Straßenbau

Ein Jahrestag, den keiner feiern will

Die Baustelle Westendorfstraße in Ihmert feiert Einjähriges

Die Baustelle Westendorfstraße in Ihmert feiert Einjähriges

Foto: Ralf Engel

Ihmert.   Die Ihmerter Landesstraße ist seit einem Jahr voll gesperrt. Erfolgt die Freigabe erst Mitte Juli?

Jahrestage sind häufig ein Grund zum Feiern, diesen Jahrestag dürfte es jedoch gar nicht geben, Anwohner und auch Verwaltung hätten zudem gerne auf ihn verzichtet: Die Großbaustelle auf der Ihmerter Westendorfstraße feiert „Einjähriges“. Seit nunmehr einem Jahr ist die wichtige überörtliche Landesstraße 888 voll gesperrt, mit entsprechenden Folgen für Pendler und Anwohner.

Bei der Vorstellung des Bauprojektes und auf dem Baustellenschild war noch von einer Fertigstellung im Januar 2019 die Rede, dann wurde Ende Mai angekündigt, schließlich das Frühjahr. Vor Ort erkennt aber auch der Laie, dass dieser Termin nicht zu halten sein wird. Während die ersten beiden Bauabschnitte seit Monaten als Sackgasse befahrbar sind und nur noch die letzte Asphaltschicht fehlt, werden auf Abschnitt 3 noch die Gehwege erstellt, der Abschnitt 4 zwischen Ringstraße und Höllberg ist noch eine reine Schotterlandschaft. Kalendarisch endet das Frühjahr am 20. Juni. Bis dahin dürfte die Baustelle kaum verschwunden sein. „Wir rechnen mit einer Freigabe bis zu den Sommerferien“, formuliert es der Fachdienstleiter Verkehr Albrecht Buscher nun vorsichtig. Die Schulferien beginnen Mitte Juli. Ob ein Teilbereich vorher freigegeben werden kann, werde noch geprüft.

Schwierigkeiten mit oberirdischen Gewässern

Für Lastwagenfahrer bedeutet das weiterhin einen bis zu 16 Kilometer langen Umweg über Hemer oder durch das Lennetal. Autofahrer verkürzen, indem sie die Anliegerstraßen und selbst Feldwege in Ihmert befahren – zu Lasten und zum Ärger der Anwohner.

Die Bauverzögerungen führt die Stadtverwaltung unter anderem auf Schwierigkeiten mit oberirdischen Gewässern zurück. Bereits Am Höllberg gab es erhebliche Probleme bei der Bachverrohrung. Auch an der Einmündung Ringstraße waren zusätzliche Drainagen notwendig, um das Wasser aus dem Berg abzuleiten. In der Westendorfstraße musste die Verrohrung tiefer gelegt werden, mitsamt der Hausanschlüsse. „Das Thema Gewässer war in diesem Umfang im Vorfeld nicht erkennbar“, räumt Albrecht Buscher ein. Anwohner berichten aber auch von zu wenig Arbeitern und der Beauftragung eines Subunternehmens und fragen, warum die Bauzeit nicht vertraglich festgelegt wurde. Jede Bauausschreibung habe eine vorgesehene Bauzeit, heißt es aus dem Rathaus. Die Frage sei, ob bei Nichteinhaltung Konventionalstrafen verhängt würden. Durch verschiedene Bautätigkeiten auch beispielsweise der Stadtwerke oder Telekom und Verzögerungen durch Unvorsehbares sei das schwierig. Letztlich würden nur die Anwälte daran verdienen. Eigentlich wären die Planungen für die Landesstraße gar nicht Aufgabe der Stadtverwaltung. Sie erledigt die Aufgabe für Straßen.NRW, damit es bei den Schlaglochstrecken endlich vorangeht.

Ihmerter Straße wird komplett ausgeschrieben

Dass es nach den Sommerferien wie geplant direkt mit dem Straßenbau auf der Ihmerter Straße weitergeht, ist mittlerweile ausgeschlossen. Die kompletten Bauarbeiten für die 1,8 Kilometer vom Holmecker Weg bis zur Tütebelle will die Stadt jetzt in einem Zug ausschreiben und beauftragt für die Vorbereitungen ein Ingenieurbüro. Die Ausschreibungen und Vergaben sollen noch in diesem Jahr erfolgen.

Wenn aktuell 500 Meter Straße über ein Jahr dauern, befürchten Anwohner für 1,8 Kilometer Schlimmeres.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben