Weiterbau A 46

Linienbestimmungsverfahren für Weiterbau verzögert sich

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Hemer/ Menden. Wo genau die Autobahn A 46 in Menden und Wickede verlaufen soll, wird auch Ende dieses Jahres noch nicht feststehen. Das so genannte Linienbestimmungsverfahren wird sich weiter hinziehen.

Das ist das Ergebnis einer Sitzung der A 46-Arbeitsgruppe, zu der der Hochsauerlandkreis gestern nach Meschede eingeladen hatte. Der Hauptgrund für die weitere Verzögerung liegt vor allem im Bereich Wimbern und Echthausen. Dort ist die Linienführung weiter heftig umstritten, zudem laufen noch umfangreiche Umweltverträglichkeitsstudien. Um dort überhaupt zu einem Konses zu kommen, soll ein A 46-Beirat gegründet werden, in dem die Städte Wickede und Arnsberg vertreten sind.

Ganz anders sieht es auf der anderen Seite des Lückenschlusses aus: In Hemer ist die Linienführung weitestgehend klar, hier ist man einen Schritt weiter und beginnt mit der so genannten Vorentwurfsplanung. Kommen keine neuen Hürden, dann - so wurde gestern bei der Sitzung bekannt - läge der rechnerisch früheste Baubeginn im Jahr 2012 für den Abschnitt zwischen Hemer und Edelburg so jedenfalls die Theorie. Um die Konsequenzen für Natur und Bevölkerung zu verdeutlich, veranstaltete die Gegeninitiative A 46 am Sonntag eine Wanderung entlang der möglichen Strecke. Auch aus Hemer, Wickede und Arnsberg versammelten sich Gegner des Autobahnbaus am Treffpunkt Arche Noah. Zusammen mit Vertretern der UWG, des BUND und der Grünen wurde dort mit Hilfe eines Lärmmobils die Belastung einer Autobahn simuliert. Durch eine große Box in einem Bulli wurden Autogeräusche über den Berkenhofskamp geschickt. An die 100 Mitwanderer waren geschockt über den ohrenbetäubenden Lärm. Anlieger Karl Wewer, der selber in der Gig A 46 engagiert ist, erklärte, weshalb das Lärmmobil Sonntagmittags um zwölf Uhr zum Einsatz kam. „Unter der Woche würden die Geräusche untergehen, viele wären nicht zu Hause und könnten den Lärm nicht hören. Jetzt am Sonntag merken sie, was auf sie zukommen kann.” Neben der Geräuschbelästigung wäre auch die Natur bei einem Bau extrem belastet. „Eine ökologische Katastrophe würde sich einstellen,” so Stefan Neuhaus, ehemaliger Fraktionschef der Grünen in Menden: „Eisvögel, Nachtigallen und Buntspechte verlieren dann ihren Lebensraum.” Es sei egal, ob ein Tunnel oder eine Brücke gebaut werde. Die einzigartige Naturlandschaft wäre auf jeden Fall zerstört.

Auch ökonomische Gründe sprechen laut Neuhaus gegen den Autobahnbau: „19 Kilometer Straße würden 300 Millionen Euro kosten, somit hätten wir in Menden die teuerste Autobahn der Bundesrepublik.” Und die sei nach Statistiken verkehrspolitisch unnötig. „Den Bräukerweg befahren heute 19 500 Autos am Tag, mit einer A 46 durch Menden wären es aber noch immer 16 000, dafür werden aber ein paar hundert Meter weiter 25 000 Autos entlanggeschleust.” Lkw würden zudem weiterhin den Weg über das Westhofener Kreuz nehmen, da er aus topografischen Gründen ein paar Minuten schneller wäre.

Schon oft wurden die Probleme anhand von Statistiken und Karten besprochen. Am Sonntag sollte die Wanderung vor Ort die Probleme aufzeigen. Ein Beispiel ist der Waldfriedhof am Limberg. Zwar müssten bei einem Autobahnbau keiner Gräber umgebettet werden, aber stille Trauerfeiern seien bei einer mehrspurigen Autobahn in direkte Nachbarschaft nicht mehr möglich, so die Gegner. An einer Lichtung schwärmte Ingrid Ketzscher (Grüne): „Das hier ist vielleicht der schönste Ort Mendens.” Und Reinhard Broich: „Hier würde dann eine 100 Meter breite und etwa 25 Meter tiefe Schneise geschlagen.” Entsetzte Zuhörerreaktionen zeigten: Den Eingriff in die Natur will keiner. „Ich kann die Lokalpolitiker nicht verstehen,” so Ingrid Ketzscher weiter „dass sie solch eine Landschaft für eine für Menden nutzlose Autobahn opfern wollen.” Mehr als zwei Stunden wanderte die Gruppe über Oesbern nach Barge, und erste Ideen für weitere Aktionen kamen auf. „Viele Wanderer waren entsetzt über den Plan und fragten, wo sie dagen unterschreiben können. Vielleicht starten wir eine Unterschriftenkampagne,” überlegt Ingrid Ketzscher.

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