Rückblick 2017

Jubel und Trübsal nach zwei Wahlen

Marco Voge freute sich über die gewonnene Landtagswahl.

Foto: Alexander Bange

Marco Voge freute sich über die gewonnene Landtagswahl. Foto: Alexander Bange

Hemer.   Rückblick auf das Jahr 2017: Der Rat entscheidet über die Zukunft des Hallenbades und des Alten Amtshauses.

Ausbleibende Investitionen kritisiert die Feuerwehr zum Jahreswechsel und demonstriert vor der Ratssitzung. Ein von CDU, SPD und FDP durchgedrückter Sperrvermerk für Anschaffungen lässt die Alarmsirenen aufheulen. Im Januar versucht die „Hemer-Koalition“, den Flächenbrand in der „Beschaffungskrise“ zu löschen und führt ein klärendes Gespräch mit der Feuerwehr. Die Ursachen des Investitionsstaus werden aufgearbeitet und sollen behoben werden. Weil der Brandschutzbedarfsplan wegen „fehlender Arbeitsressourcen“ nicht umgesetzt worden ist, fehlen Fahrzeuge für 1,7 Millionen Euro. Im Februar wird der Sperrvermerk für den Kauf dreier Fahrzeuge aufgehoben.

Direktmandate für Marco Voge und Dagmar Freitag

Zwei Wahlkämpfe halten die Politiker auf Trab. Am 14. Mai wird ein neuer Landtag gewählt. Im Wahlkreis 122 mit den Städten Hemer, Menden, Balve, Neuenrade und Plettenberg kann die Hemeranerin Inge Blask (SPD) mit 32,7 Prozent ihr Landtagsmandat nicht verteidigen. Mit 43,3 Prozent gewinnt der Balver Marco Voge (CDU). Bei den Zweitstimmen gewinnt die CDU mit 37,3 Prozent vor der SPD mit 30,4 Prozent. Auch die FDP jubelt über 12,5 Prozent, zumal sich für den Landtag eine absolute Mehrheit von CDU und FDP abzeichnet. Die Grünen sacken auf 3,9 Prozent ab, die AfD erreicht im Wahlkreis 8,4 Prozent. Durch Auszählungsprobleme in Hemer gibt es am Wahltag kein Endergebnis für den Wahlkreis, in Südwestfalen lieferte Hemer als letzte Stadt das Ergebnis.

Die Bundestagswahl folgt am 24. September und beschert dem Wahlkreis 150 einen echten Sonntagskrimi. Spannend ist vor allem das Ringen um das Direktmandat. Mit 1173 Stimmen Vorsprung gewinnt Dagmar Freitag (SPD) vor Christel Voßbeck-Kayser, die nicht mehr in den Bundestag einzieht. Noch deutlicher war Freitags Vorsprung in Hemer. Bei den Zweitstimmen gab es folgende Ergebnisse: CDU 34 Prozent (Hemer 32 Prozent), SPD 25,8 Prozent (Hemer 24,8 Prozent), Grüne 4,9 (Hemer 5,2 Prozent), Die Linke 6,5 (Hemer 7,7 Prozent), FDP 13,4 (Hemer 13,8 Prozent und AfD 11,6 (Hemer 12,6 Prozent). Hemer ist erneut das Schlusslicht bei der Auszählung.

Hallenbad auch politischeine Großbaustelle

Das Hallenbad ist eine weitere politische und bauliche Großbaustelle. Die CDU löst eine Diskussion über die Badzukunft aus. Im Juni sprechen sich die Schwimmvereine für eine Sanierung des Hallenbades unter Beibehaltung des Sportbad-Charakters aus. Da kannten alle die Hiobsbotschaft vom 1. Juli noch nicht. Wegen Korrosionsschäden an der Deckenabhängung darf das Hademarebad nicht mehr betreten werden. Ein kurzerhand durch den Sportausschuss genehmigtes Gutachten wird nach dem Veto des Kämmerers zunächst gestoppt. Bei einem Bad-Workshop im August wird deutlich, dass das Hallenbad 2017 nicht mehr öffnen wird. Neben der Reparatur wird eine Ersatzlösung diskutiert. Ein Gutachter soll Alternativen aufzeigen. Eine im November beschlossene Deckenreparatur muss wegen Asbest gestoppt werden.

Schwer tut sich die Politik auch mit der Zukunft des Alten Amtshauses. Trotz bereits seit 2016 bewilligter Landesmittel in Höhe von 767 000 Euro wird der Beschluss für den Umbau zum Integrations- und Begegnungszentrum immer wieder vertagt. Vor allem die CDU beklagt Informationsdefizite. In einer Sondersitzung am 8. August beschließt der Rat schließlich einstimmig den Umbau. Mittlerweile drängt die Zeit, und die Fertigstellung innerhalb des Förderzeitraums wird als Risiko eingestuft.

Im Rathaus dreht sich das Personalkarussell, nachdem die Technische Dezernentin Andrea Wolf und Sozialdezernent Klaus Erdmann ihren Abschied ankündigen. Aus vier werden wieder drei Dezernate, die der Bürgermeister, Beigeordneter Dr. Bernd Schulte und ein weiterer Beigeordneter leiten sollen. Im September fällt die Wahl auf Christian Schweitzer aus Hemer.

Stadtteilwerkstätten und ausgeglichener Haushalt

Die künftige Stadtentwicklung ist das große Thema über 2017 hinaus. Am 18. Oktober findet das Auftaktforum für das Stadtentwicklungskonzept statt. Die Bürgermeinung ist gefragt – auf einem Internetportal und in sieben Stadtteilwerkstätten.

Früh dran ist Hemer mit den Haushaltsberatungen. Die Verwaltung legt am 17. Oktober einen ausgeglichenen Haushaltsplanentwurf vor, der nur kleine Änderungen durch den Rat erfährt und am 19. Dezember beschlossen wird.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik