Probewahl

In die Haut des Wählers geschlüpft

Realschüler nahmen an der Juniorwahl teil.

Foto: Privat

Realschüler nahmen an der Juniorwahl teil. Foto: Privat

Hemer.   Zum ersten Mal nahmen Schülerinnen und Schüler der Realschule ebenso wie an weiteren 261 Schulen landesweit an der Juniorwahl teil.

Was für volljährige und damit wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger meist eine Selbstverständlichkeit darstellt, sollte in der letzten Woche vor der Landtagswahl an der Realschule eine spannende Simulation des demokratischen Wahlakts werden. Zum ersten Mal nahmen Schülerinnen und Schüler der Differenzierungskurse Sozialwissenschaften (Jahrgang 7 bis 9) ebenso wie an weiteren 261 Schulen landesweit an der Juniorwahl teil. Gefördert wird das Projekt von der Zentrale für Politische Bildung sowie dem Landtag NRW.

Voraussetzung waren dabei eine entsprechende unterrichtliche Vorbereitung, Einrichtung eines Wahlvorstandes und eine realitätsgetreue Nachahmung des Wahlaktes mit versiegelter Urne, Stimmzetteln und Wählerverzeichnissen.Der Wahltag selbst fand im Unterricht oder für die Schüler im Praktikum der Klassen 9 am Schüler-Eltern-Beratungstag statt. Fast ein wenig ehrfürchtig betraten die Jugendlichen mit ihren Wahlbenachrichtigungen und Schülerausweisen den eigens dafür vorbereiteten Wahlraum, um sich beim Wahlvorstand registrieren zu lassen.

Gedanken über dierichtige Entscheidung gemacht

„Seit den Osterferien beschäftige ich mich ständig mit dem Gedanken, wen ich bloß wählen soll“, berichtete ein Mädchen aufgeregt. Gespräche in den Praktikumsbetrieben, die die Teilnahme an der Wahl durch entsprechende Freistellungen sehr positiv unterstützten, sowie Diskussionen in den Elternhäusern wurden dadurch ausgelöst.

Die Wahlbeteiligung an der Juniorwahl lag bei insgesamt 83,7 Prozent und damit fast über 20 Prozent höher als bei der tatsächlichen Landtagswahl in NRW. Sie soll die Zahl der Erstwähler erhöhen und die demokratische Teilhabe verbessern. Interessant war für die Kurse in diesem Zusammenhang eine entsprechende Analyse der Juniorwahlergebnisse, die auf der Homepage des Projekts einsehbar sind und zum Teil ähnliche Verschiebungen wie bei der Landtagswahl zeigen. Auf jeden Fall möchten die Jugendlichen auch im September wieder an der Juniorwahl parallel zur Bundestagswahl 2017 teilnehmen.

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