Schulwegplan

Mehr Sicherheit ist oberstes Gebot

Die Grundschule Deilinghofen hat nun ein Schulwegplan.

Die Grundschule Deilinghofen hat nun ein Schulwegplan.

Foto: Carmen Ahlers

Deilinghofen.   Die Grundschule Deilinghofen hat zusammen mit der Stadt Hemer und der Kreispolizeibehörde einen vorbildlichen Schulwegplan entwickelt.

Wenn Polizeihauptkommissar Frank-Uwe Beenß von einem Leuchtturmprojekt spricht, dann meint er das vorbildliche Engagement der Deilinghofer Schule für ihren Schulwegplan. Im Juli 2017 haben die Arbeiten für dieses Projekt begonnen – zusammen mit der Stadt Hemer, der Kreispolizeibehörde und den Eltern. „Da haben die Eltern den Impuls gegeben und waren nicht nur in der reinen Erwartungshaltung“, lobte Beenß, „das verspricht einfach mehr Nachhaltigkeit“.

Viel zu viele Autos imBereich der Grundschule

Die Sicherheit der Kinder genießt oberste Priorität, war in Deilinghofen rund um die Schule nicht immer gegeben. Viele Eltern fuhren ihr Kind bis auf den Schulhof, natürlich alle fast gleichzeitig, da der Schulbeginn in der Regel für alle Jungen und Mädchen gleich ist. Das hatte zur Folge, dass sich die Eltern gegenseitig nicht selten in die Quere kamen, die Autos im Gewimmel auf dem Schulhof gewendet werden mussten. Auch das Verkehrsaufkommen am Brockhauser Weg war groß und eine Gefahr für Kinder auf dem Weg zur Schule.

Seitens der Stadtverwaltung hat sich insbesondere Charlotte Kees mit dem Projekt beschäftigt, und auch sie freute sich über die große Beteiligung der Mütter und Väter. So haben 78 Prozent der Eltern den Fragebogen zurückgeschickt, bei dem unter anderem die Gefahrenpunkte auf dem Schulweg benannt werden sollten. „Die Hotspots haben wir abgearbeitet und entsprechende Maßnahmen getroffen“, sagte Charlotte Kees. So gilt in Brockhausen nun komplett und nicht mehr nur teilweise Tempo 30 sowie die Regelung „rechts vor links“ an den Einmündungen. Die Straße „In den Klippen“ wurde zum verkehrsberuhigten Bereich, in dem auch Schwellen installiert wurden, um die Autos zu bremsen. An den beiden Kreisverkehren an der Europastraße wurden Zebrastreifen aufgemalt.

Auf dem neuen Schulwegplan finden Eltern alle Wege zur Schule – mit Hinweisen, wo es kritische Bereiche gibt. „Lieber 200 Meter mehr laufen, aber dafür sicher die Straße überqueren“, empfiehlt die Verkehrsplanerin dringend. Schulleiterin Nicole Borries ist zufrieden, denn sie beobachtet morgens weit weniger Eltern, die ihr Kind mit dem Wagen zur Schule bringen. „Da hat sich wirklich was verändert“, freute sie sich.

Grundschule ruft eineAktionswoche ins Leben

Um einen weiteren Anreiz zum Laufen zu geben, hat die Schule eine Aktionswoche „Deilinghofen läuft“ ausgerufen. Jedes Kind, das zu Fuß zur Schule kommt – der komplette Weg oder aber eine Teilstrecke – wird mit einer Murmel belohnt. Alle Kinder werfen die Murmeln in ein Glas, und erreichen sie eine bestimmte Markierung, gibt es eine Belohnung. Das ist in Kürze der Fall, denn sehr viele Kinder machen mit. Ein Teil der Eltern fährt seinen Nachwuchs von den Ortsteilen zum Beispiel nur noch bis zur Hönnetalstraße, und von dort geht es für die Schüler dann zu Fuß zur Schule weiter.

Die Grundschule Deilinghofen zählt aktuell 195 Schülerinnen und Schüler. Vor dem Projekt wurden 33 Prozent der Kinder von den Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht, jetzt sind es bedeutend weniger.

In der Grundschule wird der morgendliche Schulweg als ein wichtiger Schritt zu einer selbstständigen und selbstsicheren Persönlichkeit gesehen. „Ein Schritt weg von der ständigen Begleitung und Betreuung durch die Eltern. Hier können sie lernen, dass es Spaß macht, die Stadt zu Fuß zu erkunden“, heißt es in einem Anschreiben im Schulwegeplan. Zudem werden die Eltern zu einem Schulwegtraining animiert und dazu angehalten, dem Kind immer ein gutes Vorbild zu sein.

Die Deilinghofer Schule wird im Stadtgebiet nicht die einzige bleiben, die einen Schulwegplan bekommt. In der Oesetalschule läuft aktuell die Elternbefragung, und auch dort ziehen die Eltern mit. Dort sind 80 Prozent der Bögen zurückgekommen. „Es ist ein Gesamtmaßnahmenpaket“, so der Technische Beigeordnete Christian Schweitzer. Bürgermeister Michael Heilmann lobte bei der Präsentation das Engagement und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. „So war das ganze doch sehr erfolgreich“, freute er sich.

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