Rudelsingen

Hemers größter Chor hat über 400 Stimmen

Etwa 300 Besucher sangen am Donnerstagabend im Alten Casino lautstark beim 1. Rudelsingen mit Hannes Weyland mit.

Etwa 300 Besucher sangen am Donnerstagabend im Alten Casino lautstark beim 1. Rudelsingen mit Hannes Weyland mit.

Foto: Annabell Jatzke

Hemer.  Das „Rudelsingen“ wird im Sauerlandpark zu einem Publikumsmagneten. Noch zwei Singtreffen finden in 2019 statt.

Viele Chorleiter würden sich schon freuen, wenn sie ein Zehntel dieser Sängerschar hätten, Hannes Weyland hingegen konnte bei der zweiten Auflage des Hemeraner Rudelsingens im Alten Casino aus den Vollen schöpfen. Vor ihm standen 400 Singbegeisterte, die ohne Hemmungen drauf los „trällerten“.

Oft plagen einen Fragen wie „Reicht meine Stimme für einen Chor aus?“ oder „Bin ich gewillt, mich wöchentlich bei Chorproben terminlich zu binden?“ – all dies rückt beim Rudelsingen in den Hintergrund. Hier kann jeder mitsingen, und auch ein schiefer Ton wird verziehen. Außerdem geht man keine Verpflichtung über einen längeren Zeitraum ein, sondern genießt lediglich den Abend und den Spaß am Singen.

Hannes Weyland ist der unterhaltsame Vorsänger

Als im Oktober vergangenen Jahres die Premiere stattfand, war es für die Verantwortlichen des Sauerlandparks um Eventleiter Oliver Geselbracht und für Hannes Weyland, der bereits seit mehreren Jahren bei Rudelsingen in die Rolle des „Vorsängers“ schlüpft, ein Experiment. Damals waren es bereits 300 Besucher und diesmal war die Veranstaltung mit 100 weiteren Besuchern schnell ausverkauft. „Ihr habt mich ernst genommen, als ich damals zu euch sagte, dass ihr beim nächsten Mal noch wen mitbringen sollt“, freute sich Hannes Weyland am Donnerstagabend. Und er war sich sicher: „Wenn die Stimmung wie beim letzten Mal ist, kann nichts schief gehen.“ Dass das Hemeraner Publikum Potenzial hat, zeigte sich für Weyland, der in Fröndenberg geboren und in Menden aufgewachsen ist, bei der Premiere zügig. Begeistert vom Erfolg waren schnell weitere Termine für das Rudelsingen in der Felsenmeerstadt gefunden.

Viele der

400 Besucher waren bereits bei der ersten Auflage dabei. Für sie war die kleine Regelkunde zu Beginn nichts Neues. Den strengen „Oberlehrer“, der mit Regeln aufwartet, nimmt man dem humorvollen Weyland nicht ab, aber bei 400 Anwesenden muss es etwas Ordnung geben. Regel Nummer eins: „Wir singen im Stehen“. Und den Plausch mit den Freunden galt es in die Pausen zwischen den drei Sets zu verschieben, sollen sich doch alle schließlich auf das Singen konzentrieren.

Nachdem die Rahmenbedingungen geklärt waren, ging es zwanglos ans Singen und bereits ab dem ersten Lied waren die Besucher Feuer und Flamme und sangen lautstark mit. „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ von Hans Albers eignete sich perfekt zum Warmsingen. Danach ging es mit einem bunten Programm an deutsch- und englischsprachigen Liedern weiter. Wer Lieder vom ersten Hemeraner Rudelsingen erwartete, war fehl am Platz. Hannes Weyland an der Gitarre und Nicolas Kozuschek, der für den erkrankten Philip Ritter am Keyboard einsprang, hatten ein komplett neues Programm mit Hits, Evergreens, Deutsch-Pop, Schlager oder auch Rocksongs zusammengestellt.

Von vielen beim ersten Rudelsingen gewünscht, war es für Weyland selbstverständlich „Country Roads“ von John Denver mit ins Programm aufzunehmen. Bei „Im Wagen vor mir“ von Henry Valentino wurden die Textpassagen, die über die Leinwand liefen, nach Geschlechtern aufgeteilt. Sichtbar waren die Herren der Schöpfung mit lediglich 30 Männern von 400 Besuchern in der Unterzahl und mussten sich gegen 370 singbegeisterte Damen wahrlich anstrengen. Es folgten rund 25 Stücke von ABBA, Britney Spears, Herbert Grönemeyer, Adele, Mark Forster und vielen mehr.

Flotte Sprüche und ansteckend gute Laune

Wie groß der Spaß für die Besucher war, sah man an den Reaktionen. Der Gesang ließ alle Besucher mitgehen, sei es klatschend, mitwippend oder gar tanzend. Die gute Laune machte aber keinesfalls vor der Bühne Halt. Auch Hannes Weyland und Nicolas Kozuschek genossen das Rudelsingen in vollen Zügen und animierten die Mitsänger mit flotten Sprüchen.

Und weil die Resonanz auf die Veranstaltung so groß und der Spaßfaktor riesig ist, soll das Rudelsingen zu einer regelmäßigen Veranstaltung im Sauerlandpark werden, damit reiht sich die Felsenmeerstadt in eine Reihe mit Städten wie Gelsenkirchen, Wesel oder Hilden ein. Am 4. April und am 12. September ist es wieder soweit, und die größte „Karaoke-Party“ Hemers kann beginnen.

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