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„Kräfte bündeln und auch mal zurückstecken“

Die Vorsitzende des erstmals gewählten Pfarrgemeinderates für den Pastoralverbund Hemer Ulrike Traut (li) und ihre Stellvertreterin Iris Major

Foto: Reinhard Köster

Die Vorsitzende des erstmals gewählten Pfarrgemeinderates für den Pastoralverbund Hemer Ulrike Traut (li) und ihre Stellvertreterin Iris Major Foto: Reinhard Köster

Hemer.   Ulrike Traut und Iris Major stehen an der Spitze des neu gewählten ersten gemeinschaftlichen Pfarrgemeinderates des Pastoralverbundes Hemer.

Das Zusammenwachsen der fünf katholischen Pfarrgemeinden auf Hemeraner Stadtgebiet über das Niveau des seit Jahren existierenden Pastoralverbunds hinaus hat im November einen wichtigen Schub erhalten. In allen Gemeinden wurde ein neuer Pfarrgemeinderat (PGR) gewählt, allerdings erstmals nicht separat für St. Peter und Paul, Christkönig, St. Bonifatius, St. Petrus Canisius und St. Marien, sondern als ein Gremium, das für den gesamten Pastoralverbund zuständig ist. Und an der Spitze dieses Gesamt-Pfarrgemeinderates stehen mit der Vorsitzenden Ulrike Traut und ihrer Stellvertreterin Iris Major zwei Frauen, die ihre Aufgabe mit viel Elan, Ideen und Optimismus angehen.

Ulrike Traut ist alles andere als neu im PGR-Geschäft. Die Mutter von drei erwachsenen Kindern hat bereits seit acht Jahren den Pfarrgemeinderat St. Peter und Paul geleitet. Als hauptamtliche Küsterin weiß die 50-Jährige zudem bestens, wie eine Gemeinde funktioniert, kennt viele Arbeitsabläufe und weiß, wo es mitunter haken kann. Viel Unterstützung erfährt sie durch ihre Familie und ihren Mann, der ebenfalls in der Gemeindearbeit engagiert ist, wenn auch auf anderen Feldern.

Als Neuling gleich aufden Vorstandsstuhl

Für Iris Major ist die Mitgliedschaft im Pfarrgemeinderat Neuland, die Ihmerterin hatte im November erstmals kandidiert. Noch mehr als die Wahl durch die Gemeinde hat die 47-jährige überrascht, dass sie bei der konstituierenden Sitzung des Gesamt-PGR im Dezember gleich zur stellvertretenden Vorsitzenden gekürt worden ist. Diesen Vertrauensvorschuss begreift die gelernte Finanzbuchhalterin und Mutter von drei Kindern im Alter von 10 bis 15 Jahren als enormen Ansporn. Auch Iris Major kann dabei auf den uneingeschränkten Rückhalt ihres Mannes bauen.

Der Pfarrgemeinderat besteht aus 13 gewählten Mitgliedern, dazu dem Pastoralteam mit Pastor Dietmar Schulte, Pastor Hans-Günter Richter, Vikar Zaldy Antonio-Abong, Gemeindereferent Hermann-Josef Straße sowie Gemeindereferentin Jasmin Rifert-Plogmann. Dazu kommen Vertreter des aus den Kirchenvorständen gebildeten Finanzausschusses und einer Repräsentantin der Kindergärten mit beratender Stimme.

Ulrike Traut ist natürlich vielen dieser Mitglieder bestens bekannt. Nicht aber ihre jetzige Stellvertreterin. „Ich kannte Iris Major eigentlich nur vom Sehen und Hörensagen“, räumt die PGR-Vorsitzende ein. Doch schon nach den ersten wenigen absolvierten Sitzungen und einige Gesprächen scheint die Chemie zwischen den beiden Frauen absolut zu stimmen, was auch Iris Major bestätigt.

Gemeindeausschüssearbeiten vor Ort

Ergänzend zum neuen Gesamt-Pfarrgemeinderat wird es noch fünf sogenannte Gemeindeausschüsse geben. Das sind Gruppen von nichtgewählten, freiwilligen Erwachsenen und Jugendlichen, die rund um die fünf Kirchen aktiv sind. Sie werden einen nicht unerheblichen Teil der praktischen Arbeit leisten – Gottesdienst vorbereiten und gestalten, Feste und Veranstaltungen organisieren und so das alltägliche Gemeindeleben lebendig und attraktiv halten. Die Entscheidungshoheit in entscheidenden Fragen liegt bei den offiziellen Gremien, also dem Pfarrgemeinderat und noch mehr bei den derzeit noch fünf Kirchenvorständen, die vor allem in finanziellen Dingen das Sagen haben. Auf dem Weg zu einer fusionierten Gemeinde für ganz Hemer aber werden auch diese fünf Kirchenvorstände durch einen gemeinsamen abgelöst. Einen konkreten Zeitplan dafür gibt es allerdings noch nicht.

Ulrike Traut, Iris Major und alle Mitglieder des neuen Pfarrgemeinderates müssen sich als erstes angewöhnen, bei allen Überlegungen eben nicht nur den eigenen Kirchturm, sondern den Pastoralverbund als Ganzes im Blick zu haben. Ulrike Traut: „Da müssen alle lernen, auch mal zurückzustecken. Unsere Chance ist es aber auch, Kräfte über die bestehenden Gemeindegrenzen hinaus zu bündeln und damit effektiver zu werden.“

Neujahrsempfang ammorgigen Freitag

Tagen wird der Pfarrgemeinderat demnächst reihum in allen Gemeinden. Erstmals aber wird er bereits am morgigen Freitag seine Visitenkarte beim Neujahrsempfang des Pastoralverbundes abgeben. Dieser findet im Anschluss an eine Heilige Messe (18 Uhr in St. Peter und Paul) im Haus Hemer statt und wird die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Gemeinden zusammenführen.

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