Feuerwehr

Großbrand bei der Feuerwehr schwelt weiter

Bürgermeister Michael Heilmann gratulierte Markus Heuel und Detlef Humbeck in der Ratssitzung  zur Ernennung

Bürgermeister Michael Heilmann gratulierte Markus Heuel und Detlef Humbeck in der Ratssitzung zur Ernennung

Foto: Ralf Engel

Hemer.   Einen Großbrand findet man in der Jahresstatistik der Feuerwehr nicht, aber es gibt tatsächlich einen Großbrand, den man mit Löschwasser nicht in den Griff bekommt – die Probleme in den eigenen Reihen und auch in der Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik.

64 Mal musste Hemers Feuerwehr im Jahr 2017 zu kleinen und mittleren Bränden ausrücken. Einen Großbrand findet man in der Jahresstatistik nicht, aber es gibt tatsächlich einen Großbrand, den man mit Löschwasser nicht in den Griff bekommt – die Probleme in den eigenen Reihen und auch in der Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik. Bei der Jahresdienstbesprechung der Blauröcke am Donnerstagabend auf der Feuer- und Rettungswache stieg erneut ordentlich Qualm auf, denn die Freiwillige Feuerwehr machte deutlich, was sie von der aktuellen Situation und unter anderem von der gerade noch im Rat erneut bestätigten Feuerwehrleitung hält. Manuel Bornfelder aus dem Führungskreis der ehrenamtlichen Feuerwehr hielt eine regelrechte Brandrede – allerdings war nicht eine einzige Führungskraft aus dem Rathaus, die für die Feuerwehr verantwortlich ist, bei dem Jahresabschluss dabei.

Empfinden geht ander Realität vorbei

Bezug nehmend auf die Haushaltsplanreden von CDU und SPD beklagte Bornfelder stellvertretend für die Freiwillige Wehr, dass sich das Empfinden der Politik, dass sich die Unruhe des vergangenen Jahres bei der Feuerwehr gelegt habe, hart an der Realität vorbeigehe. „Die Feuerwehrleute als unredliche Stimmungsmacher und Deppen abzustempeln, die den Sinn eines tatsächlich sinnfreien Sperrvermerks nicht verstanden haben sollen, ist schon ein starkes Stück“, betonte Bornfelder, „den Tadel, den Sie nun über uns gelegt haben, haben wir wirklich nicht verdient... wir hier in Hemer warten seit nunmehr acht Jahren auf, laut aktuellem Brandschutzbedarfsplan inzwischen zehn Fahrzeuge im Millionenwert, und da tadeln Sie uns als unredlich und empfindlich ab, wenn wir uns nach Jahren des Geduldens und Ausharrens wagen, in einer Ratssitzung einmal auf diese Missstände aufmerksam zu machen.“ Die Freiwillige Feuerwehr habe sich über die Reden von CDU und SPD geärgert, und zudem hätten diese Reden weh getan, aber man habe auch erkannt, dass Politik der Feuerwehr nichts Schlechtes will.

Ein „Feind“ alsgemeinsames Geschenk

Harte Worte Bornfelders gingen in Richtung der Feuerwehrleitung, als er ein „Friedensangebot“ machte und einen Feind „als gemeinsames Geschenk“ machte – die amtierende Wehrleitung und die Verwaltung in Form der Fachdienst-Leitung Feuerwehr. Die meisten Probleme seien hausgemacht, denn „man sei nicht in der Lage – trotz bereitgestellter Mittel – das Geld abzurufen und zweckentsprechend zu verwenden“. „Festzustellen ist, dass über mehrere Jahre unter der Federführung der Herren Heuel, Humbeck und Böckelmann kein einziges Fahrzeug beschafft und keine einzige Ausschreibung erfolgt ist“, erklärte Manuel Bornfelder, „bis wir den Druck im vergangenen Jahr erhöht haben“.

Gut sei Ende November die Aussage angekommen, die Ausschreibung in externe Hände zu geben, man habe eingesehen, dass man in den eigenen Reihen nicht über die nötigen Kompetenzen und Kapazitäten verfüge. Die Rolle rückwärts verbunden mit dem Abweichen von dieser Lösung sorgt für Unmut. „Die Kameradinnen und Kameraden kommen sich veralbert und vorgeführt vor“, so Bornfelder.

Feuerwehrchef Markus Heuel hatte in seinen Ausführungen ebenfalls deutlich gemacht, dass sich die Stimmung in der Feuerwehr keineswegs gebessert habe, sondern eher angespannter sei. „2018 muss daher der Weg gefunden werden, wie wir die Beschaffungen zeitnah und den Planungen entsprechend abgewickelt bekommen. Eine weitere Verzögerung kann der Feuerwehr nicht mehr zugemutet werden“, sagte er zu Beginn seines Jahresrückblicks.

Ihn und auch die Politik hatte die Rede der Freiwilligen Feuerwehr eiskalt erwischt. Im Gespräch mit unserer Zeitung räumte Markus Heuel ein, dass er als Feuerwehrchef im Rathaus mehr Druck hätte machen müssen. Als Begründung für das Nicht-Handeln nannte er „Überlastung“. „Der Output ist noch nicht da, wo er sein soll. Wir hätten diesem Thema mehr Bedeutung zukommen lassen müssen“, sagte Heuel.

Mit der Brandrede eiskalt erwischt

Der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Römer sah nach der Jahresdienstbesprechung am Donnerstagabend großen Informationsbedarf und nahm Kontakt zum urlaubenden Bürgermeister Michael Heilmann auf, in dem er unter anderem einen „runden Tisch“ anregte, um die Probleme anzugehen.

Nach der Stellungnahme der Freiwilligen Feuerwehr warnte Römer vor weiterer Eskalation und appellierte an alle Beteiligten, das konstruktive Gespräch miteinander in dieser Angelegenheit zu suchen.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik