Bildung

Berliner Verkehrspädagogen besuchen Hemeraner Grundschulen

Beim Memory-Spiel haben sich die Schüler mit den verschiedenen Verkehrszeichen beschäftigt.

Beim Memory-Spiel haben sich die Schüler mit den verschiedenen Verkehrszeichen beschäftigt.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Hemer.  Das Berliner Programm Mobililli besucht fünf Hemeraner Grundschulen und schult die Motorik der Kinder.

Der Mobililli-Bus des Auto-Clubs Europa ist normalerweise eher in Berlin unterwegs und besucht nur selten andere Bundesländer. In dieser Woche steht der Bus mit seinem Maskottchen mit den rot-grünen Haaren an fünf Hemeraner Grundschulen. Auf spielerische Weise übten sich die Kinder in Verkehrssicherheit und Motorik. Finanziert wurde der Besuch vom Märkischen Kreis und vom Land.

Die Verbindung von einem piranhaverseuchten Becken zum Hemeraner Straßenverkehr lässt sich nur schwer ziehen. Dennoch war genau dies ein Bestandteil des siebenteiligen Parcours. Die Kinder der Ihmerter Grundschule haben am Dienstag mit der Hilfe von bewegbaren Steinen ihren Klassenraum von der einen Seite zu der anderen überquert. Als unmissverständliches Zeichen, dass der Boden nicht betreten werden durfte, klebten die Veranstalter verschiedene gefährliche Fische im Comicstil auf den Boden. „Trete nicht auf den Hai. Das ist gefährlich“, war beim Anfeuern zu hören.

Aus erster Hand den toten Winkel wahrnehmen

Auch draußen auf dem Schulhof balancierten die Schüler im Geschicklichkeitsparcours erst auf einem schmalen Balken, rollten mit einem Brett durch einen Torbogen, überbrückten ein Teil der Strecke mit einem Pedalo und balancierten dann mit einem Plastikei auf einem Holzstock über ein Hindernis. Sarah Paschy, Moderatorin bei Mobililli, erklärt, warum auch diese Spiele wichtig für die Verkehrserziehung sind: „Selbstwahrnehmung und Körperbewusstsein sind wichtig für die Mobilität der Kinder. Beim Fahrrad müssen die Kinder zum Beispiel auch die Balance halten.“

Neben Spielen zur Motorik der Kinder war aber auch die reguläre Verkehrserziehung Thema am Vormittag. Beim Memory mussten sich die Schüler Verkehrszeichen merken. Beim Quiz „Grün-Gelb-Rot“ beantworteten sie Fragen zu Verkehrssituationen. Teil des Programms ist auch eine kleine Schulung zum Thema „toter Winkel“. Dabei setzen sich die Kinder in das Mobililli-Fahrzeug und lernen somit aus erster Hand, wieviel man als Autofahrer sieht. Die Schüler werfen einen Blick in den Seitenspiegel und erkennen so, dass eine ganze Klasse im toten Winkel nicht zu sehen ist. Da es am Dienstag geregnet hat, wurde diese Übung an der Ihmerter Schule nicht vollzogen. Bei den anderen Schulen gehörte die Übung aber zum Programm, zum Beispiel an der Diesterwegschule am Montag. Gestern besuchte der Mobililli-Bus die Grundschule Deilinghofen, heute macht das Team an der Brabeckschule Halt. Abschließend besucht Mobililli am Freitag die Freiherr-vom-Stein-Schule, passenderweise an der Berliner Straße.

Allerdings haben nicht nur der Märkische Kreis, das Land und die Schulen ihren Anteil daran, dass die Berliner ihr Programm in Hemer durchziehen können. Die Aktion ist nur durch die ehrenamtliche Mitarbeit der Eltern möglich, wie es Silke Rooke, Rektorin der Ihmerter Grundschule, sagt. So auch Andreas Sülberg, der den Schülern das Spiel am „Piranhabecken“ erklärt. „Hier ist Teamarbeit gefragt“, motiviert er die Kinder.

Mobililli wird vom Berliner Senat gefördert

Das Programm Mobililli wird vom Berliner Senat gefördert und ist für Berliner Schulen kostenlos. Außerhalb der Hauptstadt ist für die Veranstaltung ein Beitrag von 700 Euro zu zahlen. Durch die Finanzierung durch Kreis und Land war die Aktion aber auch für die Hemeraner Grundschulen kostenlos.

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