Umwelt

Junge Leute engagieren sich „Samstags für Hemers Zukunft“ 

Die 14-jährige Hemeranerin Michelle Marx und ihre Freundinnen sammeln Müll.

Die 14-jährige Hemeranerin Michelle Marx und ihre Freundinnen sammeln Müll.

Foto: Stina Drechsel

Hemer.   Viel Wirbel brachte ein Rausschmiss aus einer Facebock-Gruppe. Heute sammeln junge Leute wieder Müll und hoffen auf Unterstützer.

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Die „Fridays for Future“, bei denen zahlreiche Schüler aus den verschiedensten Ländern für den Klimaschutz demonstrieren und während der Unterrichtszeit auf die Straße gehen, sind derzeit in aller Munde. Die 14-jährige Hemeranerin Michelle Marx und ihre Freundinnen finden diese Aktion zwar gut, haben sich aber auch gefragt, wie man als Kind oder Jugendlicher einen direkten Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten und sich aktiv engagieren kann.

In diesem Zuge sind sie auf die Idee gekommen, die Organisation „Samstags für Hemers Zukunft“ zu gründen, die sich jeden Samstag zum Müll sammeln an den verschiedensten Orten in Hemer trifft. Die Gruppe von Jugendlichen möchte so einen persönlichen Beitrag für den Umweltschutz leisten und zudem das Vorurteil aus dem Weg schaffen, dass die heutige Generation sich nur mit ihren Smartphones beschäftigt. So stellte sich Michelle Marx auch am vergangenen Samstagmorgen dem Aprilwetter, bei dem es zwischenzeitlich sogar stark schneite, und begab sich mit ihrer Gruppe in den Friedenspark, um diesen von Müll zu befreien. Die Gruppenmitglieder sind stolz, inzwischen einige neue Mitstreiter und Mitstreiterinnen gewonnen zu haben.

Vor kurzem hat die Gruppe unfreiwillig für große Aufmerksamkeit gesorgt, da Michelle in einer Hemeraner Facebook-Gruppe einen Beitrag veröffentlichte, in dem sie auf die nächste Müllsammelaktion aufmerksam machte und versuchte, die Leute zum Mitmachen zu motivieren. Daraufhin wurde sie kurzerhand und ohne jegliche Begründung aus der Gruppe entfernt. Dies löste eine rege Diskussion in der Facebook-Gruppe aus. In über 100 Kommentaren brachten aufgebrachte Gruppenmitglieder ihr Unverständnis zum Ausdruck. Einige User verließen direkt die Gruppe.

Unterstützung für Michelle durch viele Kommentare

Die zahlreichen Kommentare mit denen die Gruppe regelrecht überflutet wurde, gingen an Michelle nicht einfach vorbei. Sie hat kein Verständnis dafür, dass der Rauswurf aus der Gruppe die Reaktion auf ihr Umweltengagement war. Umso glücklicher ist Michelle über alle Kommentare, in denen sie unterstützt und verteidigt worden ist. Zudem haben sich inzwischen neue Gruppen gegründet, in denen sie große Unterstützung erfährt. Auch die Stadt ist auf Michelles Müllsammelaktionen aufmerksam geworden und spendete Handschuhe und Greifzangen.

Außerdem wird sie von Barbara Freitag, die als Gemeindeschwester und Diakonisse in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde aktiv ist, unterstützt. Barbara Freitag wird sich, falls an die „Samstags für Hemers Zukunft“-Gruppe gespendet werden, als Kassenbuchführerin zur Verfügung stellen und Michelle außerdem bei der Öffentlichkeitsarbeit helfen. Falls Geld an das Projekt gespendet wird, möchte Michelle es an Institutionen wie Kindergärten, Altersheime oder andere soziale Einrichtungen vor Ort weitergeben.

Ihr Ziel für die Zukunft ist es, so viele neue Mitstreiter wie möglich zu gewinnen, so dass Gruppen gegründet werden können, die sich in verschiedenen Ortsteilen aufteilen können. Die nächste Müllsammelaktion findet heute um 10 Uhr statt. Treffen ist vor dem Edeka-Markt.

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