Gericht

Mit gefälschtem Führerschein der Polizei ins Netz gegangen

Foto: Kurt Michelis

Hemer/Unna.  Ein 33-jähriger Hemeraner musste sich wegen seines gefälschten Führerscheins vor Gericht verantworten.

Der Polizei präsentierte ein Hemeraner einen Führerschein, bei dem es sich um eine Totalfälschung handelte. Das brachte ihn am Dienstag auf die Anklagebank. Im Prozess räumte er ein, sogar selbst Zweifel an der Echtheit des Dokuments gehabt zu haben – allerdings nur leise.

Auf der B 233 in Unna geriet der 33-Jährige Mitte Juni in eine Geschwindigkeitskontrolle. Die Beamten wollten den Führerschein sehen und bewiesen Instinkt. An der polnischen Fahrerlaubnis war nichts echt. Damit stand dem bereits einschlägig vorbestraften Hemeraner ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Urkundenfälschung bevor.

Alle Bedenkenim Vorfeld weggewischt

Er sei nicht davon ausgegangen, dass sein Führerschein gefälscht gewesen sei. Aber er gebe zu, Bedenken gehabt zu haben, räumte er nun im Amtsgericht Unna ein. Über einen Bekannten sei er vor Jahren auf die Idee gekommen, eine polnische Fahrerlaubnis zu erwerben. Allerdings habe er die „Prüfung“ in einem Industriegebiet in Köln absolviert - inklusive Slalom um Verkehrshütchen und Fragen zur Theorie. „Das kam mir schon merkwürdig vor.“ Aber damals sei er arbeitslos gewesen und das Geld habe vorne und hinten nicht gereicht, um seine Familie zu versorgen. Damit gab er zu, in seiner Situation alle Bedenken weggewischt zu haben. Der außergerichtlichen Einziehung der Fälschung stimmte er sofort zu. „Das Ganze ist blöd gelaufen und das streite ich auch nicht ab.“ Und, was seine Vergangenheit betraf, versicherte er: „Ich hatte meine Fehltritte, aber ich bin kein böser Mensch.“

Seine Einlassung, mit der er sich dem Vorwurf nicht entgegenstellte, und die besondere Situation, in der er sich befand, wirkten sich zu seinen Gunsten aus. Gegen ihn sprachen mehrere Vorstrafen – darunter die einschlägige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Das Gericht verurteilte ihn zu 1000 Euro Geldstrafe und sechs Monaten Sperrfrist zur Erteilung einer echten Fahrerlaubnis.

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