Politik

Konkrete Möglichkeiten der Wirtschaftsförderung ausloten

Hemer.   Ein gemeinsamer Antrag von CDU, SPD und FDP fordert von der Hemeraner Stadtverwaltung die Aufstellung eines detaillierten Konzeptes.

„Wer langfristig den Haushalt konsolidieren will und die Stadt Hemer auf finanziell sichere Füße stellen will, kommt um erfolgreiche Wirtschaftsförderung nicht herum.“ Mit dieser Feststellung spricht CDU-Fraktionschef Martin Gropengießer seinen Amtskollegen Hans-Peter Klein (SPD) und Arne Hermann Stopsack aus der politischen Seele. Die drei sind Unterzeichner eines neuerlichen Antrags der sogenannten Hemer-Koalition, die damit der Wirtschaftsförderung neuen Rückenwind verleihen möchte.

CDU, SPD und FDP sind aber keineswegs der Ansicht, dass die Stadtverwaltung bisher keine Wirtschaftsförderung betrieben und damit keine Erfolge zu verzeichnen hat. „Wir wissen einfach nicht, was im Detail alles passiert ist und noch passiert, und wollen das in Erfahrung bringen“, so Martin Gropengießer. Und Hans-Peter Klein betont, dass sich die drei Fraktionen bei der Beurteilung des hohen Stellenwerts von Wirtschaftsförderung mit Bürgermeister Michael Heilmann sicherlich auf einer Linie bewegen. Klein: „Wirtschaftsförderung kann man nur gemeinsam betreiben, und auf keinen Fall gegeneinander.“

Was den Fraktionen der Hemer-Koalition fehlt, ist ein erkennbarer „roter Faden“, an dem sich die Wirtschaftsförderung in Hemer orientiert. Und den soll die Verwaltung im Rahmen der Aufstellung eines Konzeptes entwickeln und deutlich machen. Dieses Konzept soll dann in einer der nächsten Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses vorgelegt und diskutiert werden. Und spätestens dann sind dann auch alle Fraktionen selbst gefragt, ihre Vorschläge auf den Tisch zu legen.

Dass die Hemer-Koalition gerade jetzt diesen Antrag vorlegt, ist kein Zufall. CDU, SPD und FDP scheint der Zeitpunkt günstig, allein weil die Wirtschaftsförderung in der Verwaltung personell von einer halben auf eine ganze Stelle aufgerüstet worden ist. Und sie hoffen, dass Felix Mohri, der die Stelleninhaberin Kirsten Staubach während ihrer Elternzeit vertritt, deren erfolgreiche Arbeit fortsetzen, aber auch eigene Akzente setzen wird.

Priorisierung bei denLösungen von Problemen

In ihrem Konzept soll die Verwaltung auch deutlich machen, welche Ressourcen für eine wirkungsvolle Wirtschaftsförderung nötig sind. „Wichtig ist, dass Netzwerke gebildet werden“, konstatiert Hans-Peter Klein. Bestandteile dieses Netzwerkes werden in dem Antrag aufgelistet: Unternehmen, Gewerbetreibende, deren Interessensverbände, Einzelhändler, Filialisten, Immobilienbesitzer, Politiker und auch Nachbarkommunen.

Ganz wichtig ist CDU, SPD und FDP eine Priorisierung, welche Problemfelder kurzfristig und konkret beackert werden. Bei der Ausweisung und Vergabe von Gewerbefläche sei beispielsweise eine wichtige Entscheidung, ob man auf die Ansiedlung von Unternehmen von außen setze, oder den bestehenden neue Entwicklungsmöglichkeiten anbiete. Handlungsbedarf bestehe zudem bei den zunehmenden Leerständen in der Innenstadt. Dabei müsse geprüft werden, in welchem Rahmen die Stadt überhaupt aktiv werden kann und wie die Beteiligten wie Wirtschaftsinitiative oder Hausbesitzer an einen Tisch zu bringen sind.

Im Fokus der Hemer-Koalition steht auch die Regionale 2025, die erhebliche Fördermöglichkeiten bietet und durch die so das eine oder andere konkrete Projekt umgesetzt werden könnte. Entsprechende Anträge dafür zu erarbeiten könne auch eine Aufgabe der städtischen Wirtschaftsförderung sein. Insgesamt streben die drei Fraktionen einen breiten Dialog an, damit so ein von allen Seiten getragenes Konzept entwickelt werden kann.

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