Stadtbücherei

Große Mehrheit begrüßt „Stadtbücherei 4.0“

Beim Familienfest Klatsch befragte die Heimatzeitung Bürger zu den Plänen der Stadtbücherei.

Beim Familienfest Klatsch befragte die Heimatzeitung Bürger zu den Plänen der Stadtbücherei.

Foto: Ralf Engel

Hemer.   Viele Bürger informierten sich bei „Klatsch!“ über das Millionen-Projekt Stadtbücherei 4.0. 172 Fragebögen wurden ausgefüllt.

Begeistert hat die Mehrheit der Hemeraner die Umbaupläne für die Stadtbücherei der Zukunft aufgenommen. Während des Familienfestes „Klatsch!“ in der Innenstadt nutzten Hunderte Bürger die Gelegenheit, sich aus erster Hand und vor Ort über die Entwürfe zu informieren. „Wir wollen die Stadtbücherei attraktivieren und die Innenstadt beleben“, sagte der Erste Beigeordnete Christian Schweitzer über das Regionale-Projekt. Mit 172 ausgefüllten Fragebögen war auch die Resonanz auf die Umfrage der Heimatzeitung groß.

Für manche Hemeraner war es eine Zeitreise in die eigene Jugend: Nach Jahrzehnten betraten sie wieder das einstige Jugendzentrum, erinnerten sich an Billardtisch und Kinoraum und mussten doch erkennen, dass hinter der Backsteinfassade im Gebäudeinneren nicht mehr viel zu retten ist. In dem seit Jahren leer stehenden Gebäude ist der Sanierungsbedarf unverkennbar, wenn es denn die bisherigen Flächen der Stadtbücherei erweitern soll. Ganz anders sieht es nebenan aus, denn die unter Denkmalschutz stehende Stadtbücherei bietet Atmosphäre und hat Potenzial. Diese Entwicklungsmöglichkeiten hat die Dortmunder Architektin Eva Reber in ihrem Entwurf zusammengeführt. Die bisherige Fläche wird verdoppelt, die Verbindung zwischen beiden Gebäuden schafft ein großer Glasvorbau.

Büchereileiterin beantwortet viele Bürgerfragen

Büchereileiterin Gabriele Donath und weitere Rathausmitarbeiter freuten sich über die große Resonanz der Bürger, erläuterten die Pläne und beantworteten viele Fragen. „Historisch Bedeutsames bleibt erhalten“, betonte die Büchereileiterin, die auch insbesondere auf die neuen Bibliotheksbereiche und Raumaufteilung einging. „Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten“, sagte sie. Wem die Zeichnungen zu abstrakt waren, der konnte eine dreidimensionale Brille nutzen, die die geplante Außenansicht der „Stadtbücherei 4.0“ aus verschiedenen Perspektiven zeigte.

Ihre Meinung zum Projekt konnten die Bürger bei einer – nicht repräsentativen – Umfrage der Heimatzeitung kundtun. 159 Teilnehmer gefielen die Pläne, 13 Befragten nicht. Was gefiel Ihnen besonders? Einige Antworten: „offene, einladende, helle und leichte Fassade aus Glas“, „Mix aus Alt und Neu“, „Vergrößerung der Stadtbücherei“, „Neugestaltung des bisherigen unattraktiven Zwischenbaus“, „Charakter bleibt erhalten“, „Café, Lern- und Lehrraum, neuer Leseraum, Kleinkunstraum, Gamingbereich“.

Vom Außencafé bis zur E-Bike-Ladestation

Die Frage nach dem „was fehlt!“ bezogen Bürger offenbar nicht nur auf die neuen Pläne, sondern auch auf den Ist-Zustand. Einige der Antworten: „Barrierefreiheit“, „Freitreppe und Balkon werden leider entfernt, die Optik der alten Bücherei geht leider verloren“, „farbliche Akzente“, Terrasse hinten raus, Außencafé, Sitzgruppe“, „Politik sollte sich erst um andere Projekte, die schon länger brach liegen, kümmern, „Fahrradständer und E-Bike-Ladestation“, „keine solche Notlösung“. Kritisch wird aber auch angemerkt, dass die Altehrwürdigkeit des Gebäudes durch Glas zerstört wird, es keinen Respekt vor alter Architekturkunst gebe. 153 Bürger wünschen sich ein attraktiveres Parkgelände rund um die Bücherei, inklusive Lesegarten, 14 antworteten mit Nein.

Geteilt sind die Meinungen zu einer reinen Fußgängerzone zwischen Steinert und Poststraße. 84 Bürger befürworten sie, 70 sind dagegen. Lang ist die Liste zu fehlenden Angeboten in der Innenstadt: Einige Beispiele: Spielplätze, Gemütlichkeit, funktionierendes Jugendzentrum, öffentliche Uhr, mehr Geschäfte, gehobene Gastronomie, Kino, attraktives Parkgelände, mehr Bänke, mehr Feste, Überwachungskameras gegen Vandalismus, bessere Parkmöglichkeiten und Kleinkunstraum. In dem neuen Stadtfest „Klatsch!“ sehen 159 Bürger einen Gewinn für die Innenstadt, 9 nicht.

Die Ergebnisse der Bürgerbefragung sollen auch in die Bewerbung für die Regionale 2025 einfließen. Ob aus dem Sieben-Millionen-Euro-Projekt etwas wird, hängt entscheidend von Fördermitteln ab. Der Kulturausschuss hat die Verwaltung beauftragt, das Projekt für die Regionale anzumelden.

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