Hallenbad

Ein Fehler, der nie wieder korrigiert werden kann

Sanierung des Hademarebades

Sanierung des Hademarebades

Foto: Ralf Engel

Hemer.   Die Pläne der Verwaltung zum Hallenbad-Neubau sorgen für große Kritik und Unverständnis.

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Ein Hallenbad in der von der Verwaltung geplanten Sparform ist für Hemeraner Vereine und Verbände nicht tragbar. Sie hoffen auf eine andere Lösung. Der Haupt- und Finanzausschuss tagt am Dienstag in öffentlicher Sitzung um 17 Uhr im der kleinen Aula des Gymnasium.

„Wenn das Bad in dieser Form gebaut wird, ist das ein Fehler, der nie wieder korrigiert werden kann, da man nicht einfach ein zweites Becken oder einen Sprungturm dranbauen kann“, sagt Dirk Trottier, einer der Vorsitzenden der DLRG Hemer, „mit diesem Minimalausbau kann man nicht zufrieden sein“. Für die DLRG begründet er das unter anderem damit, dass der Verein seinen Aufgaben, wie sie in der Satzung stehen, dann nicht mehr nachkommen könne. „Schwimmen lernen, das geht noch, aber die Schwimmer können dann nicht weiter zu Rettungsschwimmern ausgebildet werden“, sagt Dirk Trottier und zeigt auch gleich die langfristigen Folgen auf. Dann könne irgendwann auch der Wachdienst im Freibad nicht mehr seitens der DLRG übernommen werden, was wiederum bedeuten würde, dass die Stadt Hemer ihre Schwimmmeister auch an den Wochenenden einsetzen oder gar neues Personal einstellen müsse.

Vereine bekommen große Probleme

Die DLRG hatte vor der temporären Hallenbadschließung in 2017 und 2018 rund 450 Mitglieder und hat dadurch bereits ein Viertel der Mitglieder verloren. Ein Teil hat sich nach der Wiederöffnung des Hallenbades wieder der DLRG angeschlossen, so dass es aktuell rund 400 Mitglieder sind.

Auch den Schwimmverein stellt die neue Variante vor große Probleme, denn unter anderem brauche der Verein auch trotz der angedachten fünf Bahnen mehr Trainingszeit. „Wir können dann nicht mehr mit acht Gruppen gleichzeitig trainieren, und den Schulen wird es am Vormittag genauso gehen. Vier Klassen parallel wird nicht mehr funktionieren“, so Raimond Schaaf. Ein großes Problem werde auch auf die Taucher zukommen, denn die Tauchabteilung zählt mittlerweile 70 Mitglieder. „Die Ausbildung neuer Taucher kann man dann vergessen, weil es keine Tiefe mehr gibt.“

Der Stadtsportverband sieht den Vorschlag der Verwaltung kritisch. „Wir glauben, mit dieser Variante hätten wir eine bessere Badewanne“, sagt SSV-Vorsitzender Klaus-Peter Uhlmann. Der SSV ist in Sachen Hallenbad eine Kooperation mit dem Förderverein „Schwimmen in Hemer“ und den beteiligten Fördervereinen eingegangen. „Wir haben uns für ein Sprungbecken und gleichzeitigem Taucherbereich ausgesprochen“, so Uhlmann. Eine Freizeitgestaltung für Jugendliche sei ohne Sprungturm nicht gegeben. Zudem könnten keine Schwimmabzeichen mehr gemacht werden. „Diese Entscheidung ist nichts für die Zukunft, das ist nicht intergenerativ“, so Uhlmann, der Stadtsportverband hoffe aber noch auf eine vernünftige Entscheidung der Fraktionen unabhängig vom Verwaltungsvorschlag.

Große Kritik auchin den sozialen Medien

Auch auf unserer Facebookseite werden die Pläne der Verwaltung hinsichtlich des Hallenbad-Neubaus stark kritisiert. Es wird deutlich, dass alle ein Lehrbecken für wichtig halten, viel wichtiger als einen Sprungturm. Einige ziehen in Erwägung, dann nicht mehr in Hemer schwimmen zu gehen, wenn es tatsächlich diese Entscheidung gibt, das Hallenbad so zu bauen.

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