Wispa-Festival

Ein dicht belagertes "Kulturschutzzentrum"

Foto: IKZ

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Hemer. Von Donnerstag bis Sonntag stürmten Tausende nach Frönsberg. Das große Wispa-Festival war wieder ein toller Erfolg.

Noch nicht ganz auf der Festivalwiese angekommen, bietet eine Gruppe junger Erwachsener jedem, der vorbei kommt, Gegrilltes an: „Wir haben viel zu viel Fleisch und wissen nicht, wohin damit.” Eine zufällige Szene, die die Atmosphäre des Wispa 2009 treffend widerspiegelt. „Die Leute sind locker drauf und fröhlich”, beobachtet Gründer Winfried „Wispa” Spanke. Von Donnerstag bis Samstag stürmten wieder Tausende das selbst ernannte „Kulturschutzgebiet” in der Nähe von Frönsberg.

Viele auswärtige Besucher

Frankfurt, Gummersbach, Karlsruhe - MK ist längst nicht mehr das einzige Autokennzeichen, das man auf dem Wispa-Parkplatz finden kann. Die Abiturientin Paula ist Donnerstag aus Köln ins Sauerland gereist. Ganz ohne Wispa-Erfahrung kam sie nicht, denn im vergangenen Jahr zeltete sie mit Freunden erstmals auf Frönsbergs Wiesen. „Ich hatte mich schon so darauf gefreut, die ganzen Leute aus Hemer wiederzusehen.” Als exakt 100. Zelterin trug sie sich in die Liste ein und erhielt zur Belohnung die Festivalzeitung „Der Wobbling Wispa”. Dass die Nachtruhe beim Zelten seit diesem Jahr konsequent durchgesetzt wird, stört die 19-Jährige ein wenig: „Da hatten wir im letzten Jahr noch sehr viel Spaß.” Der Bäcker auf dem Festivalgelände entschädigt aber.

Musikalisch hat sich die 19-Jährige besonders auf „Niteprowler” gefreut: „Die kommen ganz aus der Nähe von Köln.” Mit feinstem „AC/DC”-Rock brachten sie als Hauptakt am Freitag ihre Fans zum Toben - Headbanging und Mitgrölen inklusive.

Nach dem regen lockte die Sonne

Regnerisch und matschig - so war das Festival an Fronleichnam gestartet. Ausgerechnet als der Jamaikaner Alton Hugh „Flabba” Simpson dann gegen acht Uhr „Sunshine-Reggae” anstimmte, riss die Wolkendecke über Frönsberg erstmals auf. Viele Musikfreunde waren trotz des schlechten Wetters schon vorher den ganzen Tag lang zu Gast und verfolgten unter anderem den Auftritt von „Mumpitz” zur Wispa-Eröffnung.

Timo ist Gitarrist der Nachwuchs-Band und strahlte auch am Tag nach dem Konzert noch: „Der Auftritt war sehr gut und es war zum Glück auch schon sehr voll.” Nur lobende Worte fand er über die Techniker, die allesamt drei Tage lang ehrenamtlich hinter dem Mischpult standen. Ein Marktwagen zum Geflügelverkauf war kurzerhand in einen Technikraum verwandelt worden.

Seit drei Jahren besucht der 17-jährige Schüler das Festival regelmäßig; die Bandauswahl in diesem Jahr sei mit die beste gewesen, urteilt er.

"Organisation ist besser geworden"

Hat sich in den vergangenen Jahren denn etwas am Charakter des Wispa verändert? „Die Atmosphäre ist friedlicher geworden”, findet Timo. Thomas (48) bemerkt: „Die Organisation ist besser geworden.” Bis zu einer Stunde Verzögerung im Zeitplan sei früher ganz normal gewesen. Am Freitag begann die letzte Band „Niteprowler” nur knapp 15 Minuten später als angekündigt.

„Müller Tourgau” war für Thomas das persönliche Highlight des Festivals. In der zweiten Hälfte der 80er-Jahre gehörte die Mendener Band zu den bekanntesten im heimischen Raum.

Samstag war der "Festival-Feiertag"

Der Samstag wurde dann endgültig zu einem großen Festival-Feiertag. Mit Decken und Campingstühlen bevölkerten Hunderte die Wiese und vertrieben sich die Zeit zwischen den Konzerten mit Sport und Spiel. Dem Organisationsteam blieb dafür keine Zeit: „Für uns ist das Festival viel Lauferei, weil es ein großes Gelände ist.” Die Arbeit sei aber gut aufgeteilt gewesen, unterstreichen die Organisatoren. Nicht viel zu tun, hatten die Johanniter, die das Fest als Sanitäter begleiteten.

Wispa freute sich über Bands und Besucher: „Alle haben Spaß und sind glücklich!” Das blieb auch beim Abschlussgottesdienst so.

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