlust, sondern auch die innere Reinigung von Körper und Seele ein Grund für die Teilnahme waren. Am Sonntag vor einer Woche war das Gemeinschaftsprojekt vom TSV Ihmert und der evangelischen Kirchengemeinde gestartet. Tatjana Sturm-Schulte, Andrea Kühn und Britta Rahmer vom TSV Ihmert sowie Pfarrerin Gaby Bach beteiligten sich unter anderem an der Aktion, die von Fastentrainerin Iris Rademacher professionell begleitet wurde.

Zuspruch war viel größer als erwartet

Als man sich in Hemers Süden seinerzeit entschied, das Heilfasten anzubieten, wurde wahrlich nicht mit solch einem Zuspruch gerechnet, es herrschte gar Sorge, ob es überhaupt genügend Resonanz gibt. Zehn Teilnehmer sollten es sein, schnell zeigte sich dann aber, dass die Ihmerter Fastengruppe mit Teilnehmern aus Hemer und Iserlohn die größte Fastengruppe wurde, die Iris Rademacher je begleitet hatte.

Alle Beteiligten, ob jung oder alt, ob männlich oder weiblich, nahmen eine Woche lang nur Flüssigkeiten zu sich. Auf dem Ernährungsplan standen Tee, Wasser, Gemüsebrühe und 250 ml Obstsaft pro Tag. Das Heilfasten ist keine sogenannte Nulldiät, sondern es geht darum, nicht zu kauen und den Darm zu entleeren. Ein Drittel der menschlichen Energie wird sonst für die Verdauung verbraucht, das gilt es beim Heilfasten zu reduzieren.

Wer am Heilfasten teilnimmt, stellt sich schließlich die Frage: „Was brauchst du eigentlich wirklich?“. Außerdem blicken die Teilnehmer, der älteste in Ihmert war 71 Jahre alt, nach innen in ihren Körper und ihre Seele.

Pfarrerin Gaby Bach ist ebenso wie die anderen Teilnehmer stolz, durchgehalten zu haben. „Es war deutlich leichter als gedacht“, gibt sie zu und ergänzt sogleich, dass es sicherlich nicht ihr erstes und letztes Heilfasten war.

Nach der Woche Fasten, bei der es diverse sportliche Angebote des TSV Ihmert gab und bei denen in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde Ihmert-Bredenbruch noch Angebote wie „Aktiv entspannt“ geboten wurden, kamen die Teilnehmer am Samstagmorgen zum Ausklang der Aktion, dem Fastenbrechen, zusammen. Zu dem Lied „Auf uns“ von Andreas Bourani betraten die stolzen Teilnehmer den Raum und setzten sich an die gedeckte Tafel. Wer jetzt annimmt, dass danach das „große Fressen“ begann, der irrt. Fastentrainerin Iris Rademacher weiß, dass die Teilnehmer nach der Woche bei ihrer ersten Mahlzeit noch nicht einmal einen ganzen Apfel schaffen. Langsam muss sich erst wieder an feste Nahrung gewöhnt werden und das Kauen eines Apfelstückchens wird zum Genuss. Diesen konnte man in den strahlenden Gesichtern deutlich ablesen.

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