Filmpreis

Hemeraner Kurzfilm holt den Publikumspreis

Im Admiralspalast in Berlin  fand die Preisverleigung statt.

Foto: BrauerPhotos / O.Walterscheid

Im Admiralspalast in Berlin fand die Preisverleigung statt. Foto: BrauerPhotos / O.Walterscheid

Hemer/Berlin.   Markus Baumeister und Daniel Pütz nehmen beim „99Fire-Films-Award“ den Publikumspreis entgegen.

Ein Hemeraner Filmemacher hat beim „99Fire-Films-Award“ – dem größten Kurzfilmwettbewerb der Welt – den begehrten Publikumspreis gewonnen: Markus Baumeister konnte am Mittwochabend im Berliner Admiralspalast zusammen mit dem Balver Mediengestalter Daniel Pütz die Trophäe in Empfang nehmen. Wichtiger als das Preisgeld von 999 Euro ist beiden die Ehre.

Markus Baumeister lebt seit sechs Jahren in Hemer, ist gelernter Mediengestalter und produziert Werbefilme (daszeichen.de). Zum dritten Mal hat er sich der besonderen Herausforderung für Filmemacher gestellt. Bei diesem Kurzfilmwettbewerb arbeiten die Teilnehmer nämlich unter großem Zeitdruck gegen die Uhr: Sie haben von der Vergabe des Themas bis zur Fertigstellung eines 99-sekündigen Films genau 99 Stunden Zeit. „Es gab gar nichts, alles musste entwickelt werden“, sagt der 33-jährige Hemeraner.

99 Sekunden mussten in99 Stunden gedreht sein

Das diesjährige Thema lautete angepasst an den Hauptsponsor, dessen Produkt auch auftauchen musste, „Ich liebe es“, was für einige öffentliche und auch filmische Kritik gesorgt hat. Gesucht wurden ein „motivierendes und inspirierendes Video, eine durchgeknallte Story“. Den ersten Tag mitsamt der Nacht brauchten Baumeister und Pütz komplett für die Ideenentwicklung. „Die erste Idee war etwas Romantisches rund um das Wort Liebe, beim Herumalbern ist dann das jetzige Drehbuch entstanden“, berichtet der Werbefilmer.

Herausgekommen sind schließlich 99 amüsante und schlüpfrige Sekunden unter dem zweideutigen Titel „Blow“. Mit Angelo Fabio aus Wuppertal und Laura Piekenäcker aus Mülheim konnten zwei erstklassige Schauspieler verpflichtet werden, den Bombenbastler spielt Dirk Herberg aus dem Freundeskreis. Während der Mann beim 99-sekündigen Countdown gefesselt an eine Bombe nur „das Eine“ im Kopf hat, träumt sie von New York. „Es sollte eine Szene mit einem Augenzwinkern sein, weder erotisch noch anstößig“, sagt Markus Baumeister. Manche werden sie gerade in der aktuellen Diskussion dennoch als sexistisch ansehen.

Der Jury gefiel der Kurzfilm, denn aus 3121 Einsendungen kam er ins Finale der besten 99. Die Internetabstimmung brachte schließlich den Titelgewinn. „Es hat uns definitiv überrascht“, freut sich Markus Baumeister. Zum Jurytitel reichte es allerdings nicht. „Ein Film mit unserer Thematik hätte wohl nie eine Chance gehabt“, vermutet der Hemeraner. Zusammen mit Daniel Pütz reiste er nach Berlin, um am Mittwochabend am Rande der Berlinale den Preis in Empfang zunehmen. Das zehnte Kurzfilmfestival wurde besonders aufwändig inszeniert.

Matthias Schweighöfer inJury des Wettbewerbs

Auf dem roten Teppich trafen sie die prominente Jury, der in diesem Jahr unter anderem die Schauspieler Matthias Schweighöfer, Kai Wiesinger, Max von der Groeben, Bettina Zimmermann, Produzent Dan Maag, YouTube-Star Alexander Böhm, Regisseur Jakob Erwa sowie, als Jurypräsident, der Geschäftsführer von Constantin Film, Torsten Koch, angehörten.

Für die größte Überraschung sorgte im Rahmen der 99-minütigen Preisverleihung der Film „Wer zuletzt lutscht“ von David Johann Lensing aus Aachen. Sein Wettbewerbsbeitrag wurde erstmals mit dem Grand Prix ausgezeichnet und erfuhr damit eine besondere Ehrung als herausragender Kurzfilm unter allen Einsendungen.

Stefan Kiwit, Gründer 99Fire-Films-Award, sagte: „Ich möchte mich nicht nur bei den über 14 000 Teilnehmern der ersten zehn Jahre dieses wirklich außergewöhnlichen Kurzfilmwettbewerbs bedanken, sondern ihnen vor allem meinen größten Respekt für ihre fantastischen Filme voller Herzblut sowie grenzenloser Energie zollen. Sie sind es, die uns täglich antreiben, diesen Award jedes Jahr weiter zu entwickeln und dem kreativen Nachwuchs auch in Zukunft eine würdige Bühne zu bereiten.“

Hier finden Sie den Film: www.youtube.com/watch?v=-u3elgiH4lE oder unter der Suche mse film

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