Digitalisierung

Grundschulen kämpfen mit lahmen Internet

Die Oesetalschule ist die einzige der acht Grundschulen, die einen Internetanschluss von 100 Mbit/s aufweist.  Das soll sich in den kommenden Jahren ändern.

Die Oesetalschule ist die einzige der acht Grundschulen, die einen Internetanschluss von 100 Mbit/s aufweist. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern.

Foto: Michael May

Hemer.  Sieben der acht Einrichtungen haben eine Anbindung von 16 Mbit/s. Digitalisierungskonzept soll Fortschritt bringen.

Vor allem an den Grundschulen fehlt es, so eine Umfrage der ARD, an einer schnellen Verbindung zum Internet und an technischen Lern- und Lehrmitteln wie Tablets oder Beamer. Zeitgemäßer Unterricht, der wirklich der Lebenswelt der Schüler entspricht, ist somit kaum oder nur schwer möglich. Auch der Löwenanteil der Hemeraner Grundschulen hat mit langsamen Internet zu kämpfen. Dies soll sich in den nächsten Jahren aber verbessern, wie das Digitalisierungskonzept für die Hemeraner Schulen verspricht.

Sechs Schulen warten zwei Jahre auf besseres Internet

Laut der Bestandsaufnahme zum Digitalisierungskonzept sind viele Grundschulen nicht gerade modern ausgestattet. Sieben der acht Grundschulen haben einen Internetanschluss von 16 Mbit/s. Einzig die Oesetalschule kennt mit einem 100 Mit/s-Anschluss ein wenig bessere Bedingungen. „Es ist unstrittig, dass die Anforderungen an die Breitbandanschlüsse und damit der Bedarf an hohen Datenübertragungsraten deutlich wachsen werden“, heißt es im Digitalisierungskonzept. Wie Gespräche mit verschiedenen Grundschulrektoren ergaben, hat mindestens eine Hemeraner Grundschule weder W-Lan noch Tablets. Die drei weiterführenden Schulen haben immerhin einen Anschluss von 400 Mbit/s.

Aber genau das soll sich in den nächsten Jahren ändern, wobei einige Grundschulen länger auf die Modernisierung warten müssen als andere. „Manche Dinge brauchen halt ihre Zeit“, erklärt Ute Baecker, Leiterin des Fachdienstes Schule und Sport. Grundlage für die Finanzierung sind Fördermittel von Bundes- und Landesprogrammen.

Die Diesterwegschule sowie die drei weiterführenden Schulen sollen durch den sogenannten 6. Call der Bundesregierung und der Telekommunikationsunternehmen einen Breitbandanschluss erhalten und können somit mit deutlich höheren Internetgeschwindigkeiten rechnen. Wann aber das mit dem „6. Call“ verbundene Förderprogramm durch den Märkischen Kreis nun aber seine Wirkung zeigen soll, ist noch nicht bekannt.

Die Grundschule Ihmert profitiert dagegen von der geplanten Verlegung von Glasfaserkabeln in die Gewerbegebiete im Bereich Ihmert/Bredenbruch (wir berichteten). Im Frühjahr 2020 könne laut Digitalisierungskonzept voraussichtlich mit einem Anschluss der Ihmerter Schule gerechnet werden.

Erst einmal auf der Strecke bleiben die sechs übrigen Grundschulen. Aber auch dafür hat die Stadt gemeinschaftlich mit anderen Städten und Gemeinden einen Förderantrag an die Bezirksregierung Arnsberg gestellt. Das wird allerdings noch eine Weile dauern. Der Fachdienst Schule und Sport rechnet damit, dass die sechs Schulen in etwa zwei Jahren eine Breitbandanbindung erhalten.

Tablets und W-Lan durch Digitalpakt Schule?

In Vorbereitung sind Anträge zu Fördermitteln aus dem Digitalpakt Schule von Bund und Land. Bis 2024 stehen der Stadt dafür laut Digitalisierungskonzept Mittel in Höhe rund 1,054 Millionen Euro zur Verfügung. Die Grundschulen seien, so Ute Baecker, nun damit beschäftigt, die erforderlichen technisch-pädagogischen Konzepte zu erstellen. Somit könnten Tablets, W-Lan oder Apple-TV-Geräte, womit Audio- und Videodaten auf einen Fernseher übertragen werden können, künftig Teil des Schulalltags werden. „Im nächsten Jahr wollen wir möglichst schnell die Förderanträge stellen“, erklärt Ute Baecker. Der Schulträger, also die Stadt, müsse sich mit 10 Prozent an den Kosten beteiligen.

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