Landesgartenschau

LGS: Afrika nur ganz klein

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Hemer. Afrika sollte passend zum WM-Jahr das große Thema der Landesgartenschau in Hemer sein, jetzt wird es ganz klein.

Nach der Absage des African-Life-Festivals vom 18. bis 20. Juni ist von dem „offiziellen Projekt der UN-Weltdekade“ nicht viel geblieben.Die Deutsche UNESCO-Kommission, afrikanische Botschafter, externe Berater und selbst den Bundespräsidenten hatte der damalige LGS-Eventplaner Hermann Sattler schon früh für das ehrgeizige Projekt mit ins Boot geholt. So erhielt das LGS-Projekt auch die UN-Auszeichnung der „UN-Weltdekade für nachhaltige Entwicklung“.

„Die Besucher erhalten die Gelegenheit, die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Vielfalt und Dynamik Afrikas unmittelbar zu erleben“, schrieb Bundespräsident Horst Köhler in einem Grußwort, der Afrika auf der Landesgartenschau viel Erfolg wünschte.

Viel zu erleben, gibt es nun nicht mehr. Mit dem Mitarbeiterwechsel im Eventmanagement wurde auch Afrika immer unbedeutender. Der LGS-Aufsichtsrat strich den Veranstaltungszeitraum auf zwei Wochen vor und nach der Fußball-WM zusammen. Schon das äthiopisch-deutsche Wirtschaftsforum führte eher ein Schattendasein. Immerhin dem Festival wurde noch eine Chance gegeben, obwohl es hinter vorgehaltener Hand als „Altlast“ aus der Sattler-Ära bezeichnet wurde. Mit eigener Projektleitung durch Rahim Diallo, eigener Homepage www.africanlifefestival.com - gestern im übrigen noch ohne Absagehinweis - und Handzetteln sollten an zwei Abenden mit jeweils sechs Stunden Live-Musik 5000 Fans angelockt werden. Das größte Problem dabei: Die Namen der Stars ließen sich nicht vermarkten. Teddy Afro beispielsweise gilt als der „Robbie Williams Afrikas“ veröffentlichte das bestverkaufte äthiopische Album aller Zeiten, nur wer kennt den Sänger in Deutschland?

Mangels Ticketnachfrage wurde das komplette Festival nun gestrichen, somit auch der geplante Afrika-Markt und das Kinderfest. Erhebliche Kosten für die Planung, Werbung und Bandverträge müssen entstanden sein. „Die genauen Kosten kann die LGS nicht beziffern“, hieß es gestern auf Anfrage. Mit den elf verpflichteten Bands wird man sich auf Abstandszahlungen einigen müssen. In jedem Fall sei eine Absage zum jetzigen Zeitpunkt wesentlich günstiger als der Flop der Veranstaltung.

Ein veranstaltungsfreies Wochenende wird es dennoch nicht geben. Die LGS steht in Verhandlungen mit zwei Bands aus dem Afrika-Festival, die am 18. und 19. Juni ohne zusätzlichen Eintritt spielen sollen. Afrika wird neben den bisherigen Blumenschauen auch noch Thema von Foto- und Kunstausstellungen.

Äthiopien als Kaffeeland ist weiterhin mit der Lehmhütte im Park der Sinne vertreten, und irgendwie gehört ja auch das Public-Viewing auch zum Thema Afrika. Wie viele Besucher die Premiere am Sonntagabend erleben wollen, ist für die Veranstalter völlig ungewiss. Die Übertragungsdaten der Vorrunde in der Übersicht:

Sonntag, 13. Juni, 20.30 Uhr: Deutschland – Australien

Freitag, 18. Juni, 13.30 Uhr: Deutschland – Serbien

Mittwoch, 23. Juni, 20.30 Uhr: Ghana – Deutschland.

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