Freibad Am Damm

Mit Volldampf endlich in das kühle Nass

Paul Stehle, Monika Otten, Michael Heilmann und Uwe Sperling beim Eröffnungstag im Freibad.

Paul Stehle, Monika Otten, Michael Heilmann und Uwe Sperling beim Eröffnungstag im Freibad.

Foto: Annabell Jatzke

Hemer.  168 Besucher kamen am ersten Tag in das Freibad Am Damm. Es müssen viele Regeln beachtet werden.

Traditionell wagt Bürgermeister Michael Heilmann zusammen mit weiteren Wagemutigen immer am Maifeiertag den Sprung ins kalte Nass des Freibades Am Damm. In Zeiten der Corona-Pandemie ist alles anders. Der Lock-Down bremste die diesjährige Freibaderöffnung aus. „Hunderte von kleinen Schritten Richtung Normalität liegen vor uns“, so Hemers erster Bürger am Himmelfahrtstag, als endlich das Freibad eröffnet werden konnte. Eine große Eröffnung wie in den Vorjahren gab es dieses Jahr aufgrund der Situation nicht, aber trotzdem kamen bei sommerlichen Außentemperaturen und 23,2 Grad im Wasser immerhin 168 Badegäste ins Freibad. Lange hatten sie den Moment herbeigesehnt.

Freude bei der verspäteten Saisoneröffnung

Seit Jahresbeginn ist nicht mehr die Stadt Hemer der Betreiber des Freibades, sondern die Stadtwerke. Aus diesem Grund war auch Stadtwerke-Chefin Monika Otten bei der Saisoneröffnung mit von der Partie. Gemeinsam mit dem langjährigen Schwimmmeister Uwe Sperling, Bürgermeister Michael Heilmann und Paul Stehle vom Förderverein „Schwimmen in Hemer“ nahm Otten zu Beginn der Saison eine Einschätzung vor. Otten, die sich selbst nicht als große Schwimmerin bezeichnete, freute sich trotzdem, dass das Freibad in Zeiten von Corona eröffnet werden kann. Auch bei Uwe Sperling war die Freude, dass die Saison, wenngleich auch eingeschränkt, endlich starten darf, riesig. Er erinnerte sich daran, dass es schon einmal Einschränkungen gab. „Nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl 1986 stand die Saisoneröffnung auch kurzzeitig zur Disposition. Heute sieht man Besucher mit Mund-Nasen-Schutzmasken, damals waren es Geigerzähler“, erinnerte er sich.

Leicht gemacht hat sich keiner der Verantwortlichen die Entscheidung, wann und in welchem Maße das Freibad geöffnet wird. Im Hemeraner Freibad wird in Zeiten des Virus alles getan, um die Gefahr einzuschränken. Maximal 615 Gäste dürfen sich zeitgleich auf dem Freibadgelände befinden. Ist es voll belegt, heißt es mit Abstand zu warten. Die Maximalbelegung errechnet sich nach genauestem Vermessen der Wasser- und Liegefläche. Man geht davon aus, dass jeder dritte Freibadbesucher sich im Wasser aufhält, laut Verordnung dürfen sich also zeitgleich 205 Schwimmer im kühlen Nass erfrischen. Wird diese Zahl überschritten, greifen die insgesamt fünf Schwimmmeister, die für Sicherheit sorgen, ein.

Eine Beschränkung der Badezeit mit einem Zeitfenster, so wie es in anderen Städten der Fall ist, will man in der Felsenmeerstadt vorerst vermeiden. Es ist ein Versuch. Eventuell muss das Konzept zu Beginn der Sommerferien nochmals überdacht werden. „Daraus lernen und schauen“, so lautet erst einmal die Devise von Monika Otten.

Auch in Bezug auf den Desinfektionsplan ist das Freibad bestmöglich aufgestellt. Am Kassenhäuschen muss sich jeder Besucher die Hände desinfizieren. Handläufe im Bad werden besonders gründlich gereinigt. Am Einlass muss sich zudem jeder Schwimmgast in die Besucherliste eintragen. Um die Personenanzahl zu zählen, werden Münzen ausgegeben, die beim Verlassen des Geländes wieder abgegeben werden müssen. Auf dem Gelände gelten die gängigen Vorschriften. Der Abstand von 1,5 Metern ist einzuhalten, zudem herrscht im Gebäude eine Maskenpflicht. Überall finden sich Hinweisschilder, die die Badegäste an die Vorgaben erinnern sollen. Beim Betreten und Verlassen des Freibads gilt eine Einbahnstraßenregelung. Richtungspfeile signalisieren den Weg, allerdings zeigte sich am Donnerstag, dass an dieser Beschriftung noch gearbeitet werden muss.

Auf die übliche Bewirtungwird noch verzichtet

Die Gastronomie hatte am Donnerstag noch nicht geöffnet und auch auf die sonst übliche Bewirtung zum Saisonauftakt wurde verzichtet. Schwimmvereine und DRLG sind momentan aufgrund der Auflagen und Risiken ebenfalls noch nicht aktiv.

Ansonsten war das Bild wie gewohnt, Jugendliche sprangen vergnügt von den Sprungtürmen, Kinder tollten im Wasser herum und auch die Frühschwimmer zogen ihre Bahnen. Eine Familie, die am Donnerstag ins Freibad kam, war Familie Ferroni. Mutter Marlen sieht den Besuch bedenkenlos, da noch nicht so ein großer Rummel herrsche. „Nach den ganzen Wochen haben sich unsere beiden auf die schöne Abwechslung gefreut“, berichtet sie im Gespräch mit der Heimatzeitung. Und tatsächlich sind Moritz (7) und seine ein Jahr jüngere Schwester Mathilda kaum aus dem Wasser zu bekommen.

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