Schulen

Förderschulstandort vor dem Aus

Die ehemalige Pestalozzischule jetzt Brabeckschule Teilstandort Hemer

Die ehemalige Pestalozzischule jetzt Brabeckschule Teilstandort Hemer

Foto: Ralf Engel

Hemer/Kreis.   Der Kreis empfiehlt die Schließung der Brabeck-Förderschule in Hemer.

Das Aus für die Brabeck-Förderschule in Hemer könnte schon am 26. September besiegelt werden. Der Märkische Kreis empfiehlt dem Schul- und Sportausschuss mit der Übernahme der Trägerschaft die Schließung des Teilstandortes Hemer zum nächsten Schuljahr. Die aktuell über 80 Schüler aus Hemer, Menden und Balve müssten dann zur Iserlohner Brabeckschule, die zusammen mit Letmathe nur noch mit zwei Standorten künftig als gebundene Ganztagsschule geführt werden soll.

„Diese Alternative weist deutliche inhaltliche wie auch Kostenvorteile auf und bietet zudem sehr gute Unterrichtsbedingungen. Die laufenden jährlichen Kosten für Miete, Betriebskosten, Schülerbeförderung sowie Kosten für nichtlehrendes Personal liegen rund 165 000 Euro unter denen der Alternative mit drei Standorten. Nennenswerte Investitionen sind für den Märkischen Kreis in absehbarer Zeit nicht zu leisten“, begründet die Kreisverwaltung ihre Empfehlung.

Der Hemeraner Rat hatte sich bekanntlich für den Erhalt der Förderschule in Hemer und damit aller drei Schulstandorte ausgesprochen und erhebliche Investitionen in das Schulgebäude angekündigt. Der Zustand der ehemaligen Pestalozzischule an der Bergstraße ist das größte Problem.

Zustand des Schulgebäudes das größte Problem

„Das Hemeraner Schulgebäude lässt einen deutlichen Instandsetzungs bzw. Sanierungsbedarf erkennen und ist darüber hinaus für die Anzahl der dort beschulten Schülerinnen und Schüler zu klein. Insbesondere der Raum für die Mensa bietet so wenig Platz, dass dort in vier Schichten gegessen werden muss. Es fehlen zudem Fachräume, ein Versammlungsraum bzw. eine Aula und der Werkraum ist beengt und sehr schlecht ausgestattet. Auch die Betreuungsräume sind zu eng bemessen“, so der Kreis.

Die Stadt würde 1,7 Millionen Euro investieren und das renovierte Gebäude dann an den Kreis vermieten. Da der Umbau so umfangreich wäre, müssten die Schüler aber nach Ansicht des Kreises zeitweise ohnehin nach Iserlohn und dann wieder umziehen.

Der Hemeraner Schulausschuss hatte ein konkretes Mietangebot an den Kreis beschlossen. Hier könnte ein weiteres Problem liegen. Während die Stadt in Anbetracht der Millionenkosten einen Mietvertrag für die Dauer von 15 Jahren anstrebt, hält der Kreis wegen der unsicheren Entwicklung der Schülerzahlen maximal fünf Jahre für vertretbar.

Dem gegenüber seien die beiden Schulstandorte auf Iserlohner Stadtgebiet sowohl vom Gebäudezustand als auch von der Gebäudeausstattung her für die insgesamt 240 Schüler sehr positiv zu bewerten. Der Gebäudezustand war auch Ausschlusskriterium für den Vorschlag aus Menden, die ehemalige Hauptschule in Lendringsen zu nutzen.

Neben den Kosten sieht der Kreis in drei Standorten auch organisatorische und administrative Nachteile. In Hemer hatte sich die Schulleitung noch für drei Standorte ausgesprochen. In der Vorlage des Kreises heißt es, dass die Schulleitung eine Drei-Standort-Lösung für eine langfristige Planung nicht befürworte. Auch die untere Schulaufsicht hat sich demnach gegen drei Schulstandorte entschieden.

FDP: Bemühungen derPolitik kamen zu spät

Nun kommt es auf die politischen Mehrheiten an. Die Kreis-SPD hatte sich bereits für die drei Standorte ausgesprochen. Für die FDP äußerte sich Arne Hermann Stopsack: „Der Verwaltungsvorschlag des Märkischen Kreises war so vorherzusehen, nachdem unser Bürgermeister ohne Not und ohne politisches Mandat dem Landrat signalisiert hat, dass er kein Interesse an dieser Schule in Hemer habe. Die Bemühungen und Beschlüsse der Politik kamen letztlich zu spät. Die FDP in Hemer setzt sich weiterhin für den Standort ein.“

Es sei aus Hemeraner Sicht zu hoffen, dass sich auch die anderen Kreistagsfraktionen dem anschließen. Dann könnte die Schließung in Hemer noch verhindert werden. Der Kreistag entscheidet abschließend am 11. Oktober.

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