Sozialausschuss

Gemeinsam an besten Lösungen arbeiten

307 Plätze gib es in den Hemeraner Altenheimen.

307 Plätze gib es in den Hemeraner Altenheimen.

Foto: Oliver Berg / dpa

Hemer.  Hemer wird älter, und damit steigt auch die Zahl der Pflegebedürftigen.

307 vollstationäre Pflegeplätze in vier Pflegeeinrichtungen, zwei Wohngruppen für außerklinische Intensivpflege, 28 Plätze in der Kurzzeitpflege – der Sozialausschuss der Stadt Hemer beschäftigte sich am Mittwoch mit der aktuellen Pflegesituation in Hemer und blickte nach vorn. Die SPD hat dieses Thema durch eine Anfrage auf die Tagesordnung gebracht. Zu Gast in der Sitzung war Ralf Kling vom Fachdienst Pflege des Märkischen Kreises, der deutlich machte, dass die demografische Entwicklung allgemein und auch in Hemer dazu führt, dass der Anteil älterer Menschen in der Stadt ständig zunimmt, ebenso der Anteil der Menschen, die pflegebedürftig sind.

Immer mehr Menschensind pflegebedürftig

Laut einer Statistik des Märkischen Kreises gab es im Dezember 2017 im Kreisgebiet 18.231 Pflegebedürftige, im Jahr 2015 waren es 14.796. Auffällig ist es, dass mehr pflegebedürftige Menschen zu Hause versorgt werden. Knapp 24 Prozent wurden 2017 stationär versorgt, zwei Jahre früher waren es noch über 28 Prozent. Durchschnittlich 136 Euro beträgt der Tagessatz für eine Unterbringung im Einzelzimmer bei Pflegegrad 5 in Hemer, in Iserlohn zum Vergleich liegt der Tagessatz bei 147,26 Euro. Das sind Zahlen vom Dezember 2019 aus dem Pflegeatlas MK. Regelmäßig alle zwei Wochen bietet der Kreis seine Pflegeberatung auch in Hemer an. „Das wird sehr gut angenommen“, so Ralf Kling. Er machte deutlich, dass die Bedeutung der kommunalen Steuerung und die Notwendigkeit der Gestaltung vor Ort wachse.

Pflegende Angehörigemehr unterstützen

Anke Strehl (SPD) machte deutlich, dass sie sich ein Umdenken bei der Politik wünsche, um für die Angehörigen einen größeren Reiz zu schaffen, ihr Familienmitglied zu Hause zu pflegen. Bisher gebe es nur so eine Art Anerkennung, aber keinen finanziellen Anreiz, sagte sie. Deutlich wurde in der Diskussion, dass eine der künftigen Herausforderungen der Ausbau der ambulanten Dienste sei.

„Wir wollen, dass alle so lange wie möglich in ihren Familien bleiben. Eine Entlastung der Angehörigen muss ein Ziel sein“, sagte Bürgermeister Michael Heilmann. Hinsichtlich der Ambulanten Dienste bedauerte Josef Muhs (GAH), dass die Pflegedienste „ähnlich wie Paketboten von einem Termin zum anderen hetzen.“

Wichtig sei es, so Kling, dass alle gemeinsam an Lösungen arbeiten, um auch in der Zukunft alle pflegebedürftigen Menschen egal in welcher Form gut versorgen zu können. Klar scheint zum jetzigen Zeitpunkt, dass es mehr vollstationäre Plätze geben muss. „Wenn mal ein Investor vorbeikommt, der eine stationäre Einrichtung bauen will, sollten Sie sich das zumindest mal anhören“, so der Mitarbeiter des Märkischen Kreises.

Viele Informationen zum Beispiel zu freien Plätzen in den Seniorenzentren gibt es in der App „Heimfinder Nordrhein-Westfalen“. Da kann man sich Einrichtungen und freie Plätze anzeigen lassen.

Verwaltung soll alle Möglichkeiten prüfen

Die SPD stellt im Nachgang der Sitzung den Antrag, dass die Verwaltung alle Möglichkeiten prüft, um die Pflegesituation weiter zu verbessern. Es sei zu begrüßen, wenn so viele Menschen wie möglich ambulant gepflegt werden, so die SPD.

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