Naturschutz

In den Gemeinden soll es wieder brummen

An der Christuskirche wurde ein neuer  Lebensraum für Insekten geschaffen.

An der Christuskirche wurde ein neuer Lebensraum für Insekten geschaffen.

Foto: Carmen Ahlers

Vor der Christuskirche in Sundwig zieht eine neue Wildblumenwiese die Blicke auf sich.

Wenn Insekten sprechen könnten, würden sie wahrscheinlich ein freudiges Danke in die Welt rufen – verbunden mit der Bitte, dass alle Menschen beginnen, den Schutz von Insekten ernst zu nehmen. Der Evangelische Kirchenkreis hat ein lobenswertes Projekt ins Leben gerufen und auf die Problematik der immer weniger werdenden Insekten hingewiesen. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit bunten Tütchen voller Blumensamen. Genau die hat sie bisher an fünf der insgesamt 25 zum Kirchenkreis gehörenden Gemeinden weitergegeben.

In der Christuskirche wurde die Idee von Dieter Aulich, Vorsitzender des Umweltausschusses des Evangelischen Kirchenkreises, begeistert angenommen. „Wir hatten hier ein tolles Echo“, berichtete Pfarrer Bernd Neuser, und Gemeindeschwester Barbara Freitag und die ehrenamtliche Mitarbeiterin Andrea Wortmann nicken zustimmend. Schnell wurde ein Areal gefunden, der Spaten geschwungen und die Samen in die Erde gebracht. Ein kleiner Zaun umrandet die Wildblumenwiese, die sich großer Beliebtheit bei verschiedenen Insekten erfreut. Zudem bauten Kindergartenkinder und Konfirmanden zwei Insektenhotels, die bereits auch einen Platz gefunden haben.

Besondere Stimmung mit „Hugo“ im Gottesdienst

Das sollte es in der Sundwiger Kirche aber nicht gewesen sein. Am vergangenen Sonntag wurde ein bewegender Gottesdienst gefeiert, bei dem an im Anschluss gemeinsam nach draußen auf die Wiese ging, wo Pfarrer Neuser die Wildblumenwiese mitsamt den Insekten segnete. „Das war eine ganz besondere Stimmung“, sagte der Geistliche, der im Vorfeld zudem Kontakt zu der Fotografin Brigitte Majer aus Menden aufgenommen hatte. Sie liebt die Makrofotografie, und viele ihrer Bilder haben aktuell einen Platz in der Christuskirche gefunden. Ein Insekt taufte Bernd Neuser spontan auf den Namen „Hugo“, und „Hugo“ erklärte den Kindern im Gottesdienst die Welt der Insekten.

Der Insektenschwund ist enorm, und das hat wiederum zur Folge, dass zum Beispiel Vögel viel weniger Nahrung finden. „Jeder einzelne kann gegen das Sterben von Insekten, Hummeln und Wildbienen etwas tun“, sagt Dieter Aulich und hofft, dass sich neben vielen Privatpersonen auch die Kirchengemeinden engagieren. Der Evangelische Kirchenkreis hat Fördermittel für dieses Projekt bekommen, die er an die Gemeinden weitergibt. Zudem kann Dieter Aulich beratend zur Seite stehen, denn Saatgut ist zum Beispiel nicht gleich Saatgut. Der gelernte Versicherungskaufmann hat einen „grünen Daumen“ und Umweltschutz ist sein Thema.

Er hat einen Wunsch: „Die Tiere freuen sich über naturbelassene Ecken mit Totholz, Tannenzapfen oder alternativ ein schönes Insektenhotel. Einfach mal alle Fünfe gerade sein lassen beim Aufräumen im Spätsommer, darüber freuen sich die kleinen Helfer im Winter und danken es im nächsten Jahr mit fleißigem Einsatz.“

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