Großeinsatz

Große Mengen Sprengstoff erschüttern Westig

Die Explosion von Sprengstoff führte in Westig zu einem Großeinsatz für Polizei und Feuerwehr.

Die Explosion von Sprengstoff führte in Westig zu einem Großeinsatz für Polizei und Feuerwehr.

Foto: Ralf Engel

Hemer/Kreis.   Drei Detonationen in Westig lösen einen Großeinsatz für 100 Retter aus. Spezialisten bringen die Funde kontrolliert zur Explosion.

Drei gewaltige Explosionen haben am Dienstagmittag Westig erschüttert, am Abend folgten fünf weitere: Dazwischen lagen über sieben Stunden Großeinsatz für rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten. Spezialisten des Landeskriminalamtes gelang es, vor Ort große Mengen Sprengstoff kontrolliert zur Explosion zu bringen. Der hochbrisante Fund in einem Gartenhaus hätte für die Anwohner am Glüsingweg katastrophale Folgen haben können. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Anwohner müssen ihreHäuser verlassen

Es ist 12.15 Uhr, als mehrere Notrufe von Anwohnern bei Polizei und Feuerwehr eingehen. Sie berichten von drei heftigen Detonationen. Über dem Glüsingweg steigt eine Rauchwolke auf. Die ersten Einsatzkräfte vor Ort löschen Glutreste in einer am Waldrand gelegenen Gartenhütte eines Einfamilienhauses. Zwei Außenwände der Hütte und den angrenzenden Zaun haben die Explosionen zerstört. Mit einer Wärmebildkamera wird nach Verletzten im Umkreis gesucht, jedoch ohne Fund. Als die Feuerwehrleute weitere Sprengkörper entdecken, ziehen sie sich zurück und lösen Großalarm aus.

13 Uhr: Feuerwehr und Polizei evakuieren die direkten Anlieger. Die ältere Hausbesitzerin ist völlig entsetzt. „Bei mir hat das ganze Haus gewackelt“, sagt sie. Von Sprengstoff in ihrem Gartenhaus wisse sie gar nichts. Die Anwohner kommen bei Nachbarn unter. Für die nächsten sieben Stunden werden sie voller Sorgen und Ungewissheit dort bleiben müssen.

Landeskriminalamt übernimmt Entschärfung

Die Feuerwehr schickt Fotos von den Sprengstoff-Funden an das Landeskriminalamt. Spezialisten machen sich sofort auf den Weg nach Hemer. Die Löschzüge Mitte und Nord verstärken die Einsatzkräfte. Es beginnt ein nervenaufreibendes Warten auf die Sprengstoffspezialisten.

15.20 Uhr: Der Lastwagen des Landeskriminalamtes zur Bombenentschärfung trifft in Hemer ein. Die Sprengstoffspezialisten bestätigen schnell die schlimmsten Befürchtungen. In drei Kisten lagern gefährlich große Mengen Sprengmittel. Sie sollen großen Böllern gleichen. Über das Sprengmittel macht die Polizei keine Angaben.

16 Uhr: Feuerwehr-Einsatzleiter Andreas Schulte und Kreisbrandmeister Michael Kling treffen Vorbereitungen zur Evakuierung der Umgebung. Weitere Einsatzkräfte treffen in Westig ein. Der Einsatzleitcontainer der Feuerwehr Iserlohn wird aufgebaut. An der Feuerwache warten weitere Einsatzkräfte von Feuerwehr, DRK und Johannitern. Die Hundestaffel der Feuerwehr Iserlohn geht in Bereitschaft. Für die Unterbringung der Anwohner steht der Evakuierungsbus der MVG bereit.

17 Uhr: Das Entschärfungskommando entscheidet, den Fund vor Ort kontrolliert zu sprengen. Ein Transport wäre zu gefährlich. Ein ein Meter tiefes Loch wird ausgehoben, Sand herangeschafft. Die große Menge an Sprengstoff macht fünf kontrollierte Detonationen notwendig. Rettungswagen und Notärzte auch aus den Nachbarstädten stehen am Glüsingweg bereit.

18.30 Uhr: Die erste Sprengung erschüttert die Häuser rund um den Fundort und verdeutlicht, welch gewaltige Sprengkraft in dem Gartenhaus gelagert war. Vier weitere Detonationen folgen.

Keine weiteren Sprengmittel bei Durchsuchung gefunden

19.45 Uhr: Polizei und Feuerwehr geben Entwarnung auch über die Katastrophenschutz-App NINA. Personen wurden nicht verletzt. Nur das Gartenhaus wurde beschädigt. Für die Kriminalpolizei beginnen nun die Ermittlungen. Woher der Sprengstoff stammt, und wer ihn in dem alten Gartenhaus eingelagert hat, ist noch völlig offen. Das Wohnhaus wurde durchsucht, dort fand die Polizei keine weiteren Sprengmittel.

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