Konzert

Frenetischer Beifall für den „Messias“

Unter Leitung von Meike Pape gaben alle Mitwirkenden ihr Bestes.

Foto: Carmen Ahlers

Unter Leitung von Meike Pape gaben alle Mitwirkenden ihr Bestes. Foto: Carmen Ahlers

Hemer.   In zwei überzeugenden Konzerten hat die Martin-Luther-Kantorei das Oratorium „Der Messias“ von Georg Friedrich Händel aufgeführt. Das Publikum war begeistert.

Es stellt ein gewaltiges Vorhaben dar und ist immer eine Gleichung mit vielen Unbekannten, wenn ein Laienchor ein so großes Werk wie Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ erarbeitet und mit einem Profi-Orchester und -Solisten aufführt. Meike Pape, Kantorin der evangelischen Kirchengemeinde und unter anderem Leiterin der Martin-Luther-Kantorei, weiß allerdings was sie tut, und so konnten die zahlreichen Zuhörer eine prunkvolle Aufführung erleben.

Am Wochenende hatten Chor, Orchester, Gesang- und Instrumentalsolisten in die Ebbergkirche geladen und am Samstag und Sonntag vor nahezu ausverkauftem Haus das Ergebnis ihrer intensiven Arbeit vorgestellt. Inhaltlich thematisiert Händels Oratorium Geburt, Passion, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu mit Texten aus dem Alten und Neuen Testament.

Werk mit Eigenleben undvon großer Bekanntheit

Von der Konzeption her stellt das 1742 uraufgeführte Werk insofern eine Besonderheit dar, weil es Chor und Solisten fast gleichwertig behandelt und keine dramatische Anlage hat, wie für ein Oratorium damals üblich, sondern in Teil und Abschnitte gegliedert ist. Musikalisch hält sich Händel an die damals in England üblichen Hymnen und lehnt sich beim Aufbau der Arien an die italienische Herangehensweise zwar an, ohne sie jedoch komplett zu übernehmen.

„Der Messias“ war und ist also schon etwas Besonderes und vieles, wie die Arien „Das Volk, das da wandelt im Dunkeln“, „Warum denn rasen und toben…“, oder „Erwach, frohlocke, o Tochter“ und Chorstücke wie „Denn es ist uns ein Kind geboren“ oder „Halleluja“ haben in den Jahrhunderten ein Eigenleben entwickelt und es zur großen Bekanntheit gebracht.

Chor präsentiert sichdrei Stunden hellwach

Die Sängerinnen und Sänger der Martin-Luther-Kantorei präsentierten sich hellwach und das etwa drei Stunden lang. Sehr gute Einsätze, homogenen Stimmgruppen, ein glasklarer erster Sopran und ein mutig agierender Tenor bildeten eine solide Stütze des Chores und führten mit den anderen Stimmgruppen zu einem mitreißenden Chorgesang. Die Solisten (Uta Minzberg, Michaela Günther, Nils Giebelhausen, Stefan Grundwald) waren ebenfalls gut aufgelegt, sangen kultiviert mit einer sehr deutlichen Aussprache und wurden von dem sehr agilen und fein musizierenden Cölner Barockorchester aufs Beste begleitet. Das Publikum applaudierte nach Abschluss der Aufführung frenetisch. Es war eine gute Entscheidung, auf eine Zugabe zu verzichten. So konnte das „gewaltige Vorhaben“ für sich stehen und wirken.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik