Wirtschaft

Große Suche nach neuen Flächen für Firmen

Die Flächen rund um Landhausen werden bislang landwirtschaftlich genutzt. Westlich der Bebauung wird ein Gewerbegebiet geprüft.

Foto: Hans Blossey

Die Flächen rund um Landhausen werden bislang landwirtschaftlich genutzt. Westlich der Bebauung wird ein Gewerbegebiet geprüft.

Hemer.   Der Rat stimmt dem kreisweiten Gewerbe- und Industrieflächenkonzept zu. Suchräume gibt es auf dem Duloh, in Landhausen und Deilinghofen.

Reserveflächen werden knapp, Betriebserweiterung am Standort sind oft nicht möglich: Wo können sich in den nächsten Jahrzehnten im Stadtgebiet noch Unternehmen ansiedeln? Diese schwierige Frage muss die Stadt für viele örtliche und überregionale Planungen, unter anderem für den Regionalplan und den Flächennutzungsplan beantworten. Drei mögliche Flächen hat ein kreisweites Gutachten ausgeguckt: Rund 55 Hektar auf der Stadtgrenze Iserlohn/ Hemer in Landhausen, 47 Hektar interkommunal auf dem Duloh und 13 Hektar in Deilinghofen. Der Rat hat am Dienstag dem Gewerbe- und Industrieflächenkonzept für den Märkischen Kreis zugestimmt.

Die umfangreiche Untersuchung war im Auftrag des Kreises und der Südwestfälischen Industrie und Handelskammer (SIHK) von einen Fachbüro erarbeitet worden und dokumentiert die vorhandenen Gewerbeflächen im gesamten Kreisgebiet sowie weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Die Zustimmung des Rates bezieht sich insbesondere auf die Entwicklungsflächen auf dem Gebiet der Stadt, aber auch darauf, dass das Konzept als Beitrag für die Neuaufstellung des Regionalplans durch die Bezirksregierung dienen soll.

„Insgesamt ist festzustellen, dass die Ausweisung neuer Gewerbe- und Industrieflächen aufgrund der häufig vorzufindenden topographischen Beschränkungen, aber auch der planungs- und umweltfachlichen Gegebenheiten mit erheblichen Herausforderungen verbunden ist“, so die Stadt.

Die Verwaltung spricht von „Suchräumen“, denn beschlossen ist noch lange nichts. „Es ist eine zukünftige Entwicklung, die möglich ist“, sagte der Technische Beigeordnete Christian Schweitzer im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr. Die Suche nach zukünftigen Gewerbeflächen habe eine hohe städtebauliche Relevanz und sei eine Ernst zu nehmenden Herausforderung.

Regionalplan für städtische Planung vorziehen

Das allein scheint der FDP nicht ausreichend zu sein. Für die Liberalen stellte Andrea Lipproß im Rat den Antrag, dass es Ziel der Stadt Hemer sein müsse, die Konzeptergebnisse auch schon im bereits laufenden Verfahren zur Aufstellung eines Flächennutzungsplans bis zum Jahr 2020 zu berücksichtigen und umzusetzen. Deshalb solle der Hemeraner Rat darum bitten, dass Bezirksregierung und Regionalrat die Hemer betreffenden Teilbereiche im Regionalplanverfahren vorzuziehen. Das gelte auch für die zusammen mit der Stadt Iserlohn geplanten Gewerbegebiete auf dem Duloh und in Landhausen.

„Wir haben sonst die Befürchtung, dass das Konzept wieder in irgendeiner Schublade verschwindet“, argumentierte Andrea Lipproß und stieß dabei offenbar auf viele offene Ohren, denn der Rat stimmte dem Konzept inklusive des FDP-Antrages mit großer Mehrheit zu. Lediglich die beiden GAH-Ratsmitglieder Antje Bötcher von Larcher und Sikku Jacobsen stimmten mit Nein. Die Grüne Alternative sieht die Ausweisung neuer Gewerbegebiete grundsätzlich kritisch, solange die vorhandenen Flächen nicht sämtlich genutzt sind.

GAH kritisiert weiterenFlächenverbrauch

Auch im Fachausschuss hatte Josef Muhs – in der Ratssitzung fehlte er wegen Krankheit – bereits Kritik am Flächenverbrauch geübt: „Es geht um unglaublich riesige Flächen. In Deutschland werden 100 Hektar jeden Tag für Industrie verbraten.“ Nicht nutzbare Gewerbeflächen in Deilinghofen, Westig und an der Edelburg sollten der Natur zurückgegeben werden.

„Gewerbegebiete zu erschließen dauert Jahre, wenn nicht Jahrzehnte“, betonte Inge Blask (SPD). Es sei gar nicht absehbar, ob die Stadt sie brauche. Auch Wolfgang Römer verwies im Ausschuss auf eine Vorplanung: „Es weiß kein Mensch, was an geeigneten Flächen übrig bleibt.“

Das Konzept bildet nun die Grundlage für weitere Untersuchungen für den Regionalplan und den Flächennutzungsplan. Bei der Konkretisierung sind dann auch umfangreiche Bürgerbeteiligungen vorgeschrieben. Ziel ist es, beide Pläne bis 2020 zu erstellen.

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