Finanzen

Mehr Geld für ehrenamtliche Feuerwehr

Für die Aufschaltung des Notrufes zur Kreisleitstelle nach Lüdenscheid müssen 470.000 Euro in die Feuer- und Rettungswache investiert werden.

Für die Aufschaltung des Notrufes zur Kreisleitstelle nach Lüdenscheid müssen 470.000 Euro in die Feuer- und Rettungswache investiert werden.

Foto: Carmen Ahlers / Iserlohner Kreisanzeiger und Zeitung

Hemer.  Der Finanzausschuss genehmigt Millionen-Ausgaben. Ein Ehrenstein für Geehrte wird abgelehnt.

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Ein Millionenpaket an Ausgaben hat der Haupt- und Finanzausschuss zum Auftakt der Haushaltsberatungen geschnürt. Über Aufwendungen in Höhe von 104 Millionen Euro berät die Politik in diesen Sitzungswochen. Wie groß dabei die finanzielle Bandbreite und die Themen sind, zeigte sich exemplarisch: Kontrovers diskutiert wurde vor allem über den mit 8000 Euro relativ kleinen Betrag für die Ehrung von verdienten Bürgern und die 470.000 Euro für die Aufgabe der Hemeraner Leitstelle der Feuerwehr.

377 Vollzeitstellen undzusätzliche Ausbildungsplätze

Nach der Kreisumlage sind die Personalkosten mit 22,35 Millionen Euro der größte Kostenfaktor. Die Zahl der Vollzeitstellen verringert sich 2020 von 377 auf 373. Dies liegt vor allem an der Ausgliederung des Bäderpersonals, das zum Jahreswechsel zu den Stadtwerken wechselt. Rechnerisch ergeben sich Mehrkosten vor allem durch Tarif- und Besoldungsanpassungen.

Die Stadtverwaltung will ihre Ausbildungsoffensive fortsetzen und bietet acht zusätzliche Ausbildungsstellen an. Da es bislang nicht gelungen ist, einen IT-Fachmann einzustellen, soll auch ein duales Studium zum Verwaltungsinformatiker angeboten werden. Beschäftigt werden 2020 außerdem sechs Erzieher im Anerkennungsjahr sowie fünf Teilnehmer im Bundesfreiwilligendienst.

Den Stellenplan nahm der Finanzausschuss zur Kenntnis, um dann aber intensiver über 8000 Euro Eigenanteil für die Ehrung von Ehrenbrief- und Ehrennadelträgern zu diskutieren. Seit 1988 werden Hemeraner für ihr außerordentliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Bis jetzt sind rund 100 Bürger geehrt worden. Damit deren Namen nicht in Vergessenheit geraten, hatte die FDP eine Ehrentafel oder ähnliches mit den Namen der Geehrten beantragt. Die Verwaltung entwickelte daraus die Idee von Ehrensteinen, die in das Pflaster auf dem Grohe-Platz eingelassen werden. Die Kosten von einmalig rund 16.000 Euro könnten zur Hälfte durch den Heimat-Fonds gefördert werden. Jährlich kämen 500 Euro für einen weiteren Stein hinzu. „Die Idee mit den Steinen gefällt uns sehr gut“, begrüßte Andrea Lipproß (FDP) die Idee. Doch damit blieb sie allein.

Preiswertere Lösungstatt der Ehrensteine

Für die GAH lehnte Antje Bötcher von Larcher die Ausgabe ab. Das Geld wäre im Ehrenamt besser aufgehoben. Auch Knut Kumpmann (UWG) hielt die Ausgabe für nicht zu rechtfertigen und regte eine preiswertere Tafellösung an. Für Martin Gropengießer (CDU) ähnelten die Steine zu sehr den Stolpersteinen für die NS-Opfer. Eine Ehrengalerie mit Fotos im Alten Amtshaus regte Holm Diekenbrock (CDU) an. Mit dieser kostengünstigeren Lösung konnte sich auch Hans-Peter Klein für die SPD anfreunden. 3000 Euro stellte der Ausschuss einstimmig bereit.

Um weitaus mehr Geld ging es bei der Finanzierung der Feuerwehr. Allein die Personalkosten für Brandschutz und Rettungsdienst liegen bei 2,8 Millionen Euro. Fünf weitere Planstellen wären notwendig, damit die Leitstelle für den Notruf 112 in Hemer bleiben kann. Daher hat der Bürgermeister dem Rettungsdienstbedarfsplan MK zugestimmt, der Ende 2020 die Schließung der Hemeraner Leitstelle und Weiterleitung nach Lüdenscheid vorsieht.

470.000 Euro für Umbauder Feuerwache

470.000 Euro müssen dafür an der Feuer- und Rettungswache investiert werden. Die Krankenkassen fördern dies mit 100.000 Euro. Da die Wache dann durch Einsätze nicht mehr ständig besetzt ist, soll das Gelände komplett umzäunt und mit Kameras überwacht werden. Schließsysteme, Alarme und die Steuerung müssen ersetzt werden. An der Einfahrt wird eine Notrufsäule aufgestellt.

Andrea Lipproß kritisierte eine fehlende Liste der Folgekosten durch die Aufgabe der Leitstelle. So müssen beispielsweise die Einbruchmeldeanlagen weitergeleitet werden. „Was kommt noch alles auf uns zu?“, fragte die Freie Demokratin. Auch Wolfgang Römer erwartet eine Auflistung, was sich tatsächlich durch die Aufschaltung des Notrufes alles ändert und wer die Aufgaben übernimmt.

Für die Finanzierung der Umbaumaßnahmen verschob der Finanzausschuss die Anschaffung eines Löschfahrzeugs für Westig (310.000 Euro) sowie einen neuen Einsatzleitwagen für den Löschzug Süd (180.000 Euro) auf 2021.

Feuerwehr fehlen66 Ehrenamtliche

Begrüßt haben die Politiker die erhöhte Förderung des ehrenamtlichen Engagements in der Feuerwehr. Zusätzliche 52.000 Euro wurden für die Aufwandsentschädigung für die Freiwilligen zur Verfügung gestellt. Ein entsprechendes Konzept wird noch erarbeitet. Auch für Werbeaktionen der Löschgruppen stehen Gelder zur Verfügung. Um die Einsatzbereitschaft rund um die Uhr sicherzustellen, benötigt die Feuerwehr Hemer nach dem Brandschutzbedarfsplan 313 aktive Feuerwehrleute. Zurzeit verfügt die Feuerwehr jedoch nur über 247 Aktive.

Thema im Ausschuss waren auch die andauernden baulichen Probleme auf der Feuerwache in Westig. So bemängelt Ante Bötcher von Larcher schon seit Wochen eine Schimmelbeseitigung. Auch die Heizungssteuerung funktioniert nur ungenügend. „Wir haben ein Sieben-Klima-Haus“, sagte Feuerwehrchef Markus Heuel.

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