Klimaschutz

Kinder erkennen: „Im Wald sind wir nur Gast!“

Auch für den Stephanus-Kindergarten ist der Umweltschutz ein großes Thema. In allen Gruppen gibt es Klimaschutzbeauftragte.

Auch für den Stephanus-Kindergarten ist der Umweltschutz ein großes Thema. In allen Gruppen gibt es Klimaschutzbeauftragte.

Foto: Carmen Ahlers

Deilinghofen.  Im Stephanus-Kindergarten setzen sich die Jungen und Mädchen aktiv mit dem Umweltschutz auseinander.

Der Klimakonferenz tagt. Lia, Leonie und die anderen Kinder sitzen an einem Tisch und sprechen über den letzten Besuch im Wald. Schnell stellt Leonie klar: „Wir sind im Wald nur Gast!“ Die Jungen und Mädchen aus den fünf Gruppen des Stephanus-Kindergartens sind Klimasprecher, aus jeder Gruppe kommen zwei mit den Erzieherinnen Sarah Peters und Jessica Wiech regelmäßig zusammen. Dann geht es um Umweltschutz, so dass es jeder versteht und verinnerlicht.

Schnell wird deutlich, dass die Kinder haben schon viel gelernt haben. Wie auch viele andere Aktionen ist auch der letzte Besuch im Wald gut in Erinnerung geblieben. Es wurde ein Baum gepflanzt, und den Grund dafür kennen die Steppkes auch. „Es sind doch schon so viele umgefallen, auch wegen dem Borkenkäfer!“ Mehrere Stücke Baumrinde gehen durch die Kinderhände. „Die Käfer machen die Rinde kaputt“, heißt es.

Kinder pflanzen eine Kastanie in den Wald

Alle gucken ganz genau hin. Mit dem Zeigefinger werden die Linien in der Rinde nachgezogen, die da eigentlich nicht hingehören. „Die haben ein richtiges Muster reingefressen“, sagt ein Junge, und die Kinder berichten davon, dass am Wegesrand viele gestapelte Bäume lagen, die auch durch den Schädling angegriffen wurden. Jetzt haben die Kindergartenkinder sozusagen als Ersatz eine Kastanie gepflanzt, die sie regelmäßig besuchen wollen. Alle haben die Hoffnung, dass der Baum in den nächsten Jahren richtig groß werden kann.

Immer wieder sammeln alle Müll auf. Das sind meist Zigarettenkippen, kaputte Flaschen, Kronkorken oder auch mal eine Schuhsohle. „Wie kommt die bloß da hin?“, fragt jemand und schüttelt den Kopf. Die Kleinen wissen, dass es zu den in der Kindertagesstätte aufgestellten Waldregeln gehört, seinen Abfall nicht in den Wald, sondern in einen Mülleimer zu werfen. Zudem darf im Wald auch kein Feuer gemacht oder gar geraucht werden. Ebenso verboten ist lautes Sprechen. Das stört die Tiere, wissen die Kids. Und sie erinnern daran, dass wir die Bäume brauchen. „Ohne Bäume keinen Sauerstoff“, sagt Lia.

Einmal in der Woche tagt die Klimakonferenz, seit Mai. Aber es soll auch in der Zukunft so weiterlaufen. „ Das ist ein weites Feld“, so KiTa-Leiterin Andrea Krause. So sind Mülltrennung und Müllvermeidung ein großes Thema, genau wie der bewusste Umgang mit Energie und Wasser. Wenn die Jungen und Mädchen für ihr Frühstück einkaufen, kaufen sie die Lebensmittel im Dorf und achten auf regionale und saisonale Lebensmittel. Auf dem Außengelände des Kindergartens gibt es Nisthilfen und Nistkästen für Insekten. Der Kindergarten macht sich bei Aktionen wie „Unser Dorf soll schöner werden“ stark.

Der Nachwuchs schaut, ob zu Hause alles richtig läuft

Wenn Eltern in den Kindergarten kommen und berichten, dass der Nachwuchs zu Hause geschimpft habe, weil Mama und Papa Taschentücherpakete und keine Taschentücherbox gekauft haben oder gemahnt haben, das Licht nur anzulassen, wenn auch jemand im Raum sei, dann freuen sich die Erzieherinnen und wissen, dass sie etwas erreicht haben. Die Kinder sind jedenfalls Feuer und Flamme und animieren ihre Eltern, sie auch mal zu Fuß in den Kindergarten zu bringen: „Damit unser Auto die Luft nicht schmutzig macht!“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben