Coronakrise

Familien können Kuren noch beenden

Gut Holmecke in Ihmert

Gut Holmecke in Ihmert

Foto: Ralf Engel / IKZ

Ihmert.  Nach dem Aufnahmestopp stellt die Kurklinik Gut Holmecke zum 8. April den Kurbetrieb in der Coronakrise ein.

Mit der Schließung öffentlicher Einrichtungen und der aktuellen Kontaktsperre spitzt sich die Lage in der Coronakrise auch für die Reha- und Kurkliniken zu. Nach verstärkten Hygienemaßnahmen und Besucherstopp hat die Univita-Kurklinik Gut Holmecke in der vergangenen Woche zeitgleich mit dem Landeserlass einen Aufnahmestopp verhängt. Die laufenden Mutter-Kind-Kuren können aber noch zu Ende geführt werden, das wurde am Montag entschieden. De facto ist die Kurklinik in Ihmert dann ab dem 8. April geschlossen.

„Die Phase ist für uns extrem turbulent“, bilanziert Univita-Geschäftsführer Dr. Clemens Ritter von Kempski den Schwebezustand der vergangenen Tage. Seit Montag vergangener Woche habe es einen fast täglichen Austausch mit allen relevanten Behörden gegeben, um zu klären, wie die Kurklinik auf die Coronagefahren reagieren soll. Als medizinischer Leistungsanbieter ist die Kurklinik nämlich an die Verträge mit den gesetzlichen Krankenversicherungen gebunden und kann nicht auf eigene Faust handeln. Am vergangenen Donnerstag wurde in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und der Bezirksregierung entschieden, keine weiteren Patienten aufzunehmen. Am kommenden Mittwoch hätten die nächsten Familien ihre dreiwöchige Kur auf Gut Holmecke antreten sollen. Sie erhielten eine Absage, ebenso die folgenden Kurgäste zunächst bis zum 19. April. Die genehmigten Kuren verfallen jedoch nicht. „Krankenkassen haben die Bewilligung bis Mitte nächsten Jahres zugesagt“, so Dr. Clemens Ritter von Kempski.

Im geschützten Bereichbestens versorgt

Ungeklärt war seit dem Aufnahmestopp jedoch der Umgang mit den Bestandspatienten. Am gestrigen Montag dann die Entscheidung: Die 60 Familien sollen ihre Kuren auf Gut Holmecke beenden. Jede Woche verabschieden sich 20 Familien, alle Maßnahmen laufen bis zum 8. April aus. Diese Entscheidung kann der Geschäftsführer und Arzt nur begrüßen: „Die Mütter sind bei uns in einem geschützten Bereich bestens versorgt und aufgehoben.“ Von Anfang an habe die Kurklinik extreme Vorsichtsmaßnahmen eingeführt. So seien die Patienten nicht nur vor Kurantritt detailliert befragt worden, sondern in einem geschützten Bereich vor der Aufnahme auf Krankheitssymptome untersucht worden. Auch bei Mitarbeitern werde täglich Fieber gemessen. Die umfangreichen Hygieneregeln für medizinische Einrichtungen seien selbstverständlich. „Natürlich bleibt ein Restrisiko – wie zu Hause oder im Supermarkt auch“, so Dr. Clemens Ritter von Kempski. Über die anstehende Schließung der Kurklinik werden die Mitarbeiter heute im Detail informiert. „Es ist wichtige Entscheidung für das Unternehmen und die Mitarbeiter“, so der Geschäftsführer: „Wir schließen ein ausgebuchtes Haus.“ Seit 20 Jahren betreibt Univita die Kurklinik.

Als Reservekrankenhauszur Verfügung gestellt

Für die Bewältigung der Coronakrise hat die Klinik Gut Holmecke als Reservekrankenhaus angeboten. Zwar könnten in Ihmert keine intensivmedizinischen Beatmungsplätze geschaffen werden, aber Patienten und hilfesuchende Familien aus der Region aufgenommen werden. Medizinisch, psychologisch und pädagogisch geschultes Personal stünde zur Verfügung – einschließlich gastronomischer Versorgung. Für die Beschäftigten wird die Schließung zum 8. April zunächst einmal Kurzarbeit bedeuten. Nicht davon betroffen sind die beiden Jugendhilfeeinrichtungen, die in gewohnter Form weiter laufen.

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