Abriss

Großes Loch in Bollweg-Fassade gerissen

Eine Haushälfte ist nahezu verschwunden und gibt den Blick auf das Rathaus frei

Eine Haushälfte ist nahezu verschwunden und gibt den Blick auf das Rathaus frei

Foto: Foto: Ralf Engel / Iserlohner Kreisanzeiger

Hemer.  Die Abrissarbeiten am Haus Bollweg werden nach einwöchigem Stillstand fortgesetzt.

Es ist mehr als eine Woche her, dass die äußeren Abrissarbeiten am Haus Bollweg begonnen haben. Viel verändert hat sich in der vergangenen Woche jedoch nicht. Ein Krankheitsfall bei der beauftragten Firma Wiedenbruch Diamanttechnik hat für den kurzzeitigen Baustopp gesorgt. Auch zu Wochenbeginn ruhten die Arbeiten noch.

„Für so einen großen Bagger muss man erst einmal einen Fahrer finden“, kommentiert Bauherr Georg Verfuß den Baustopp. Seit Mitte der vergangenen Woche stand der 35-Tonnen-Bagger am rund 200 Jahre alten Haus still. Der Großteil der bisherigen Abrissarbeiten hatte bereits am Montag vor einer Woche stattgefunden.

Der Bagger riss ein großes Loch an Fassade des zum Hademareplatz abgewendeten Teil des Hauses. Der zweite Stock des Hauses wurde bis zum Dach aufgerissen. Auch das Nebengebäude, der ehemalige Ziegenstall des historischen Hauses ist restlos entfernt worden. Der Bauschutt – sauber getrennt vom Holz der Fensterläden – liegt vor dem hinteren Teil des Hauses, zusammen mit einem Einkaufswagen. Seit gestern nun können die Abrissarbeiten fortgesetzt werden. Die erste Dachhälfte ist verschwunden.

Bisher plant Georg Verfuß, Seniorenwohnungen auf dem abgerissenen Grundstück zu errichten. Die Vorderfront des Hauses soll zudem für die gewerbliche Nutzung frei sein. Verfuß stellt sich dabei eine Gastronomie vor mit einem Außenbereich mit Stühlen und Tischen am Hademareplatz. Wie es genau aussehen soll, weiß der Bauherr noch nicht. „Das soll aber kein typischer Neubau sein mit Stahl und Beton und einem Glasdach“, erklärt Georg Verfuß. Ihm und den für den Bebauungsplan verantwortlichen Mitarbeiter der Stadt sei es wichtig, dass sich die neuen Wohnungen an die Gebäude in der Umgebung anpassen. Es soll also nicht zu modern aussehen. Vermutlich werde das Gebäude ein Satteldach und kein Flachdach erhalten. Aber das sei von der späteren Planung abhängig. „Wir sind in Abstimmung mit allen Beteiligten“, sagt Verfuß. Die Architekten der Firma Verfuß seien mit den Entwürfen beschäftigt. Die Bauarbeiten am späteren Haus soll ebenfalls durch das Bauunternehmen erfolgen. Bis die neue Bebauung anfängt, wird aber noch viel Zeit vergehen.

Baurecht könnte Anfang 2021geschaffen sein

Voraussichtlich im Sommer berät der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt den Aufstellungsbeschluss für die neue Bebauung. Ende 2020/Anfang 2021 könnte mit dem Planentwurf Baurecht geschaffen werden. Verfuß schätzt, dass es dann noch rund eineinhalb Jahre dauern könnte, bis das Gebäude steht.

Wie berichtet, soll aber nach dem Abriss keine „leere Baugrube“ mitten in der Stadt entstehen. Der Keller soll erst mal nicht abgerissen werden. Ein Zaum soll um das Grundstück errichtet werden, das mit „schönen Bildern“ aus Hemer und Informationen über die neue Bebauung bestückt werden soll.

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