Demenz

Mit Demenz umgehen in der Corona-Krise

Hemer.  Das Netzwerk Demenz bietet Broschüren und Materialien zur Beschäftigung in der Häuslichkeit an.

Das Netzwerk Demenz Hemer wendet sich mit einem Angebot an pflegende Angehörige von Demenzkranken. Nach telefonischer Anmeldung unter 02372/1575 können Broschüren und Materialien zur Beschäftigung in der Häuslichkeit bei Gudrun Gille, Vorsitzende des Netzwerks, am Sperberweg 3 abgeholt werden.

Das Netzwerk schreibt dazu: „Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz sind in der Corona-Situation sehr belastet: Tagespflegeeinrichtungen sind geschlossen, neue 24-Stunden-Hilfen dürfen nicht kommen, der Besuch im Café geht nicht mehr, im Supermarkt ist alles merkwürdig geworden und es gibt auf dem Spielplätzen auch nichts mehr zu sehen.“

Zudem solle – auch in Krisenzeiten – nicht vergessen werden, dass man alte Menschen und pflegende Angehörige wertschätzen sollte. Gudrun Gille zitiert in der Mitteilung den Altersforscher Prof. Andreas Kruse von der Universität Heidelberg: „Viele alte Menschen haben ein hochreflektiertes Lebenswissen. Sie kennen aus ihrer persönlichen Geschichte Belastungen, Krisen und Grenzsituationen. Vielfach haben sie Vertrauen auf eine gute Zukunft und Hoffnung ausgebildet.“

Eine große Herausforderung seien in der Corona-Krise verständliche Informationen. Was allgemein schon schwer verständlich sei, mache den Menschen mit einer Demenz noch mehr Angst und erhöhe ihr Gefühl von Hilflosigkeit. „Sie benötigen vielfältige, auch emotionale Unterstützung“, zitiert das Netzwerk den Altersforscher.

Die Aktiven im Netzwerk Demenz kennen durch die jahrelange Arbeit in Hemer viele engagierte Angehörige und intakte Familien, die besonders in diesen Wochen und Monaten Enormes leisten – und das 24 Stunden am Tag, auch samstags und sonntags. „Diesen Familien und allen pflegenden Angehörigen gilt unsere Hochachtung“, erklärt das Netzwerk Demenz in der Mitteilung.

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