Straßennamen

Erinnerung an drei große Persönlichkeiten

Auf den Stadtterrassen gibt es jetzt eine Heinrich-Nuttebaum-Straße, Doris-Ebbing-Straße

Auf den Stadtterrassen gibt es jetzt eine Heinrich-Nuttebaum-Straße, Doris-Ebbing-Straße

Foto: IKZ

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Hemer.  Auch ohne großen Bahnhof herrschte eine ganz besondere Stimmung bei den Angehörigen, als Mitarbeiter des Märkischen Stadtbetriebes die neuen Straßenschilder im Bereich des Neubaugebietes „Stadtterrassen“ aufstellten. Mit der Doris-Ebbing-Straße, Heinrich-Nuttebaum-Straße und Emil-Nensel-Straße wird jetzt an drei Hemeraner Persönlichkeiten erinnert.

„Ich war hier stationiert“, erklärte Christof Ebbing, der am Donnerstagnachmittag mit seinen Angehörigen zur Aufstellung des Doris-Ebbing-Straßenschildes gekommen war, und zeigte auf das benachbarte Gelände des Parkplatzes am Rande des Gartenschaugeländes. „Dort stand der Panzer. Ungefähr dort war der Kasernenbereich.“ Christof Ebbing war Ende der 80er Jahre im Panzerbataillon Fahrer. Zusammen mit seinen Brüdern Martin und Jochen und deren Familien aus Hemer, Dortmund und Menden gedachte er seiner Mutter, nach der jetzt eine Straße benannt wurde: Die Doris-Ebbing-Straße hatte der Rat der Stadt im Jahr 2014 zu Ehren der engagierten Kommunalpolitikerin beschlossen.

Engagierte Bürgermeisterin für Schelkowo-Partnerschaft

An dem Schild sind ihre Lebensdaten vermerkt: Die 1938 geborene Hemeranerin starb 2009. Sie war von 1994 bis 1995 Hemers Bürgermeisterin und von 1989 bis 2007 stellvertretende Bürgermeisterin. stellvertretende Vorsitzende des Patenschaftsvereins Hemer-Schelkowo, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande. „Der Termin in den Osterferien war gut gewählt, so dass auch die Enkelkinder dabei sein konnten“, sagte Jochen Ebbing am Rande des Familientreffens im Regen, zu dem sich auch noch Bernhard Camminadi als Freund der Familie gesellte.

Wie Marc Giebels von der Stadt Hemer auf Anfrage mitteilte, sollen die neuen Straßen mit einem großen offiziellen Festakt zu einem späteren Zeitpunkt im Beisein von Vertretern aus Rat und Verwaltung eingeweiht werden. Da Doris Ebbing zu den Mitbegründern der Städtepartnerschaft gehörte, sei auch daran gedacht, Gäste aus der russischen Partnerstadt einzubeziehen.

Im Beisein des stolzen Enkels Peter Nuttebaum wurde am Donnerstag direkt nebenan ein weiteres Straßenschild aufgestellt: Die Heinrich-Nuttebaum-Straße ist benannt nach dem Arzt Dr. Heinrich Nuttebaum. Er lebte von 1892 bis 1965 und war von 1923 bis 1958 Chefarzt des Hemeraner Marienhospitals, für dessen Erhalt er gesorgt hatte. Er entzog durch sein Eingreifen zahlreiche Bürger der nationalsozialistischen Verfolgung, ist auf dem Schild nachzulesen. Im Volksmund nannte man ihn „den kleinen Schindler von Hemer“. Dr. Nuttebaum engagierte sich in den Jahren 1946 bis 1952 in der Hemeraner Stadtvertretung.

„Ich weiß noch, wie Eure Mutter mir nach der Ratssitzung bei ‘Majan’s’ verraten hat, dass der Beschluss gefasst worden ist, dass meinem Opa eine Straße gewidmet wird“, erzählte Peter Nuttebaum den Angehörigen der früheren Bürgermeisterin Doris Ebbing. Nuttebaum war der älteste Enkel des engagierten Arztes und war stellvertretend für seine Familie bei der Aufstellung des Straßenschildes zu Ehren seines Großvaters zugegen, an den er noch viele schöne Kindheitserinnerungen hat. Der Chirurg hatte neben seiner Stellung am Marienhospital eine eigene Arztpraxis betrieben und immer bis spät abends gearbeitet. „Viele ältere Semester haben ihn noch in guter Erinnerung“, weiß Nuttebaum. Sein Opa habe auch Menschen, die kein Geld hatten, selbstlos behandelt. Die Entscheidung für diese Ehrung war bereits 2009 getroffen worden, wie ihm damals bereits von Seiten der Stadt mitgeteilt worden war.

Emil Nensel erinnerte an Geschichte des Stalag VIa

Ein weiteres Schild in dem neuen Wohngebiet erinnert nach einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2014 außerdem an den früheren Heimatforscher Emil Nensel, der im Jahr 2011 gestorben ist. Das langjährige Vorstandsmitglied des Vereins für Hemeraner Zeitgeschichte war maßgeblich an der Aufarbeitung der Lagergeschichte des Stalag VIa beteiligt. Naheliegend, dass die nach ihm benannte Straße auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers liegt. Er war außerdem Friedensaktivist und Mitarbeiter der „action 365“.

Emil Nensel war zu Lebzeiten für sein großes Engagement bereits mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. „Das Geheimnis der Versöhnung heißt Erinnerung“, war sein Leitspruch.

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