Fahndung

Nach vier Überfällen jagt Polizei Serientäter

Die Tankstelle in Bredenbruch

Die Tankstelle in Bredenbruch

Foto: Ralf Engel

Bredenbruch/Menden.   Drei junge Räuber bedrohten bei vier Überfällen das Tankstellenpersonal in Hemer-Bredenbruch und Menden mit Waffen. Die Polizei fahndet nach dem jungen Trio und bittet um Hinweise.

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Die Einbruchserie auf Tankstellen im heimischen Raum geht offenbar auf das Konto einer dreiköpfigen Bande. Das räuberische Trio, das am Montagabend gegen 20.30 Uhr die Tankstelle in Bredenbruch überfallen hat (wir berichteten), könnte davor ebenfalls in Menden mehrfach zugeschlagen haben.

Einen Tatzusammenhang schließt Polizeisprecher Dietmar Boronowski nicht aus: Denn am 29. Dezember, am 24. und 27. Januar hatten ebenfalls drei unbekannte Räuber Tankstellen in der Nachbarstadt heimgesucht. Bei allen Fällen waren Waffen im Spiel. „Glücklicherweise sind die Geschädigten immer unverletzt geblieben. Der Haupttäter hat ihnen zwar die Pistole oder einen Teaser vorgehalten, aber nicht von der Schusswaffe Gebrauch gemacht“, so Boronowski.

Tankstellen im Vorfeld länger beobachtet?

Das Gefühl, dass die Täter die Tankstelle länger beobachtet und auf einen Moment des Öffnens gewartet haben, hat der Mendener Pächter Christian Keuchen. Seine Tankstelle an der Iserlohner Landstraße wurde seit Ende Dezember zweimal mitten in der Nacht zum Schauplatz von Überfällen der Bande. Das sei auf den Videos zu sehen, sagt Keuchen. Was ihm außerdem aufgefallen sei: „Die Täter fühlten sich beim zweiten Mal offensichtlich viel sicherer, agierten lässiger und ruhiger als beim ersten Mal.“

Ähnlich sind in allen vier Fällen die Täterbeschreibungen. Die Polizei kann jetzt eine Beschreibung für den Bredenbrucher Überfall liefern. Die drei Männer waren etwa 180 Zentimeter groß, komplett schwarz gekleidet, vermutliches Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Das Gesicht hatten sie teilweise mit schwarzem Tuch bedeckt. Die drei Männer trugen alle Käppis, ein Täter trug eine Brille, einer der Täter war mit einer schwarzen Jogginghose bekleidet. Die Täter flüchteten zwar zu Fuß, die Polizei geht aber davon aus, dass sie im näheren Umfeld ein Fahrzeug abgestellt hatten. Sachdienliche Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen in/um den Tatort an der Ihmerter Straße nimmt die Polizei in Hemer und Iserlohn entgegen.

Fahndung mit Bildern der Überwachungskameras

Die Tankstellen sind durch Kameras überwacht. „Die Auswertung der Video-Überwachung durch die Kollegen dauern noch an“, erklärte Boronowski weiter. „Das Bildmaterial muss so sein, dass man es veröffentlichen kann. Wenn Personen erkennbar sind, muss die Staatsanwaltschaft die Bilder freigeben.“ Erste – leider sehr pixelige – Bilder vom Überfall am Samstag in Menden sind jetzt veröffentlicht worden. Viel zu holen, ist in Tankstellen nicht. Das Trio hat am Montag Zigaretten, Bargeld, Erfrischungsgetränke und Süßigkeiten erbeutet. Trotz der geringen Beute müssen die Täter für das Verbrechen mit harten Strafen rechnen. Auf schweren Raub steht eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren.

Die 19-jährige Tankstellenmitarbeiterin in Bredenbruch ist mit dem Schrecken davongekommen. „Wichtig ist, dass es meinen Leuten gut geht“, sagt Tankstellenpächter Sefa Karapinar: „Ich habe selbst einen Überfall erlebt und kenne das Gefühl.“ Seine Mitarbeiter seien angewiesen, auf alle Forderungen von Räubern einzugehen und sich selbst nicht zu gefährden. Schon bei Vorstellungsgesprächen weise er die Mitarbeiter auf das Risiko eines Überfalls hin. „Es ist ein Risiko, traurig aber wahr. Die Täter denken gar nicht daran, wie es den Betroffenen danach geht“, zeigt sich Sefa Karapinar entsetzt über die Skrupellosigkeit der bewaffneten Räuber, denn oft gehe es nur um eine geringe Beute.

Ständige Sorge vor bewaffneten Überfällen

Für die Tankstelle in Bredenbruch ist es der zweite Raubüberfall, seitdem sich Sefa Karapinar selbstständig gemacht hat. Bereits fünf Mal sind Diebe in das Gebäude eingebrochen, das daraufhin zusätzlich gesichert worden ist. Belastend sind solche Taten für alle Mitarbeiter. „Es ist gruselig. Wenn es draußen dunkel wird, schauen wir immer genau, wer das Tankstellengebäude betritt“, beschreibt eine Mitarbeiterin die ständige Sorge.

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