Umwelt

Nach den Konzerten bleibt der Müll

30.000 kompostierbare Plastikbecher wurden am vergangenen Wochenende bei zwei Konzerten ausgegeben. Nach Konzertende sah es dann so aus.

30.000 kompostierbare Plastikbecher wurden am vergangenen Wochenende bei zwei Konzerten ausgegeben. Nach Konzertende sah es dann so aus.

Foto: Privat

Hemer.  Der Sauerlandpark will künftig noch umweltfreundlicher werden und sucht nach neuen Wegen.

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Gute Musik, eine tolle Party mit Gleichgesinnten und ein Bier oder ein anderes Getränk in der Hand. An beiden Konzertabenden am vergangenen Wochenende erlebten die Besucher tolle Stunden in ausgelassener Stimmung. Viele von ihnen sehen nicht, was nach der Veranstaltung an Plastikmüll auf dem Himmelspiegel liegt. Der Sauerlandpark verwendet Einweg-Plastikbecher, allerdings welche, die kompostierbar sind. 30.000 wurden im Vorfeld der beiden Konzerte besorgt und Freitag- und Samstagabend an die Besucher herausgegeben.

Kompostierbare Becher – das klingt erst einmal gut. Dass aber nur wenige Kompostwerke diese Becher überhaupt annehmen, weiß kaum jemand.

Einer, der sich mit seinem Team viele Gedanken über die Abfallvermeidung macht, ist Sauerlandpark-Chef Thomas Bielawski. „Umweltschutz ist ein großes Thema für uns. Wir wollen nachhaltig sein, aber das ist nicht so einfach, wie es sich anhört“, sagt der Geschäftsführer des Sauerlandparks. Die kompostierbaren Becher werden nicht von jedem Kompostwerk angenommen. Die Wege für den Abtransport führen bis nach Süddeutschland.

Der Sauerlandpark sehe sich, so Bielawski, in der Verantwortung, neue Wege zu gehen. Die Ideen seien da, der Wille, etwas für den Umweltschutz zu tun, auch. Ein Zukunftsmodell stellen die kompostierbaren Plastikbecher für Bielawski ohnehin nicht dar. Glas kann es aber bei Großveranstaltungen auch nicht sein. „Getränke im Glas zum Beispiel geben wir donnerstags im Soundgarten noch aus“, so der Sauerlandpark-Geschäftsführer. Und daraus schmecke das Bier oder die Cola am besten.

Schwierige Handhabung bei Großveranstaltungen

Gute Mehrwegbecher führen im Gegensatz zu den kompostierbaren zu einer besseren Ökobilanz, doch die Handhabung bei Großveranstaltungen sei schwierig. Er denkt zum Beispiel an Spüleinheiten, die die Becher immer wieder reinigen.

Dazu müssten die Besucher aber dazu gebracht werden, ihre leeren Becher wieder zum Stand zurückzubringen. Man könne sie auch in extra Behältnissen sammeln oder sie mit Pfand versehen, was aber eine Aufstockung im Personalbereich bedeute.

Richtig durchdenken und auch durchrechnen

Es sei ein komplexes Thema, das gut durchdacht und auch durchgerechnet werden müsse, so Bielawski. Er denkt in diesem Zusammenhang auch an die Bonpflicht, die es zum Beispiel schon in Italien gibt und die auch nach Deutschland kommen wird. Das seien alles Änderungen und weitere Schwierigkeiten, die auf die Veranstalter zukommen.

Auf jeden Fall wolle man weg vom Plastik, auch wenn die aktuellen Behältnisse kompostierbar sind. Diese Becher bestehen oft aus stabilen Biokunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen, aber als Abfall bauen sie sich sehr schwer und langsam ab.

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