Ausbildung

Glücklich über Ausbildung in der Mühle

SIHK Bildungsgeschäftsbereichsleiter Thomas Haensel, der Auszubildende Daniel Klemp und sein Ausbilder Johannes Alberts.

SIHK Bildungsgeschäftsbereichsleiter Thomas Haensel, der Auszubildende Daniel Klemp und sein Ausbilder Johannes Alberts.

Foto: Stina Drechsel

Hemer.  Für Auszubildende und Unternehmen fängt ein neues Kapitel an.

Im August und September fängt für viele junge Erwachsene eine aufregende Zeit im Leben an: die Ausbildung. Aber nicht nur für die Auszubildenden, sondern auch für einige Unternehmen beginnt in dieser Zeit ein neues Kapitel: und zwar für diejenigen, die zum allerersten Mal Ausbildungsplätze anbieten. Genau diese Unternehmen werden jedes Jahr von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) ausgezeichnet.

Zu diesen gehörte im Jahr 2018 auch die Sundwiger Mühle, die zu diesem Anlass am vergangenen Dienstag von Thomas Haensel und Oliver Heimann von der SIHK besucht wurde. Im vergangenen Jahr hat die Sundwiger Mühle den 22-jährigen Daniel Klemp als ersten Auszubildenden in den Betrieb aufgenommen und ihm somit eine gute berufliche Perspektive ermöglicht. Der Ausbildungsplatz von Daniel ist zwar selten, aber sehr interessant und umfangreich.

Ein Müller ist ein Verfahrenstechnologe

Offiziell wird die Ausbildung zum Müller als Ausbildung zum „Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Getreidewirtschaft“ bezeichnet. Daniel hat auf dem Berufskolleg des Märkischen Kreis sein Fachabitur erworben und bereits während der Schulzeit als Nebenjob in der Mühle gearbeitet, wodurch er die Sundwiger Firma und ihre Aufgabenfelder bereits kennengelernt hat. Zu diesen Aufgaben zählen unter anderem jede Menge handwerkliche Tätigkeiten, das Überprüfen von Maschinen, die Kontrolle von Produkten und die Lagerung. Dies lernt Daniel zum einen während der praktischen Arbeit in der Mühle und zum anderen im jeweils sechswöchigen Blockunterricht in der Schule. Da nur wenige Menschen die Ausbildung zum Müller absolvieren, findet der Theorieunterricht in einer Bundesfachklasse in Wittingen bei Celle (Niedersachsen) statt. Was Daniel an seiner Ausbildung besonders gut gefällt, ist, dass er in einem sehr kleinen Betrieb arbeitet, in dem die Arbeit noch handwerklich vonstatten geht. Viele seiner Klassenkameraden hingegen arbeiten in großen Betrieben, in denen inzwischen der Großteil der Arbeit durch Computer gesteuert wird. Daher ist Daniel froh, seine Ausbildung in der Sundwiger Mühle absolvieren zu dürfen.

Azubi führt die Abordnung der SIHK durch die Mühle

Nach dem ersten Lehrjahr kennt er sich inzwischen sehr gut in der Mühle aus, so dass er den Abgeordneten der SIHK dort sogar eine kleine Führung anbieten konnte. Zunächst stellte er den Mühlenladen, in welchem zahlreiche Produkte erworben werden können, und den Mühlenaufzug, der 1865 gebaut wurde und der trotz seiner so einfachen Konstruktion auch heute noch hervorragend funktioniert, vor. Anschließend zeigte er die verschiedenen Maschinen und erklärte die Produktionsschritte bei der Herstellung von Mehl. Ebenfalls stellte er den Weizenstuhl vor, der bereits seit 1930 in Betrieb ist, aber in der Mühle trotzdem als „Mercedes unter den Walzenstühlen“ bezeichnet wird. In diesem wird das Getreide gemahlen. Danach wurde der Sichter vorgestellt. In diesem wird das Mehl durch Schwingbewegungen aus dem Mahlgut herausgesiebt. Gröbere Bestandteile, wie z.B. Schrot oder Grieß, werden zurück auf die Walzenstühle geleitet. Dieser Vorgang wiederholt sich so lange, bis das Mehl vollständig von der Kleie, der Schale des Getreides, getrennt ist. In der Mehl-Mischmaschine wird das Mehl anschließend gesammelt und gemischt. Im Keller der Mühle demonstrierte Daniel außerdem die Wasserturbine, die die Haupttransmission, die Kraftzentrale der Mühle, antreibt, sowie den Untergraben, durch den das Wasser wieder zurück in den Sundwiger Bach geleitet wird.

Nach der informativen Führung konnten Daniel Klemp und sein Ausbilder Johannes Alberts die Urkunde der SIHK entgegennehmen, worüber sie sich sehr freuten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben