Kirche

kfd-Damen wollen Priesteramt für Frauen öffnen

Die kfd-Frauen setzen sich für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche ein.

Die kfd-Frauen setzen sich für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche ein.

Foto: Annabell Jatzke

Hemer.  30 Demonstrantinnen stellten sich am Sonntag mit Protest-Plakaten vor die Pfarrkirche St. Peter und Paul.

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„Sundays for Future“ war unter anderem auf den Protestschildern vor der Pfarrkirche St. Peter und Paul am Sonntagmorgen vor der Messe zu lesen. Mit dem an die Umweltbewegung um die Schülerin Greta Thunberg angelehnten Motto demonstrierten die Damen der kfd St. Peter und Paul und weitere Mitstreiterinnen für eine geschlechtergerechte Kirche und die Öffnung des Priesteramtes für Frauen.

Frauen wollen mehr als ehrenamtliche Gemeindearbeit

Mit dem Zuspruch vor Ort hatten die Initiatorinnen gar nicht gerechnet. „Wir sind ganz überrascht“, so Mechthild Tacke. Auch evangelische Glaubensschwestern sowie Glaubensbrüder von beiden Konfessionen hatten sich auf den Weg gemacht, um ihre Verbundenheit mit den Katholikinnen zu symbolisieren. Über 30 friedliche Demonstranten mit Plakaten konnten gezählt werden und das trotz der frühen Morgenstunde.

„Wir machen uns Sorgen um unsere Kirche!“, unterstrich Regina Keune das Anliegen. Immer weniger Seelsorger sind zu beklagen. „Warum können diese Aufgaben nicht auch von Frauen wahrgenommen werden?“, stellt Regina Keune die Frage. „Es geht um die Seelsorge und nicht um die Gesetze“, sind sich die beiden heimischen kfd-Damen einig. Ein Großteil der ehrenamtlichen Gemeindearbeit werde von Frauen geleistet. Von den höchsten Ämtern der katholischen Kirche werden Frauen aber nach wie vor ausgeschlossen. Geschlechtergerechtigkeit fehle gänzlich und veraltete Machtstrukturen lassen sich, so die einhellige Meinung der Demonstrantinnen, nicht aufbrechen. Man wolle eine Kirche, die Frauen nicht ausschließt – ist doch der Großteil der katholischen Christen in Deutschland weiblich. Frauen sollen, so die kfd, auch Führungsaufgaben übernehmen dürfen und mit ihren Berufungen ernstgenommen werden. So fordert die katholische Frauengemeinschaft, dass Frauen zu allen Weiheämtern Zugang haben und endlich zu 50 Prozent an allen Entscheidungen beteiligt sind.

Anstoß für die Hemeraner Damen die Protestaktion zu starten, war einerseits „Maria 2.0“ und andererseits der Rücktritt des Fröndenberger Pfarrers Norbert Wohlgemuth, der den Kampf gegen die nicht zeitgemäße und nicht offene Kirche ohne Zölibat aufgab.

Bundesweite Protestaktion der kfd Ende September

Die Protestaktion vor der Kirche, bei der die kfd-Damen eifrig Unterschriften sammelten, griff auch Pfarrer Dietmar Schulte im Gottesdienst auf. Die Demonstration in Niederhemer war erst der Beginn einer Protestwelle. Vom 23. bis 29. September ruft die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) deutschlandweit unter dem Motto „Frauen, worauf wartet ihr?“ im Rahmen einer Aktionswoche zu Protesten auf.

Auf der Internetseite www.kfd-bundesverband.de befinden sich weitere Informationen rund um die Aktionswoche der kfd und eine Online-Petition.

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