Melange

In den Fußstapfen von Heinz Erhardt

Melange Café Sona Stefan Keim

Melange Café Sona Stefan Keim

Foto: Annabell Jatzke / Annabell jatzke

Hemer.  Stefan Keim hat zum Auftakt der Melange-Reihe den Komiker der Wirtschaftswunderzeit auf die Bühne gebracht.

Besonders für seinen Wortwitz, sein fröhliches Lächeln, aber auch seinem schwarzen Humor ist der Komiker Heinz Erhardt bekannt. Beim diesjährigen Auftakt der Melange-Reihe im Café Sona hat der Kleinkünstler Stefan Keim der Ikone aus der Wirtschaftswunderzeit ein Denkmal gesetzt. Mit seinem Programm „Ritter, Reime und Romanzen“ sorgte er für heitere Stimmung, viele altbekannte Erhardt-Gags konnte das Publikum sogar mitsprechen.

Zufriedener hätte Melange-Geschäftsführer Dr. Thomas Eicher nicht strahlen können. Die Melange-Premiere am neuen Hemeraner Spielort, dem Café Sona, war durchweg geglückt. Nachdem die Kaffeehaus-Kulturreihe zuvor bei Café Poggel stattfand, erfolgte nun der Umzug in das etwas andere TeeCafé von Sona Ahbap, die am ersten Abend der Reihe die 40 Zuschauer herzlich empfing.

Keyboard wird zum „Ersatzorchester“

Bei soviel Gastfreundlichkeit und gut gelaunten Gästen war es für Stefan Keim, Kultur- und Theaterkritiker bekannt aus dem Radio und über zig Jahre als Kleinkünstler bei der Melange aktiv, ein Leichtes, beim Publikum für Lacher zu sorgen. Mit Erhardts Jahreszeitenzyklus, genauer gesagt dem Frühling und dem Herbst begann Keim den humorvollen Abend. Was die Zuschauer danach erwartete, war vielfältig. Witzige Bemerkungen über Italien, Griechenland oder Frankreich schlossen sich im weiteren Verlauf des Abends an. Den Schwerpunkt legte Keim in der Rolle Erhardts aber auf die Kunst, eine Frau zu finden. Vom ABC der Liebe bis hin zu Ausführungen wie Romantik funktioniert – vielleicht konnte manch einer gar noch etwas lernen.

„Wenn du eine Frau willst, geh in den Keller und stell dich neben das Eingemachte,“ lautete eine Erfolgsaussicht. Zwischen Erhardts Pointen und Reimen am laufenden Band gab Keim auch Klassikerparodien von Goethe und Schiller als große deutsche Dichter zum Besten. Humorvoll und mit einem Augenzwinkern rezitierte er auch ihre Werke und passte sie der heutigen Zeit an.

Aber nicht nur das Reimen Erhardts hatte Keim bestens verinnerlicht, im Gepäck hatte er auch Chansons aus der Feder Erhardts. Dank „preisgünstigem Ersatzorchester“, hinter dem sich ein Keyboard verbarg, präsentierte er den Zuhörern unter anderem „Luisenstraße 13“ und „Fräulein Mabel“. Mit Sakko, Brille und wandelbarer Stimme schaffte es Keim, den legendären Erhardt, 1979 verstorben, wieder zum Bühnenleben zu erwecken. Seine spezielle Sprachakrobatik und seine Kunst des Kalauers waren am Mittwochabend präsenter denn je. Keim spielt die Rolle wie kaum ein anderer. Um sich noch besser in das Komikeridol der Wirtschaftswunderzeit hinein zu versetzen, traf er sich einst mit Erhardts Töchtern in Hamburg. Diese Informationen gab er auch an sein Publikum weiter. Zwischendurch erzählt er immer wieder aus dem Leben von Erhardt, beispielsweise, dass dieser bereits seit frühester Jugend dichtete und später aus seinen Zeilen Lieder gemacht wurden.

Melange-Reihe geht am 9. Oktober weiter

Nach dem ausverkauften Haus bei der Premiere an neuer Spielstätte freuen sich Familie Ahbap und auch Dr. Thomas Eicher auf die weiteren Abende. Am 9. Oktober gastiert Kriszti Kiss mit „Ein bisschen Mord – Krisztis beste Krimis“ in Hemer. „Überm Tresen hängen Ansichtskarten“ lautet das Motto am 6. November beim Abend mit Klaus Grabenhorst, der Lieder und Kneipengeschichten im Gepäck hat. Achim Brock wird dann am 4. Dezember mit „Charles Dickens: Ein Weihnachtslied in Prosa“ zu Gast sein. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 19 Uhr, Karten kosten 14 Euro.

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