Nikolaus

Für guten Zweck im Dauereinsatz

Nikolaus Emil Rumianek startet in seine 37. Saison

Nikolaus Emil Rumianek startet in seine 37. Saison

Foto: Ralf Engel / Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung

Hemer.  Nikolaus Emil startet in seine 37. Saison und möchte durch Spenden wieder die Inklusion und das Netzwerk Demenz unterstützen.

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Wo ist nur der Bischofsstab? Zehn Monate lang hat Nikolaus Emil den Krummstab nicht gebraucht, jetzt steckt er mitten in den Saisonvorbereitungen und sucht. Das rote Gewand und die Mitra liegen bereit, gut verwahrt war seit dem Weihnachtsfest 2018 auch der Bischofsstab – auf den ersten Blick zu gut. Er hat sich hinter der Tür der „Weihnachtskammer“ im Dachgeschoss versteckt. Mit seinem Auffinden ist die Ausstattung komplett, Emil Rumianek kann als bekanntester Nikolaus in der Region in seine 37. Saison starten und hofft auf viele Einsätze für den guten Zweck.

Dass aus dem ersten Auftritt vor 37 Jahren, damals noch im typisch roten Nikolausmantel und mit angeklebtem Bart, einmal eine der erfolgreichsten Benefizaktionen werden würde, hat der Ihmerter nicht nur ansatzweise geahnt. Aus eigener familiärer Erfahrung kannte Emil Rumianek die Probleme behinderter Kinder, wollte sich für die Integration einsetzen. Seither schlüpft er Jahr für Jahr im Dezember in die Rolle des Wohltäters und Freundes der Kinder und das mit solchem Erfolg, dass es für ihn im Advent bis einschließlich Heilig Abend alljährlich zu einem Full-Time-Job mit bis zu einem Dutzend Auftritten am Tag geworden ist.

Bischofsgewand undRauschebart – alles echt

Aus den bescheidenen Anfängen ist auch rein Äußerlich ein „echter Nikolaus“ geworden. Über den damaligen Pastor Bruno Chrascina aus der Pfarrgemeinde in Bredenbruch knüpfte er Kontakte zu einem Kloster in dessen Heimat Polen. In einer Behindertenwerkstatt des Klosters wurde das rote Bischofsgewand genäht. Seither ist auch der Rauschebart echt, der nach dem letzten Einsatz an Heiligabend abrasiert wird und dann wieder elf Monate lang Zeit hat, zu wachsen.

Die ehrenamtlichen Einsätze machen ihm einerseits viel Freude, andererseits bringen sie Geld für wohltätige Zwecke ein. Der Nikolaus besucht Familien, Firmen und Vereine und wird für seinen Einsatz mit Spenden belohnt. Über eine halbe Million Euro sind einschließlich der Sachspenden bislang zusammengekommen. Der Saisonrekord lag bislang bei 23.000 Mark. Im vergangenen Jahr wurden rund 6500 Euro gespendet. In einigen Familien wird die Tradition des Nikolausbesuches über Generationen gepflegt. Wichtige Unterstützung erhält Emil Rumianek aber auch durch Firmen und Vereine. So gibt es Unternehmen, die Geschenke traditionell unter den Mitarbeitern in einer Tombola verteilen, deren Erlös dann voll gespendet wird. Der erste Auftritt steht bereits am 30. November im Terminkalender, einer der letzten wird die Bescherung bei der Hemeraner Weihnacht im Sauerlandpark sein. Dazwischen nimmt Nikolaus Emil noch Termine unter 02372/80666 entgegen.

Der Großteil der Spenden ist wieder für die Inklusion in der Region bestimmt. „Vieles ist in den drei Jahrzehnten besser geworden, einiges ideell bewegt worden, aber spontane Hilfen werden immer notwendig sein“, weiß der Hemeraner, der sich auch im Verein „Gemeinsam leben, gemeinsam lernen“ und für die Felsenmeerschule engagiert hat. „Ich sehe aber nicht nur die Kinder, sondern auch die Alten“, hat der 76-Jährige seine Hilfe mittlerweile erweitert. So wird auch das Netzwerk Demenz unterstützt. „Ich bewundere deren Arbeit“, betont er. Auch nach 37 Berufsjahren denkt der 76-Jährige noch nicht an den Nikolaus-Ruhestand. „So lange ich kann, mache ich weiter“, hat er die 80 als vorsichtig gestecktes Ziel. Schön fände er es, wenn jemand in seine Fußstapfen treten würde, damit die Nikolaus-Tradition als Hilfe für Arme und Bedürftige erhalten bleibt.

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