Stadtentwicklung

Keine Chance für das Haus Bollweg

Das Haus Bollweg von der Rückseite.

Das Haus Bollweg von der Rückseite.

Foto: Ralf Engel

Hemer.   Landschaftsverband verzichtet auf Ministeranrufung, um Denkmalschutz durchzusetzen. Investor Georg Verfuß verspricht attraktive Neubebauung.

Der Brief, mit dem die Grüne Alternative den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) aufgefordert hat, zur Unterschutzstellung des Hauses Bollweg eine Entscheidung des Ministeriums zu erreichen (siehe Ausgabe vom Dienstag), ist vergebens geschrieben worden. Wie Markus Fischer, Sprecher des LWL in Münster, der Heimatzeitung am Mittwoch bestätigt hat, sind die Würfel bereits gefallen: „Der LWL wird auf eine Ministeranrufung verzichten.“ Damit ist das Schicksal des historischen Gebäudes am neuen Markt besiegelt, nachdem sich die Stadt Hemer sich gegen eine Unterschutzstellung ausgesprochen hatte.

Mit dem Instrument der Ministeranrufung müsse sehr sparsam umgegangen werden, erläutert Markus Fischer den Entschluss des LWL, das Gutachten des Landesdenkmalamtes, das die Schützwürdigkeit festgestellt hatte, nicht mit allen Mitteln durchzusetzen.

Verfuß möchte Wohn- und Geschäftshaus bauen

Mit Georg Verfuß reagierte der Eigentümer des Gebäudes gestern erleichtert und erfreut auf die Nachricht. Der Bauunternehmer und Vorsitzende der Wirtschaftsinitiative Hemer hat bekanntlich das Haus mit dem Ziel gekauft, es durch ein neues Gebäude zu ersetzen. Eine Unterschutzstellung hätte diese Pläne durchkreuzt.
Entschieden tritt Georg Verfuß kursierenden Vorwürfen entgegen, er werde einen „hässlichen Beton-kasten“ an die Stelle des Hauses Bollweg setzen. Das Gegenteil sei der Fall. Es gebe zwar noch keine konkrete Planungen, allerdings schon ein weit gediehenes Konzept für ein attraktives Wohn- und Geschäftshaus. Im Erdgeschoss soll es neben einem Bistro mit Außenbereich ein weiteres Ladenlokal geben. In den oberen Stockwerken sind Senioren-Wohngemeinschaften vorgesehen – mit Appartements und Gemeinschaftsräumen. „Das ganze soll keine Luxusunterkunft werden, sondern auch für Bewohner mit kleinerem Geldbeutel erschwinglich sein“, betont Georg Verfuß. Außerdem handele es sich um Miet- und nicht um Eigentumswohnungen. Das komplette Gebäude werde im Besitz seines Unternehmens bleiben.

Was die Außengestaltung betrifft, fühlt sich Georg Verfuß nach eigenem Bekunden auch durch die öffentliche Diskussion herausgefordert und unter Zugzwang gesetzt. „Wir werden dort etwas Schönes schaffen, das diesen Bereich der Innenstadt aufwerten wird. Die weitere Planung wird in enger Abstimmung mit der Stadt Hemer geschehen“, umreißt der Investor seine Absichten.

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