Gedichte

Melange in Hemer: Von „Gudruns Luchs“ und „Gittis Hirsch“

Ausdrucksstark rezitierte Christoph Rösner nicht nur die Gedichte Robert Gernhardts, sondern erzählte auch aus seinem Leben.

Ausdrucksstark rezitierte Christoph Rösner nicht nur die Gedichte Robert Gernhardts, sondern erzählte auch aus seinem Leben.

Foto: Vanessa Wittenburg / IKZ

Hemer.  Christoph Rösner unterhielt die Gäste der Melange-Reihe mit den poetischen, satirischen und versauten Gedichten von Robert Gernhardt.

Christoph Rösner hat schon häufig seinen Robert-Gernhardt-Abend „Lieber Gott, nimm es hin, dass ich was Besonderes bin“ zum Besten gegeben und weiß daher, dass das Publikum zu Beginn meist zweigeteilt ist: Die einen kennen die Werke Gernhardts und lieben ihn, die anderen wissen noch nicht, was ihnen blüht und sind dementsprechend neugierig. So war es auch im Rahmen der Melange-Reihe im Café Sona, und Christoph Rösner gab seinen Zuhörern gleich einen Appell mit auf den Weg: „Seid so lieb und habt alle Worte lieb“.

„Die schmökerale Anwendung gegen schlechten Humor“, wie Robert Gernhardt seine Werke auch beschreibt, zeigt bei den Gästen der Melange-Reihe ihre Wirkung: Sie schmunzeln, lachen und klatschen. So absurd und unsinnig die Gedichte wie „Gudruns Luchs“ oder „Gittis Hirsch“ manchmal auf den ersten Blick scheinen, entlocken sie den Zuschauern immer wieder ein lautes Lachen.

Beim Dichten darf der Wein niemals fehlen

Schnell lernen die Besucher auch anhand der treffenden Charakterisierung des Dichters von Rösner, dass vor allem eins beim Dichten niemals fehlen darf: Der Wein, ganz getreu dem Spruch „Beim Reimen geht alles rein.“ Laut eigener Aussage trank Gernhardt pro Gedicht mindestens eine Flasche Wein. „Bei über tausend Gedichten kommt so einiges zusammen. Und all die anderen Textformen sind da ja noch ganz außen vor“, regt Rösner die Vorstellungskraft an. Aber auch die versaute Seite Gernhardts, der unter anderem für das Satiremagazin „Titanic“ und Otto Waalkes textete, erlebten die Melange-Gäste. Selbst vor „kompromittierenden“ Situationen in der Tierwelt machte er keinen Halt – nicht ohne Grund erinnert in Göttingen heute die Statue eines onanierenden Kragenbärs an den 2006 verstorbenen Robert Gernhardt. Außerdem paarte Rösner die lebhafte Rezitation mit biografischen Daten des Schriftstellers.

Die Melange-Reihe im Café Sona geht am Mittwoch, 11. März, mit einem Ein-Mann-Stück weiter. Dann ist Markus Veith zu Gast, der in „Lampenfieber – Jetzt mal in Echt“ vom Leben eines Schauspielers erzählt. Karten sind für 14 Euro im Café Sona, Hauptstraße 133, erhältlich.

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