Defibrillator

Frönsberger werden zu Lebensrettern

Im Beisein von Vertretern der Dorfgemeinschaft sowie Bürgermeister Michael Heilmann übergab Ehrhard Böger (4.v.r.) von der Pro-Hominibus-Stiftung Bickhoff den Defibrillator an Lothar Schneider (5.v.l.).

Foto: Annabell Jatzke

Im Beisein von Vertretern der Dorfgemeinschaft sowie Bürgermeister Michael Heilmann übergab Ehrhard Böger (4.v.r.) von der Pro-Hominibus-Stiftung Bickhoff den Defibrillator an Lothar Schneider (5.v.l.).

Frönsberg.   Auch in den abgelegenen Ortschaften im Süden Hemers steht ab sofort dank einer Spendenaktion ein Defibrillator zur Verfügung.

In einem Punkt waren sich alle Anwesenden im Dorfgemeinschaftshaus Ispei einig: „Es ist beruhigend, dass er da ist. Aber wir hoffen, dass er nie benötigt wird“. Die Rede ist dabei von dem automatischen, externen Defibrillator (AED), der am Sonntag im Rahmen einer kleinen Feierstunde an die Dorfgemeinschaft Frönsberg übergeben wurde.

Der plötzliche Herzstillstand ist eine der häufigsten Todesursachen. Noch immer sterben in Deutschland über 100 000 Menschen pro Jahr außerhalb von Krankenhäusern an Herzversagen. Auslöser ist häufig das Kammerflimmern. Durch diese Herzrhythmusstörung pumpt das Herz nicht mehr regelmäßig, sondern zuckt nur noch unkoordiniert. In einem solchen Fall hilft ein Defibrillator, die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich zu erhöhen, indem das Gerät durch Stromstöße die Herztätigkeit wieder in den normalen Rhythmus versetzt. Da das Gerät durch seine einfache, selbsterklärende Bedienbarkeit auch von Laienhelfern eingesetzt werden kann, geht im Notfall keine wertvolle Zeit verloren, bis Notarzt und Rettungsdienst eintreffen. So kann ein Defibrillator zum „Lebensretter“ werden.

Lange Anfahrtswegefür die Rettungskräfte

Das Gerät, das ab sofort außen am Dorfgemeinschaftshaus in Ispei hängt, ist ein Modell der neuesten Generation, das mit dem Bediener spricht, die Installation überprüft und selbsttätig eine Fehlbedienung verhindert sowie den Helfer durch die Reanimation führt.

Die sehr langen Anfahrtswege in die Frönsberger Ortsteile sorgen dafür, dass der Rettungsdienst nicht immer sofort vor Ort ist. So entstand die Idee, Spenden für die Anschaffung eines Defibrillators zu sammeln. Im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ wurde dazu eine Projektgruppe gegründet, die sich an die Spendenakquise begab. Sei es beim Feuerwehrfest, beim Schützenfest oder auch beim Maifrühschoppen innerhalb kürzester Zeit wurde Geld gesammelt.

Schließlich konnte der Defibrillator, der auch für geschultes Fachpersonal wie Notfallsanitäter oder Notärzte die Möglichkeit bietet, EKG-Kurven anzuzeigen, angeschafft werden. Das Gerät wird zukünftig auch für Einsätze der Löschgruppe Frönsberg genutzt, sei es als Eigenschutz für die Einsatzkräfte oder zur Patientenversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Da bei der Spendensammlung ein etwas höherer Betrag zusammengekommen ist als erwartet, und zudem die „Pro-Hominibus-Stiftung-Bickhoff“ ins Boot geholt wurde, konnten sogar noch ergänzende Utensilien wie beispielsweise eine Blutdruckmanschette, Reanimationssets, spezielle Kinderelektroden, ein Sauerstoffsättigungsmessgerät und ein Blutzuckermessgerät gekauft werden.

Bei der offiziellen Übergabe des Defibrillators dankte Löschzugführer Lothar Schneider, dem durch seine Tätigkeit als Feuerwehrmann und Rettungsassistent die Gefahren des plötzlichen Herztodes bekannt sind, auch den Sponsoren Firma Erwentraut, Firma GeDe Kugellagervertriebs GmbH, Schreinerei Hülter und Lingenberg sowie den Ortsvereinen. Außerdem galt Schneiders Dank Bürgermeister Michael Heilmann, der sich für die Kostenübernahme des alarmgesicherten und beheizten Spezialschrankes durch die Stadt Hemer eingesetzt hat. Politik und Verwaltung stellten sofort das Geld für dieses wichtige Projekt bereit. Somit können auch Wanderer und Besucher des Außengeländes am Dorfgemeinschaftshaus auf den Defibrillator zugreifen.

Reanimation undDefi-Einsatz geübt

Am Sonntagmorgen fand eine Einweisung der Löschgruppe Frönsberg mit ihren Familien während eines Übungsdienstes statt. Dabei wurden lebensrettende Sofortmaßnahmen und Reanimation aufgefrischt. Nachmittags war dann die Dorfgemeinschaft eingeladen. An verschiedenen Stationen konnte realitätsnah die Reanimation und die Bedienung eines Defibrillators geübt werden, so dass alle für den Notfall gewappnet sind.

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