Grün in der Stadt

Großeinsatz für junges Grün an den Straßen

Als dritte Mannschaft nach den Fräsern und der Bagger-Crew sind die Baumpflanzer an der Reihe. Sie setzen die junge Platane den Platz ihrer Vorgängerin, verlegen ein Stück Drainagerohr zur späteren Bewässerung, verfüllen das Pflanzloch und fahren dann zur nächsten Pflanzstelle.

Foto: Reinhard Köster

Als dritte Mannschaft nach den Fräsern und der Bagger-Crew sind die Baumpflanzer an der Reihe. Sie setzen die junge Platane den Platz ihrer Vorgängerin, verlegen ein Stück Drainagerohr zur späteren Bewässerung, verfüllen das Pflanzloch und fahren dann zur nächsten Pflanzstelle. Foto: Reinhard Köster

Hemer/Iserlohn.   Der Märkischer Stadtbetrieb pflanzt derzeit 122 junge Bäume in Hemer, Iserlohn und Letmathe. Sie ersetzen Exemplare, die in den vergangenen beiden Jahren gefällt werden mussten.

Bäume im Stadtgebiet sind nicht nur attraktiv, sondern sorgen auch für saubere Luft und in der heißen Jahreszeit für willkommenen Schatten. Kurz: Bäume bedeuten ein Stück Lebensqualität. Und um das Wohlergehen des städtischen Grüns kümmert sich in Hemer und Iserlohn der Märkische Stadtbetrieb (SIH). Dabei ist es auch immer wieder der Fall, dass Straßenbäume gefällt werden müssen, weil sie krank oder beschädigt sind. In der Regel wird jeder gefällte Baum aber durch einen neuen ersetzt – etwa 50 bis 60 Exemplare pro Jahr. Weil die Neupflanzungen in der vergangenen Wintersaison aus verschiedenen Gründen nicht erledigt werden konnten, sind es nun sogar 122 Bäume, die in diesen Tagen in Hemer, Iserlohn und Letmathe in die Erde gesetzt werden.

Überreste des alten Baumes werden zu Nährstoff

Wobei in fast allen Fällen zunächst ein Hindernis beseitigt werden muss – der Stumpf des Vorgängers. Diese Wurzelstämme auszugraben, ist in Städten nahezu unmöglich, würde gewaltige Krater hinterlassen. Deshalb werden die Stümpfe mit einem Spezialgerät weggefräst. 80 PS verwandeln massives Holz in kurzer Zeit in winzige Späne und sorgen so für ein Pflanzloch, in dem der neue Baum problemlos anwachsen und langfristig gedeihen kann. „Die Reste des Stumpfes, die langsam im Boden verrotten, sind sogar willkommener Nähstoff für den neuen Baum“, erläutert Hartmut Sonderhüsken, für die Grünpflege zuständiger Bereichsleiter des SIH.

Ein 15-köpfiger Trupp ist derzeit zunächst in Hemer dann in Iserlohn und Letmathe unterwegs – aufgeteilt in vier Teams. Die erste Gruppe fräst die Stümpfe weg, die zweite hebt das Pflanzloch aus, wobei auch eine kleine Baggerschaufel eingesetzt wird und legt frischen Mutterboden bereit. Wenig später fährt dann ein Lkw mit den jungen Bäumen vor und Gruppe drei setzt einen davon in den Boden, verfüllt das Loch, bevor schließlich am Ende die vierte Mannschaft die hölzernen Baumpfähle in den Boden rammt, die den noch dünnen Stämmen Halt geben. Auf diese Weise sind am Mittwoch zum Beispiel allein an der Bräuckerstraße 22 Felsenbirnen gepflanzt worden, die die im vergangenen Jahr gefällten Kugelahorne ersetzen, die sich durch ihren Breitwuchs als denkbar ungeeignet für den engen Straßenraum dort erwiesen haben.

Pflanzzeit ist auf die kalte Jahreszeit beschränkt

Die Pflanzzeit für Bäume ist begrenzt. Sie beginnt nachdem im Herbst die Blätter gefallen sind und endet mit dem Austrieb frischen Grüns im zeitigen Frühjahr. Deshalb brauchen die Leute des SIH einen wichtigen Verbündeten, um die Aufgabe der anstehenden 122 Pflanzungen bewältigen zu können – das Wetter. Hartmut Sonderhüsken: „Wir können nur deshalb so viele Leute einsetzen, weil derzeit Schnee und Frost ausbleiben. Wenn wir räumen und streuen müssten, könnten wir keine Bäume pflanzen.“ Der Winterdienst, wenn er denn nötig ist, duldet eben keinerlei Aufschub.

Doch auch im Sommer werden die neuen Bäume noch reichlich Arbeit machen. Denn mindestens im ersten Jahr, je nach Standort auch noch im zweiten, müssen die jungen Bäume im Sommer regelmäßig gewässert werden. Zu diesem Zweck wird beim Pflanzen gleich ein Drainagerohr verlegt.

In der Regel wird die Baumart bei Neupflanzungen nicht geändert, wenn nicht – wie im Fall der Bräuckerstraße – gravierende Gründe vorliegen. So wurde gestern an der unteren Parkstraße die dortige Allee wieder mit zwei Platanen aufgefüllt, weiter oben hingegen wurde ein Birke gesetzt, weil diese dort in die „Nachbarschaft“ passt.

Mammutbaum für den Park von Haus Letmathe

Natürlich achten Hartmut Sonderhüsken und SIH-Gärtnermeister Tim Osterhaus bei der auf Nachhaltigkeit und wählen keine Art, die akut durch grassierende Krankheiten bedroht ist. Sonderhüsken: „Wir werden zurzeit sicher keine Esche pflanzen.“ Ansonsten ist Vielfalt angesagt: von Kastanien über Kaiserlinden, Tulpenbäumen, Eichen, Ginkgo-Bäumen, Hartriegel, Zierkirschen, Feld-, Rot- und Spitzahorne, Magnolien und viele mehr bis hin zu einem Mammutbaum, der im Park von Haus Letmathe seinen Platz finden wird.

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