Kleinkunst

Musikalische Erinnerungen an eine Königin des Humors

Melange mit Maegie Koreen und ihrem Claire Waldoff Programm im Cafe Poggel

Melange mit Maegie Koreen und ihrem Claire Waldoff Programm im Cafe Poggel

Foto: Reinhard Köster

Hemer.   Maegie Koreen erweckte beim ausverkauften Melange-Abendim Café Poggel die Volkssängerin und Kabarettistin Claire Waldoff zum Leben.

Gassenhauer, Schlager und Chansons im Berliner Jargon waren Spezialität von Claire Waldoff (1884 - 1957). Und wer könnte diese unvergessene Volkssängerin und Kabarettistin besser zum Leben erwecken als die Gelsenkirchenerin Maegie Koreen, die 1997 sogar eine Waldoff-Biographie mit dem Titel „Immer feste druff: Das freche Leben der Kabarettkönigin Claire Waldoff“ verfasst hat. Am Freitagabend war Maegie Koreen mit ihrem Programm „Claire Waldoff – die Königin des Humors“ beim Melange-Abend im Café Poggel zu Gast.

Begeisterung für eine der Großen des Showgeschäfts

Die 63-jährige Sängerin Maegie Koreen entdeckte in den siebziger Jahren ihre Liebe zum Chanson. Über die Jahre räumte sie diverse Preise ab und machte sich mit ihrer unverwechselbaren Art einen Namen in der Szene.

Mit der zweiten Auflage der Waldoff-Biographie entstand die Idee für das Live-Programm, mit dem sie seither durch die Lande tourt, um ihre Begeisterung für eine der Großen des Showgeschäfts weiterzugeben. Dabei begeistert sie das Publikum – so auch in Hemer – mit jeder Menge Wortwitz, Wort- und Sprachspielen und unendlichem Pointenreichtum. All dieses gelang auch seinerzeit der Berliner Schnute Claire Waldoff, die eine mutige Frau mit ausdrucksstarkem Charme und Biss war, bekannt und beliebt.

Maegie Koreens Hommage an die ungewöhnliche Künstlerin, die aufgrund ihrer Kindheit und Jugend als „Ruhrpottpflanze“ galt, bestand aus zwei Elementen. Einerseits gab sie Lieder wie „Hannelore“ zum Besten, andererseits las Koreen aus der Biographie. Dabei gewährte sie den Zuschauern einen Einblick in das Leben und Wirken der 1884 geborenen und 1957 gestorbenen Claire Waldoff, die als freche, starke und unerschrockene Frau galt und ebenfalls aus Gelsenkirchen stammt. Von dort zog es die noch unbekannte, aber talentierte Künstlerin einst nach Berlin, wo sie Karriere als kabarettistische Chanson- und Liedsängerin machte und in den Anfängen auch noch als Schauspielerin arbeitete. Emanzipiert, couragiert und revolutionär war ihr wenig damenhaftes Auftreten. Und auch mit der Liebe zu einer Frau fiel sie aus der Reihe.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben