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Mit 90 Jahren noch hellwach und selbstständig

Seinen Geburtstag hat Erich Frank mit Heidrun und H. Dieter Lübbert und Bernhard Camminadigefeiert, morgen geht es mit der Familie weiter. Foto:Jennifer Katz

Seinen Geburtstag hat Erich Frank mit Heidrun und H. Dieter Lübbert und Bernhard Camminadigefeiert, morgen geht es mit der Familie weiter. Foto:Jennifer Katz

Ihmert.   Erich Frank kam über Umwege aus seiner Heimat in Hinterpommern nach Ihmert.

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Zwar ist Erich Frank am Donnerstag 90 Jahre alt geworden, gefeiert wird jedoch erst am Wochenende, weil die Familie inzwischen weit verstreut ist. Zu den ersten Gratulanten am „richtigen“ Ehrentag gehörten der stellvertretende Bürgermeister Bernhard Camminadi, Tochter Heidrun und Schwiegersohn H. Dieter Lübbert sowie Nachbarn.

Geboren in Hinterpommern, musste Erich Frank seine Heimat im Alter von 16 Jahren verlassen, weil er zum Wehrdienst eingezogen wurde. Seine militärische Ausbildung hat er in Delmenhorst absolviert, es folgten Aufenthalte in der Gegend von Bremen und eine Zeit der Gefangenschaft. Im Kreis Wesermünde hat sich Erich Frank zwei Monate lang bei einem Bauern versteckt – doch bei einer Hausdurchsuchung wurde er von den Amerikanern entdeckt. „Ich hatte natürlich keinen Entlassungsschein, da haben sie mich wieder mitgenommen“, erinnert sich der Jubilar. Im Alten Land kam er zu einer deutschen Einheit, die unter anderem „als Verkehrsposten an der Straße im Einsatz war“. Für Erich Frank war dies „eine schöne Zeit“, die im Dezember 1945 endete. Acht Jahre lang lebte er anschließend bei einem Bauern in Niedersachsen.

Durch einen Onkel nachIhmert gekommen

Ein Onkel lebte bereits in Ihmert, bei einem Besuch erklärte er seinem Neffen, dass es „hier viel Arbeit gibt“. So folgte 1953 der Umzug aus dem Norden nach Ihmert, wo Frank sofort eine Anstellung bei der Firma Niemeyer als Drahtzieher fand. „Täglich zwölf Stunden, in Tag- und Nachtschicht habe ich gearbeitet“, sagt Frank. Die letzten zehn Jahre vor seinem Ruhestand war er bei Röttger beschäftigt. Seine Freizeit hat er früher viel für Gartenarbeit und Reisen mit seiner Frau, die vor etwa einem Jahr gestorben ist, genutzt. „Mit Holz habe ich viel gebastelt“, erklärt er. Seine Tochter Heidrun fügt hinzu: „Und der Schützenverein war ihm wichtig.“

Zwei Töchter und drei Enkel komplettieren die Familie, die sich um den rüstigen Senior kümmert. Mit Unterstützung eines Pflegedienstes und durch „Essen auf Rädern“ lebt er noch allein in seinem Haus, das 1971 fertiggestellt worden ist. „Früher bin ich immer auf dem Weg zur Arbeit hier vorbeigekommen und fand die Aussicht so schön“, blickt er zurück.

Die Frage, wie er es geschafft, so ein hohes Alter zu erreichen, beantwortet Tochter Heidrun: „Papa ruht einfach in sich selbst. Er ist geblieben wie früher, hat sich die Weite und Beschaulichkeit seiner Heimat bewahrt.“ Sie und ihr Mann haben die Gegend im vergangenen Jahr besucht, sogar das Wohnhaus ihres Vaters und seiner Familie wiedergefunden. Auf den Fotos, die sie in einem Buch zusammengefasst haben, konnte Erich Frank noch vieles aus seiner Kindheit und Jugend wiedererkennen. „Selbst bin ich nie wieder dort gewesen, nachdem ich zum Militärdienst ging“, sagt er.

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